Die neue Coronaschutzverordnung wirkt sich positiv für die Vereine aus. © Stephan Schuetze
Fußball

Der Hecker-Cup steht kurz bevor: Das Macher-Duo des ASC feilscht um 25 Euro

Der Hecker-Cup startet am Dienstag. Dortmunds Fußball-Turnier Nummer eins. Die ASC 09-Familie stemmt das Turnier seit Jahren mit Bravour. Auch das Macher-Duo.

Samir Habibovic ist seit zehn Jahren beim ASC 09 Dortmund. Michael Linke seit neun Jahren. Zusammen haben der Sportliche Leiter und der Vorsitzende den Klub zur Nummer eins unter den Amateurklubs der Stadt geführt. Mit Respekt schauen die meisten Fußball-Vereine der Stadt zum ASC 09 hoch.

Der TuS Bövinghausen versucht aktuell den ASC 09 sportlich anzugreifen. Als Verein liegt der TuS Bövinghausen Lichtjahre hinter dem ASC. Michael Linke und Samir Habibovic fördern den Gemeinschaftsgedanken, die Infrastruktur und den Sport. Alles muss im Einklang stehen. Der Verein käme nie auf den Gedanken, sein gesamtes Geld in die erste Mannschaft zu stecken. „Wenn ein Sponsor käme und uns 200.000 Euro böte, damit wir die komplett in unsere Oberliga-Mannschaft stecken, damit wir aufsteigen, würden wir verzichten“, sagt Michael Linke.

Geld in das Stadion stecken

Er würde das Geld viel lieber in das Stadion stecken, um es Regionalliga-reif zu bekommen. Die Jugendarbeit würde weiter unterstützt werden und auch die anderen Abteilungen. „Ich bin ja Vorsitzender des Gesamtvereins. Ich darf da ja nicht nur an die Fußballer denken“, sagt Linke. Habibovic hat den gleichen Gedankengang. „Wir werden niemals unsere Gehaltsstruktur für ein paar überteuerte Spieler sprengen. Damit würden wir nur Unfrieden innerhalb des Teams stiften. Wir bleiben auf dem Teppich und handeln nachhaltig“, sagt Habibovic.

Linke und Habibovic sind Freunde. Seit Jahren. Sie haben sich beim Hombrucher SV kennengelernt. Habibovic war damals Sportlicher Leiter und Trainer beim HSV, Linke Sponsor. „Wir haben schon damals gesagt, dass wir irgendwo etwas zusammen aufbauen wollen“, erinnert sich Linke.

Als Habibovic 2011 Sportlicher Leiter beim ASC 09 wurde, folgte ihm Linke 2012. Linke übernahm 2013 die Abteilungsleitung der Fußballer, seit 2016 ist erster Vorsitzender des Gesamtvereins. Zusammen haben Habibovic und Linke beim ASC viel bewegt. Sie haben auch harte Entscheidung getroffen, die anfangs nur wenige verstanden hatten. So hat das Duo in der Spielzeit 2013/14 Trainer Jörg Silberbach nach dem Gewinn der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft entlassen und Daniel Rios verpflichtet. „Da mussten wir uns innerhalb des Klubs einiges anhören“, so Linke.

Am Ende der Spielzeit stieg der ASC 09 mit Rios in die Oberliga auf und ist seitdem Stammgast in Westfalens höchster Liga. „Und das ist der größte Erfolg, den wir haben können. Unser Etat gehört seit Jahren zur unteren Hälfte der Liga. Trotzdem sind wir nie abgestiegen“, sagt Habibovic. Zweimal stand der Klub ganz kurz vor dem Regionalliga-Aufstieg. Zweimal reichte es nur zu Platz drei. Die beiden Erstplatzierten Teams steigen jeweils aus der Oberliga auf.

Wenn Linke über Erfolge referiert, spricht er auch über den Bau der beiden Kunstrasenplätze, den Bau der beiden Tribünen, über den wachsenden Erfolg im Jugendbereich. Er weiß, dass das Oberliga-Team das Flaggschiff des Klubs ist, das für die nötige Strahlkraft nach außen sorgt.

Ebenso wie das Oberliga-Team sorgt der Hecker-Cup dafür, dass der Klub über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden ist. Die Veranstaltung ist nicht nur die sportlich Wertvollste der Region. Es ist auch die Interessanteste für alle, die sich gar nicht für den Fußball interessieren. Viele Besucher kommen, um das kulinarische Angebot zu genießen. In diesem Jahr fährt der Klub ein kleineres Buffet auf, weil weniger Zuschauer zugelassen werden. „Wir werden pro Spiel so 500 bis 600 Zuschauer zulassen“, erklärt Linke.

In den Zuschauer-starken Jahren vor der Corona-Pandemie machte der Klub mit dem Hecker-Cup einen mittleren fünfstelligen Umsatz. „Man darf aber nicht vergessen, dass wir schon vor dem ersten Spiel 10.000 Euro investiert haben, allein die Schiedsrichter kosten uns während des Turniers knapp 4000 Euro“, erklärt Linke.

Geld ist neben dem familiären Flair ein wichtiges Thema für Linke und Habibovic. „Wir denken beide wie Unternehmer. Wir feilschen mit Spielern auch um 25 Euro“, sagt Linke. „Und deshalb sind wir auch so erfolgreich, weil wir beide gleich denken. Nur so können wir beim ASC 09 Dortmund erfolgreich sein“, ergänzt Habibovic.

Beide bleiben sportlich geerdet. Erstes Ziel ist immer der vorzeitige Klassenerhalt. Wer den beiden aber genau zuhört, hört schon heraus, dass sie gerne mal den ASC 09 in der Regionalliga sehen würden. Nur, um einmal zu beweisen, dass nicht das große Geld rausgehauen werden muss, um erfolgreich zu sein.

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Sportredaktion Dortmund
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