Dennis Schultze-Adler und sein Laufpartner. Am Abend sind sie dann müde. © Schultze-Adler
Fußball

Besondere Freundschaften: Diese Hunde machen die Dortmunder Fußballer fit

Sechs Beine erobern Dortmunds Wälder. Einige in Pandemiezeiten zur Tatenlosigkeit verurteilten Fußballer absolvieren ihre Laufeinheiten mit Freude, denn sie sind auf den Hund gekommen.

Ihren vierbeinigen Freunden verdanken sie somit Fitness, Ausdauer und Abwechslung. Auf eine Nachfrage, wer denn welche Haustiere hat, machten die Hunde klar das Rennen. Wir stellen die tierischen Freunde von Amateurfußballern der Stadt vor.

Bella (2 1/4, Beagle): „Sturrköpfig, verfressen, aber sehr fit und verschmust!“ Die junge Dame hat ihren eigenen Willen, offenbar einen guten Appetit, hält ihren Besitzer Dennis Schultze-Adler (35, Mengede 08/20) aber auf Trab und belohnt ihn mit Kuscheleinheiten. „Bella ist unser Ein und Alles“, sagt der stolze Besitzer, der zuvor die eingangs erwähnten Charakteristika geliefert hatte.

Dennis Schultze-Adler mit Bella. © Schultze-Adler © Schultze-Adler

Schultze-Adler und Gattin, die ihrem jungen Familienmitglied auf dem Grundstück ihres neuen Heimes im Dortmunder Westen Auslauf bieten, hatten einen Hund gewünscht, „der uns fordert und lernfähig ist“. So fiel die Entscheidung zwischen Beagle und Englischer Bulldogge zu Gunsten eines Beagles aus. Eine Entscheidung, die Mengedes Routinier in keinster Weise bereuen muss.

Stella (1 1/2, Mischung aus Französischer Bulldogge und Miniatur-Bullterrier): Denn Terrier kann sie nicht verbergen. Marcel Herzog (31, RW Germania) staunt immer wieder, wie agil seine nur im übertragen Sinne „Wadenbeißerin“ ist. „Sie jagt sogar Schatten“, sagt Herzog, den seine Kollegen nicht nur wegen des gemeinsamen Vornamens mit BVB-Profi Schmelzer „Schmelle“ rufen. Hier soll es aber um Stella gehen. Die lebendige Hündin holt ihren Besitzer mindestens dreimal am Tag vom Sofa.

Marcel Herzog mit Stella © Herzog © Herzog

„Wegen ihr raffe ich mich gerne auf, sonst würde ich es wohl nicht tun“, sagt der Fußballer, der seit seiner Kindheit Hunde um sich herum hat. Die Spaziergänge sind dann aber relativ entspannt, zumal Stella da, wo es erlaubt ist, ohne Leine läuft. „Sie hört auch sehr gut.“ Offenbar vereinen sich im Mischling viele gute Eigenschaften. „Die Überzüchtung von reinrassigen Französische Bulldoggen wollten wir auch nicht unterstützen. Unsere Stella hat daher auch keine für diese Rasse häufige Atemwegsprobleme.“

Das bekommt Herzog zu spüren, wenn Stella ihr Herrchen von der Couch holt. „Dann gehe wir nicht nur kurz, sonden lassen sie sich richtig auspowern.“ Und auch die Lunge von Marcel Herzog wird richtig durchgepustet.

Sam (4 Monate, Labrador Retriever): Das Nesthäkchen eroberte die Herzen der Familie von Daniel Touko (20, Kirchhörder SC) im Sturm. Nicht nur die der Menschen im Haushalt, sondern auch die von einem tierischen Quartett. Katzenmama Amira gehört nämlich samt ihren Kindern Luna, Nala und Tino auch dazu. „Ich mag unsere Katzen sehr. Wenn ich aber mal nicht zu Hause bin, fehlt mir Sam etwas mehr. Der Hund ist eben präsenter als die freilaufenden Katzen.“

Daniel Touko mit Sam © Touko © Touko

Auch der junge Hund fühlte sich sofort heimisch. „Meine Eltern hatten erst überlegt, ein Hund aus dem Tierheim zu nehmen. In der Coronazeit war dies nicht ganz so einfach. Sam kommt von einem Züchter aus der Nähe von Leipzig. Eine gute Wahl!“ Denn der Neuling entpuppte sich schnell als „lebendig und aktiv“, was Jungherrchen „Dani“ sehr freut. Die etwas trübe Zeit des KSC-Außenverteidigers nach seinem Achillessehnenriss hellte der Viebeiner auf.

„Junge Hunde sollen noch nicht so lang Gassi gehen. Aber im Garten ist bei uns immer was los“, sagt Touko. Er selbst hat seine Verletzug überstanden. Der BWL-Student verspürt Bewegungsdrang. Und das dürfte auch Sam sehr freuen.

Dalia (4, Jagdhundmix): Dalia hatte es nicht leicht, ehe Hundefreund Maurice Much (24, TuS Eichlinghofen) sie auf der Homepage von „Tiere suchen ein Zuhause“ entdeckte. „Ich hatte schon einige Hunde. Da ich mit meinem Vater unter einem Dach wohne und wir einen großen Garten haben, wollten wir wieder ein Tier. Und es sollte auf alle Fälle eins aus dem Tierheim sein.“

Maurice Much mit Dalia © Much © Much

Maurice Much fuhr also nach Bielefeld und nahm Dalia gleich mit. Der TuS-Sechser ist beruflich Sozialarbeiter. Von seiner sozialen Ader profitieren alle Lebewesen, die Hilfe benötigen: „Dalia war zunächst Straßenhund in Polen. Dann kam sie zu Besitzern, die offenbar nicht gut zu ihr waren. Nachbarn befreiten sie aus einem Holzverschlag. Schließlich kam sie nach Deutschland.“ Was bleibt, ist ihre große Angst vor Kindern und Jugendlichen.

„Da muss was vorgefallen sein.“ Mit Erwachsenen allgemein und den Muchs im Speziellen wurde Dalia schnell warm. „Auch mit anderen Hunden kommt sie gut aus. Nur wenn sie Kinder sieht, zieht sie wie wild und will fliehen. Sie wäre mir beinahe mal weggelaufen.“

Mit Hilfe einer Hundetrainerin möchte Maurice Much Dalia helfen, über das Trauma hinwegzukommen. Die Hündin kommt insgesamt schon immer besser klar: „Sie weiß, dass sie bei uns ein Zuhause mit Geborgenheit hat. Aber sie versteht es auch, sich auch zu helfen.“ Als Dalia mal plötzlich alleine auf der Straße stand, die Haustür war offen, riefen Nachbarn die Polizei. Sie befürchteten, den Muchs wäre etwas passiert. Nein, sie waren unterwegs. Sie wussten nur nicht, dass Dalia Türklinken öffnen kann.

Schließlich alarmierten Nachbarn und Polizei Muchs Oma. Die betreibt mit 78 Jahren noch eine Autowerkstatt. „Auch sie liebt unsere Dalia.“ Diese Hundgeschichte der jung gebliebenen Oma, Papa, Maurice und ehemaligen Problemhund steuert auf ein Happy End zu. Dalia lief selbstständig ins Haus zurück. Sie hat ihr Zuhause gefunden.

Bonnie (8, Französische Bulldogge): Die Menschenfreundin kam erst im gesetzteren Alter zu ihrem neuen Herrchen. „Wir haben ihr das Tierheim erspart“, erzählt Marlon Mönig (26, BSV Schüren, bald Westfalia Wickede). Bonnie gehörte einem Freund. Sie verstand sich aber nicht gut mit dem anderen Hund. Eine Arthrose im rechten Vorderbein machte Bonnie zudem das Leben im ehemaligen Heim schwer.

Marlon Mönnig mit Bonnie © Mönnig © Mönnig

Marlon Mönig und Freundin aber gaben die damals sieben Jahre alte Hündin nicht auf. Von der Arthrose ist nichts mehr zu spüren. „Die ersten Wochen war sie noch etwas zurückhaltend. Sie blüht jetzt richtig bei uns auf“, freuen sich Mönig und Partnerin über den wieder glücklichen Familienzuwachs. Aufblühen heißt in Bonnies Fall aber nicht übermäßiges Temperament. „Sie ist bestimmt kein Energiebündel, eher bequem. Hin und wieder spielt sie aber schon gerne mit uns in der Wohnung.“

Zudem bittet sie Herrchen und Frauchen dreimal am Tag zum Gassigang. „Das tut uns auch gut.“ Die Wickeder dürfen sich freuen. Marlon Mönig, der seinen BSV Schüren „im Guten“ verlässt, will Bonnie öfter mit zum Platz bringen. Wickede hat ja eine Tribüne. Da findet sie bestimmt ein bequemes Plätzchen.

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Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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