Miriam Austrup ist als Dortmunds Assistentin für Vereinsentwicklung unterwegs. © Austrup
Amateurfußball

Diese Frau aus dem Kreis Gütersloh hilft den Dortmunder Amateurklubs dabei, sich zu entwickeln

Seit August vergangenen Jahres ist sie im Amt und kümmert sich um die Belange der Dortmunder Amateurfußballklubs: Miriam Austrup. In einem großen Interview stellen wir die Kreis-Mitarbeiterin vor.

Miriam Austrup (26) heißt die neue starke Frau im Dortmunder Amateurfußball. Sie kümmert sich seit dem 1. August als Dortmunds Assistentin für Vereinsentwicklung um die Dortmunder Klubs. Wir stellen Austrup, die aus Herzebrock (Kreis Gütersloh) stammt, in einem schriftlichen Interview vor und haben mit ihr über ihr Aufgabengebiet und die Schwierigkeiten in der Corona-Pandemie gesprochen.

Frau Austrup, Sie sind seit dem 1. August 2020 als Dortmunds Assistentin für Vereinsentwicklung unterwegs – wie genau sieht Ihr Aufgabengebiet aus?

Mit meiner halben Stelle darf ich allen Dortmunder Amateurvereinen bei ihrer täglichen Vereinsarbeit unterstützend und helfend zur Seite stehen und die Vereinsentwicklung voranbringen. Dabei ist es mir wichtig zu vermitteln, dass ich die Vereinsarbeit nicht neu erfinden, geschweige denn die Verantwortlichen belehren möchte, sondern gemeinsam mit ihnen ihren Verein punktuell verbessern und zukunftssicher machen möchte.

Erklären Sie mal?

Ich gehe auf die Vereine zu, aber selbstverständlich darf sich auch jeder Verein bei Interesse bei mir melden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es nur eine kleine Frage ist oder ob größere Projekte gemeinsam angegangen werden sollen. Ich freue mich über jede Kontaktaufnahme und die Möglichkeit die Vereine zu unterstützen.

Als Assistentin für Vereinsentwicklung besuche ich den Verein gerne vor Ort, um über die zahlreichen zentralen und dezentralen Verbands- und Kreisangebote sowie die Angebote des Stadt Sport Bundes und des LSB NRW außerhalb des direkten Spielbetriebes zu informieren.

Was vermitteln Sie dann?

Ich möchte aufzeigen, wie die Vereine diese Angebote zum Vorteil ihres Vereins nutzen können. Beispielsweise fallen darunter die Themen Vereinsentwicklung, Ehrenamtsgewinnung, -qualifizierung und -bindung, Qualifizierung von Trainern und Mitarbeitern im ehrenamtlichen Management, Kooperationen mit Schulen oder Kitas sowie der Bereich „gesellschaftliche Verantwortung“. Neben diesen Schwerpunkten habe ich jedoch auch für alle weiteren Themen stets ein offenes Ohr. Gemeinsam möchte ich mit den Vereinsverantwortlichen an den Herausforderungen ihres Vereins arbeiten und entsprechende Lösungswege aufzeigen sowie ihnen den richtigen Ansprechpartner vermitteln. Diese Zusammenarbeit ist für mich als langfristige Zusammenarbeit geplant und ist nicht mit einem einmaligen Vereinsbesuch vor Ort abgearbeitet. Im Fokus steht die nachhaltige Vereinsentwicklung.

Das heißt?

Ich möchte in Zukunft als direkte Ansprechpartnerin für die Dortmunder Vereine da sein und als Schnittstelle zwischen Verband, Kreis und dem StadtSportBund auf der einen Seite und den Vereinen auf der anderen Seite dienen.

Meine Motivation ist es, die Kommunikation zwischen allen Beteiligten auszubauen, da ich das Gefühl habe, dass mich dort die größten Herausforderungen erwarten. Ich hoffe, dass über mich kurze Wege entstehen und die Kommunikation so einfacher wird. Die Vereine sollten bei Herausforderungen wissen, dass sie direkt zum Telefon greifen können und nicht lange überlegen müssen, wer im Bedarfsmoment helfen könnte. Der direkte Weg führt zu mir und ich kümmere mich um die weitere Vermittlung. Dadurch möchte ich den Ehrenamtlichen ihre anspruchsvolle Arbeit etwas erleichtern.

Welche Erfahrungen haben Sie bislang mit dem Fußballkreis Dortmund gemacht? Haben Sie trotz Corona schon Vereine kennenlernen können?

Da ich selbst aus dem Kreis Gütersloh komme und auch dort Fußball spiele, bzw. zeitweise auch im Kreis Warendorf, hatte ich vor dem Beginn meiner Tätigkeit noch keinerlei Kontakt mit dem Kreis Dortmund. Ich kannte weder erste Vereinsvertreter noch den Kreisvorstand und die dahintersteckenden Strukturen. In der ersten Zeit habe ich daher an sämtlichen Ausschusssitzungen und Veranstaltungen teilgenommen und konnte so hinter die Kulissen schauen und musste mich erst einmal richtig einarbeiten.

Wie war Ihr Eindruck?

Aufgrund der Tatsache, dass ich selbst mit noch keinem Verein in Dortmund vorher Kontakt hatte, kann ich so auch alle Vereine komplett neutral und neu kennenlernen. Das sehe ich für mich als klaren Vorteil, da ich keinerlei Vorurteile habe oder „alte Geschichten“ kenne und mich daher von jedem Verein neu überraschen lasse. Ich kann die Vereine also völlig unvoreingenommen unterstützen und kennenlernen. Ebenfalls bin ich in keinem Verein im Kreis Dortmund selbst verankert oder integriert. Die Vereine können mir also ihre kleineren und auch größeren Probleme jederzeit anvertrauen. Nach der Einarbeitungsphase habe ich Ende September und im Oktober erste Vereinsbesuche durchgeführt und Vereine kennengelernt. Die ersten Begegnungen waren durchweg positiv und spannend. Sie haben mich darin bestätigt, dass es genau der richtige Job für mich ist. Leider hat der erneute Lockdown im November, gerade als die Vereinsbesuche an Fahrt aufgenommen haben, wieder alles auf Eis gelegt.

Wegen der Corona-Pandemie werden Sie Ihr Aufgabenfeld natürlich angepasst haben: Inwieweit ist Ihre Arbeit durch die Pandemie erschwert?

Aktuell habe ich den direkten Kontakt zu den Vereinen, bedingt durch den erneuten Lockdown, leider etwas verloren. Nach meinen ersten Vereinsbesuchen habe ich während des Lockdowns eine Online-„Sprechstunde“ als Ersatz angeboten. Diese wurde aber leider kaum bis gar nicht wahrgenommen. Daher hat sich mein Aufgabenbereich in der Lockdown-Phase in Richtung Kreisarbeit etwas gewendet.

Was machen Sie da nun?

Ich unterstütze derzeit hauptsächlich die verschiedenen Ausschüsse im Kreis. Beispielsweise sind wir mit der Schulung der Kreismitarbeiter zum Thema Prävention sexualisierter Gewalt gestartet, über die in den Ruhr Nachrichten auch berichtet wurde. Hierbei habe ich im engen Kontakt mit Andrea Bokelmann als Kreisgeschäftsführerin und mit der zuständigen Mitarbeiterin Ursula Weyandt vom StadtSportBund zusammengearbeitet. Im Dezember bzw. Januar haben wir den K11 Charity Lauf ins Leben gerufen, bei dem alle Vereinsmitglieder, Fans, Eltern etc. joggen gehen können und gleichzeitig eine von vier gemeinnützigen Organisationen aus Dortmund unterstützen können. Daneben habe ich gemeinsam mit dem Kreis-Jugendausschuss eine Online-Fortbildungsoffensive im Januar gestartet, bei der verschiedene Themen wie z.B. „Rechtsfragen und Ordnungen“, „Gewinnung von Mädchen für meinen Verein“ oder auch „Bildung und Teilhabe“ sowie „Kooperationen Verein/Kita/Schule“ behandelt wurden und für alle Vereinsangehörigen nach einer kurzen Anmeldung über unsere Homepage besucht werden konnten.

Gibt es weitere Planungen?

Aktuell sind wir mit unserer Spielführerschulung gestartet. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Kreis-Schiedsrichterausschusses, Markus Schanz, sowie dem des Kreis-Jugendausschussvorsitzenden Andreas Edelstein, habe ich eine Eineinhalb-Jährige Spielführerschulung für alle Spielführer der A- und B-Junioren sowie B-Juniorinnen aus dem Kreis Dortmund geplant. Hierbei werden wir jedes Quartal gemeinsame Projekte angehen, wie beispielsweise ein Einblick in die Schiedsrichterarbeit, ein gemeinsames Boxtraining mit dem Boxsport Verein Dortmund, einem gemeinsamen Tag zum Thema „Grenzüberschreitungen“ in Kooperation mit dem StadtSportBund oder einem Lebensplanungsseminar bei der Creditreform. Ebenfalls werden wir das Thema politische Bildung behandeln und Workshops mit dem BVB Lernzentrum durchführen. Wir möchten den Spielführern einen Perspektivwechsel bieten und sie auf wichtige Aufgaben und Situationen nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz vorbereiten.

Ich hoffe aber sehr darauf, dass der Lockdown bald ein Ende findet und ich endlich wieder den Kontakt zu den Vereinen intensivieren kann. Schließlich ist das meine wichtigste Aufgabe: die Unterstützung bei der Vereinsentwicklung in den Dortmunder Amateurvereinen.

Bei welchen Fragen können die Vereine sich an Sie wenden und wie sind Sie am besten erreichbar?

Grundsätzlich können sich die Vereine mit allen Fragen außerhalb des Spielbetriebes bei mir melden. Darunter fallen Themen, wie beispielswiese Vereinsentwicklung, Ehrenamtsgewinnung, -qualifizierung und -bindung, Qualifizierung von Trainern und Mitarbeitern im ehrenamtlichen Management, Kooperationen mit Schulen oder Kitas sowie der Bereich „gesellschaftliche Verantwortung“ und Förderungsmöglichkeiten. Daneben bin ich aber auch jederzeit für alle weiteren Fragen für die Vereine erreichbar. Mir ist wichtig, dass die Vereine wissen, dass es jemanden gibt, den sie ab jetzt auf kurzem Weg erreichen können und der sie bei sämtlichen Herausforderungen unterstützt. Am besten erreichbar bin ich über mein Handy unter der Nummer 0170/7 04 57 59. Hier können die Vereine mich gerne jederzeit telefonisch erreichen oder auch eine schnelle WhatsApp oder Nachricht schreiben. Ansonsten können die Vereine sich aber auch per Mail unter miriam.austrup@flvw.de bei mir melden.

Sie sind fußballerisch auch selbst aktiv. Was machen Sie?

Die Verbindung zum Amateurfußball besteht bei mir schon fast mein ganzes Leben. Seit ich acht Jahre alt bin, stehe ich als Stürmerin selbst auf dem Feld. Mein Heimatverein ist der SuS Blau Weiß Sünninghausen und aktuell spielen wir in der Bezirksliga. Für den BWS bin ich aber mittlerweile auch viel neben dem Platz aktiv. Ich kümmere mich auch um den Social-Media-Bereich meines Teams, leite Trainingseinheiten und organisiere alles rund um mein Team, wie beispielsweise Testspiele. Die Arbeit im Verein macht mir viel Spaß, daher bin ich sehr glücklich, dass sie jetzt nicht mehr nur mein Hobby in meinem Verein ist, sondern mein Beruf in allen Dortmunder Amateurvereinen.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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