Samir Habibovic muss das Trainer-Team des Oberligisten neu gestalten. © Stephan Schuetze
Fußball

ASC-Talent setzt sich bisher nicht wie erwartet durch – „Wir geben ihm Zeit“

Der ASC 09 Dortmund ist dafür bekannt, immer wieder junge Talente zu entwickeln und sie schnell an das Oberliga-Niveau heranzuführen. Vor dem Start stand vor allem ein Talent im Fokus.

Die Nummer 14 war nicht unbedingt seine Traumrückennummer. In der Mannschaft des Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund waren aber nicht mehr viele Nummern frei als er kam. Und weil es sein erstes Seniorenjahr ist, hat er seinen Mund auch nicht groß aufgemacht, obwohl er eine extrem starke Vorbereitung gespielt hat.

Die 14 bringt Luis Weiß in erster Linie mit dem ehemaligen niederländischen Weltklasse-Spieler Johan Cruyff in Verbindung, der eine Fußball-Legende ist. „Das kann nicht schlecht sein, dachte ich, und habe die 14 gewählt. Von der Position passt es auch ungefähr. Mittlerweile ist mir die 14 richtig ans Herz gewachsen“, sagt Weiß, „die 14 wird mir in Zukunft auf jeden Fall als meine erste Nummer im Seniorenfußball in Erinnerung bleiben.“

Luis Weiß vom ASC 09 Dortmund hat sich in der Vorbereitung schon gegen etablierte Gegner bewiesen. © Peter Ludewig © Peter Ludewig

Sich in Verbindung mit König Johann zu bringen, ist erstmal mutig. Aber auch löblich, weil er ihn überhaupt kennt. Als Weiß 2001 geboren wurde, hatte der 1945 geborene Johan Cruyff seine Karriere schon längst beendet. Weiß hat aber recht, dass die Position beide verbindet. Beide sind im offensiven Mittelfeld zu Hause.

Weiß ist mit großer Vorschusslorbeer von den A-Junioren des Hombrucher SV zum ASC 09 gekommen. Der Sportliche Leiter Samir Habibovic hatte während der Vorbereitung gesagt, dass er sich gut vorstellen könne, dass Weiß zum Start den Sprung in die erste Elf schaffen könne. Er spielte eine gute Vorbereitung, saß zum Start gegen den TuS Ennepetal trotzdem nur auf der Bank.

Der Start war nicht so leicht

„Obwohl ich eine gute Vorbereitung gespielt habe, war der Start für mich mit meiner Verletzung gar nicht so leicht“, sagt er selbst. Der Linksfuß kam bisher nur auf drei Kurzeinsätze mit insgesamt 60 Spielminuten. Laut Samir Habibovic habe sich Weiß durchgebissen, bis ihn eine Verletzung stoppte.

„In den ersten vier Wochen war er überragend, dann ist er in ein Loch gefallen und am Ende gegen Kaan-Marienborn hatte er sich durchgebissen. Da macht er 35 Minuten ein Riesenspiel und verletzt sich dann“, so Habibovic. Der Muskelfaserriss, den sich Weiß im September zuzog, ist mittlerweile fast ausgeheilt. Er kam aber nicht mehr über das Reservisten-Dasein hinaus.

Kein Wunder, in seiner Abwesenheit spielte sich der ASC in einen Flow und gewann fünfmal in Serie. Der Lohn: Platz fünf und Punktgleichheit mit dem Tabellenzweiten Holzwickeder SC. Die Corona-Pause kam dem Team daher etwas ungelegen.

„Corona kam für mich nicht so ungelegen. So konnte ich meine Muskelverletzung vernünftig auskurieren. Für die Mannschaft war der Fußball-Lockdown aber ungünstig. Er hat unseren Lauf mit zuletzt fünf Siegen in Serie ausgebremst“, sagt Weiß, der im neuen Jahr wieder die Stammplätze angreifen möchte. Habibovic traut ihm einen Sprung nach vorne zu. „Luis ist ein toller Fußballer. Man darf aber nicht vergessen, dass er 19 ist. Wir geben ihm die nötige Zeit, um sich zu entwickeln.“

Immer der gleiche Alltag

Aktuell stört Weiß der immer gleiche Alltag. „Ich habe im November mein Studium an der Ruhr-Universität begonnen. Gerade finden aber alle Veranstaltungen nur Online statt. Es ist schade, dass ich dadurch keine neuen Leute kennenlerne, was den Studienstart ja eigentlich mit ausmacht. Und da die Video-Vorlesungen nicht live angeschaut werden können, habe ich gerade auch keinen geregelten Tagesablauf. Da fehlt manchmal die Motivation, sich alleine vor den Laptop zu setzen.“

Er freut sich aber auf Weihnachten. „Da herrscht immer eine besondere Stimmung. Weil die ganze Familie in Deutschland verteilt lebt, wird sich in diesem Jahr für uns gar nicht so viel ändern. Ich feiere wie immer gemeinsam mit meinen Eltern.“

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