Mengede 08/20 spielte einen starken Saisonstart im vergangenen Spätsommer. © Stephan Schuetze
Amateurfußball

Aaron Vasiliou, brachte Sie die Saison-Annullierung um einen letzten Aufstieg mit Mengede?

Hinter dem kantigen Stürmer liegt eine lange Verletzungshistorie. Zum Start der Saison 2020/21 fand er aber noch einmal in eine richtig gute Form. Wie bitter war die Annullierung für Aaron Vasiliou deshalb?

Er spielte einen ganz starken Saisonstart: Aaron Vasiliou, Torjäger von Mengede 08/20, traf in der Bezirksliga 9 nach Belieben, erzielte acht der 16 Saisontore des Vereins – in nur sechs Spielen wohlgemerkt. Besonders bei seiner Verletzungshistorie stellt sich die Frage, ob der Spieler durch die Saison-Annullierung um eine letzte Torjägerkanone und einen letzten Aufstieg gebracht wurde?

„Es ist ärgerlich, dass der Verband die Saison annulliert hat“, sagt der 29-jährige Angreifer. „Ich bin so richtig in Fahrt gekommen und habe oft getroffen.“ Nun ist sein Rhythmus, wie er zugibt, kaputt gegangen. Man wollte oben mitspielen, und die Torjägerkanone ist für jeden Stürmer eine reizvolle Belohnung, auch die hatte er ins Auge gefasst.

Nichtsdestotrotz befürwortet Vasiliou die Entscheidung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW). „Corona darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen“, erzählt er. Deshalb sei es die sicherere Entscheidung gewesen, nicht mehr auf die Plätze zu gehen.

Aaron Vasiliou traf in sechs Spielen achtmal.
Aaron Vasiliou traf in sechs Spielen achtmal. © Archiv © Archiv

Seine Hoffnung ist, dass nun aber alsbald wieder der Normalzustand eintritt. Denn der bullige Neuner möchte unbedingt noch einmal mit Mengede 08/20 in die Landesliga aufsteigen. „Wir wollen nächste Saison da weiter machen, wo wir im Herbst aufgehört haben“, sagt er – bei fünf Siegen aus sechs Spielen.

Auch die Torjägerkanone möchte er nochmal in Angriff nehmen, dafür muss er aber an seiner Form arbeiten. „Die sieht super aus: super unfit“, gesteht er, muss dabei lächeln. Die Arbeit spanne ihn oft ein, deshalb bliebe kaum Zeit, mal joggen zu gehen.

Sobald das Licht am Ende des Tunnels erscheint, sobald es sich abzeichnet, dass wieder gekickt werden darf, möchte er sich aber an seine Fitness machen. „Und es ist ja auch nicht so, dass nur ich oder Mengede unter der Situation leiden“, so Vasiliou. „Alle Amateurvereine wissen nicht, wo sie stehen. Jeder wird seine Zeit brauchen, wieder in seinen Rhythmus reinzufinden nach so langer Zeit ohne Fußball.“

Der Stürmer nennt nicht nur die Fitness. Auch taktische Details, Passwege, Spielabläufe – das alles müsse neu erarbeitet werden. Dass Mengede das schafft, darüber macht er sich keine Sorgen. „Wir haben ein gutes Team, mit Thomas Gerner einen guten Trainer: Das wird passen.“

Für Vasiliou ist so eine lange Zwangspause zudem nichts Neues. Vier Kreuzbandrisse verhinderten, dass er höherklassig über einen längeren Zeitraum Fuß fasste. Hat er Angst, dass sich sein Körper nicht schnell genug an die Belastung gewöhnt, wenn es wieder weitergeht? „Nein, gar nicht. Ich bin seit drei Jahren verletzungsfrei, deshalb mache ich mir keine Sorgen.“ Genauso wenig Sorgen, dass sich ihm noch einmal die Chance bietet, mit Mengede um den Aufstieg und um die Torjägerkanone mitzuspielen.

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Niklas Berkel
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