Überschwemmungen: Besserer Schutz vor der nächsten Flut im Dortmunder Osten

Redakteur
Brackels Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) äußert sich zum Thema Überschwemmungsschutz im Stadtbezirk Brackel
Brackels Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) äußert sich zum Thema Überschwemmungsschutz im Stadtbezirk Brackel. © Andreas Schröter
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Seit der großen Überschwemmung vom 14. Juli 2021 hat es von verschiedenen Anwohnern im Dortmunder Osten die Forderung nach einem besseren Schutz vor solchen Ereignissen gegeben.

Heinz Möllmann aus der Baedekerstraße in Wickede und Holm Schäfer für den Bereich Am Westholz/Tymannstraße in Brackel sind nur zwei Beispiele.

Brackels Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke berichtet nun von einem Treffen zum Thema, an dem verschiedene Mitglieder der Bezirksvertretung Brackel und Vertreter der Stadtentwässerung teilgenommen haben.

Ein Grund für die Hochwasser-Situation im Juli seien die Böden gewesen, die durch die ebenfalls starken Regenfälle der Vortage bereits stark mit Wasser vollgesogen waren.

„Denken Sie an ein volles Aquarium“, sagt er. „Wenn Sie weitere zehn Liter hineinschütten, läuft es über.“ Auch seien viele Zuläufe durch Äste und Laub verstopft gewesen.

Betonharter Boden: Kartoffeln flossen über die Straße

Im Vorjahr, als nach einem starken Regen die Kartoffeln vom Feld über den Ertmar- und Briefsweg geflossen waren, habe es übrigens die gegenteilige Situation gegeben. Damals sei der Boden staubtrocken und betonhart gewesen, sodass er kein Wasser aufnehmen konnte.

Auch drei Pumpen gibt's mittlerweile im Haus von Heinz Möllmann. Im Ernstfall könnten sie schnell zum Einsatz gebracht werden
Auch drei Pumpen gibt’s mittlerweile im Haus von Heinz Möllmann. Im Ernstfall könnten sie schnell zum Einsatz gebracht werden. © Andreas Schröter

Hinzu gekommen sei nun im Juli 21, dass die Regenfälle in den östlichen Stadtteilen von Wambel bis Wickede besonders heftig gewesen seien. Dr. Christian Falk von der Stadtentwässerung habe versichert, dass es angesichts dieser Wassermengen auch in anderen Teilen der Stadt zu heftigen Überschwemmungen gekommen wäre.

Konkret wolle die Stadt nun dafür sorgen, einige Siepen, die in früheren Jahren zur Aufnahme überschüssigen Wassers gedient hatten, aber in jüngerer Vergangenheit mehr und mehr zugebaut worden seien, wieder freizulegen.

Zudem sollen Freiflächen als Mulden angelegt werden, in denen sich das Wasser sammeln könne. Neu zu pflanzende Straßenbäume könnten mit größeren Baumscheiben versehen werden, sodass der Boden um den Baum herum mehr Wasser aufnehmen könne. Die Bezirksvertretung habe 40.000 Euro für Baumpflanzungen bereitgestellt, so Monecke.

So hoch stand das Wasser nach dem Starkregen im Juli in Heinz Möllmanns Partykeller
So hoch stand das Wasser nach dem Starkregen im Juli in Heinz Möllmanns Partykeller. © Heinz Möllmann

Er wolle sich zudem mit dem Tiefbauamt in Verbindung setzen, um zu erörtern, ob man die Reinigung der Kanäle optimieren könne. Auch eine Verpflichtung zur Dachbegrünung bei (Flachdach-)Neubauten sei eine Möglichkeit, Wasserspeicher anzulegen.

Eigenverpflichtung von Hauseigentümern

Aber, und auch darauf weist der Bezirksbürgermeister hin: Hauseigentümer, die Kellerräume unter dem Straßenniveau haben, sind verspflichtet, ihren Anteil zum Hochwasserschutz beizutragen.

Dazu gehören unter anderem Rücklaufklappen, die verhindern, dass Wasser aus zu vollen Rohren in der Kanalisation in die Keller laufen kann. Pumpen, Hybridanlagen und die Möglichkeit, Türen und Fenster abzudichten, gehören ebenfalls dazu. Auch die Versicherungen (Elementarversicherung) fordern Derartiges ein. Die Stadtentwässerung biete jedem Bürger Beratungen zu diesem Thema an.

Problem bei der Baedekerstraße sei, dass sie sich in einer ohnehin recht feuchten Umgebung befinde. Nicht umsonst ist vor einigen Jahren in der Nähe im Wickeder Ostholz der Pleckenbrinksee entstanden – und das nur, weil eine Pumpe ausgefallen war.

Auch eine kleine Quelle befinde sich in der Nähe. Darauf habe Bezirksvertretungsmitglied Dirk Sanke (SPD) hingewiesen. Zum Entwässerungs-Problem Baedekerstraße habe es von den Vertretern der Stadtentwässerung ansonsten nur die Äußerung gegeben, man wolle sich „etwas einfallen lassen“.

Hartmut Monecke findet auch lobende Worte für EDG und Tiefbauamt. Nach dem Juli-Hochwasser habe die EDG unbürokratisch zerstörte Möbel, die am Straßenrand abgestellt waren, mitgenommen, und das Tiefbauamt habe zum Beispiel Schäden auf Wegen – wie dem viel befahrenen Radweg neben der S-Bahn-Linie in Höhe des Graffwegs – schnell ausgebessert.

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