Dortmunder Sportlerwahl

Dortmunder Sportlerwahl: BVB weiß sofort, was er mit seinem Preisgeld macht

Für markige Sprüche sorgten die Nominierten und Preisträger bei der Wahl zu Dortmunds Sportlern des Jahres. Sie gaben zudem Einblicke in die Gefühlswelten zwischen Enttäuschung und Triumph.
Die Dortmunder Sportler des Jahres hatten am Montagabend beste Laune. © Stephan Schuetze

Den wohl charismatischsten Auftritt legte in der Mercedes-Benz-Niederlassung an der Wittekindstraße Christopher Weber hin. Der Bob-Anschieber ging nach seinem Silbermedaillen-Gewinn bei den Olympischen Winterspielen 2022 als Sportler des Jahres aus dem Abend hervor.

Der zweite Platz im Viererbob mit Pilot Johannes Lochner war ein ganz persönlicher Triumph. Vier Jahre zuvor war Weber in Pyeongchang als Fünfter und Achter noch unter seinen eigenen Erwartungen geblieben.

Christopher Weber mit ehrlichen Worten

„Is‘ scheiße gelaufen“, sagte Weber rückblickend über sein damaliges Olympia-Debüt. Seine ehrliche Art brachte dem Dortmunder viele Sympathien ein. Ganz knapp mit nur zwei Prozent Vorsprung setzte er sich vor dem nicht minder sympathischen Langstreckenläufer Mohamed Mohumed durch.

Doch nicht nur Mohamed Mohumed stand am Montagabend im Scheinwerferlicht. Sein jüngerer Bruder Yassin Mohumed stand ebenfalls zur Wahl. Er belegte in der Nachwuchs-Kategorie den zweiten Rang.

Christopher Weber ist Dortmunds Sportler des Jahres 2021. © Stephan Schuetze

Die beiden Läufer wohnen in einer Wohngemeinschaft. Den Haushalt teilen sich die Brüder dabei nicht gerade gleichmäßig auf, wie Yassin Mohumed durchblicken lässt.

„Ich gebe zu: Er macht schon ein bisschen mehr“, sagte der jüngere Bruder auf der Bühne. Schließlich sei er noch Schüler, so Yassin Mohumed augenzwinkernd. „Da ist es schon gut, wenn zuhause das Essen auf dem Tisch steht.“

Lilly Kaden aus den USA zugeschaltet

Das virtuelle Konfetti auf den Videowänden rieselte allerdings nicht auf Yassin Mohumed, sondern auf Gewinnerin Lilly Kaden nieder. Die erschien hinter den Moderatoren Sascha Klaverkamp (Ruhr Nachrichten) und Mathias Scherff (Radio 91.2). Per Video war sie aus dem Trainingslager aus den USA zugeschaltet.

Entsprechend gesittet verliefen bei der U23-Europameisterin über die 100 Meter und mit der Staffel die Feierlichkeiten. Kaden kündigte an, in Florida mit „den Mädels“ zusammen zu kochen. Ihre kommenden Ziele: die Titel verteidigen und die Teilnahme an Olympischen Spielen.

Grundsätzlich waren es eher die Sportlerinnen, die im Mittelpunkt standen und den Applaus der Gäste ernteten. Mit satten 24,1 Prozent Vorsprung vor Alina Grijseels setzte sich Laura Nolte in der Kategorie „Sportlerin des Jahres“ durch.

Die Pilotin gewann in Peking die Goldmedaille im Zweierbob. Die Laudatio hielt passenderweise ihr einstiger Leichtathletik-Trainer Marcus Hoselmann. Er brachte die 23-Jährige einst zum Bobsport – und musste damals durchaus Überredungskünste zeigen.

Laura Nolte sorgt für Lacher

Nun möchte Nolte ihre Bachelor-Arbeit schreiben und vermehrt Anwesenheit in der Uni zeigen. Im Publikum kommentierte ihre beste Freundin Noltes dortige Präsenz zwar mit einem Kopfschütteln. Doch Nolte verwies darauf, dass sich die beiden im Studium kennengelernt hätten. „Ich muss also schon mal da gewesen sein“, so die Preisträgerin.

Wie Nolte deutete auch die drittplatzierte Kim Kristin Krüger an, dass Sport und Bildung stets unter einen Hut zu bekommen sind. Am Dienstag stand die abschließende schriftliche Abiturprüfung in Biologie an.

Marcus Hoselmann brachte Laura Nolte einst zum Bobsport. © Stephan Schuetze

Das Raunen im Saal offenbarte die eine oder andere schlechte Erinnerung der Gäste an ebenjene Abiturphase. Der 19-Jährigen bleibt dort ebenso viel Erfolg zu wünschen wie in ihren Schwimmwettbewerben.

Auch in der „Königskategorie“, wie Scherff und Klaverkamp sie nannten, setzten sich Sportlerinnen durch. Die Handballerinnen von Borussia Dortmund gewannen die Auszeichnung als „Mannschaft des Jahres“ für ihre verlustpunktfreie Deutsche Meisterschaft und die erstmalige Teilnahme an den Playoffs der Champions League.

So richtig wussten die Borussinnen allerdings nicht, wie ihnen geschah. Erst nach Aufforderung enterten sie gemeinsam mit Trainer André Fuhr die Bühne. Der wurde kurz zuvor noch auf seinen härtesten Gegner angesprochen: den Hausmeister der Sporthalle Wellinghofen.

BVB: Trainer André Fuhr hat nun einen Schlüssel für die Halle Wellinghofen

Doch wie der Meistertrainer verkündete, gehören solche Vorfälle wie im Oktober 2021 wohl der Vergangenheit an. Damals ließ der Hausmeister den BVB nicht trainieren, weil dieser nicht ordnungsgemäß angemeldet hatte. Auch dank des anwesenden Oberbürgermeisters Thomas Westphal habe er inzwischen aber einen Schlüssel, versicherte Fuhr.

Auf der Bühne angekommen, brandete auch bei seiner Mannschaft Jubel auf. Spielführerin Alina Grijseels streckte ihren Teamkolleginnen die Trophäe für die Mannschaft des Jahres entgegen. 8000 Stimmen waren zuvor eingegangen.

Alina Grijseels (l.) präsentierte ihren Mitspielerinnen die Trophäe für die Mannschaft des Jahres. © Stephan Schuetze

Was die Schwarzgelben mit ihrem Preisgeld von 2000 Euro machen, erklärte Grijseels in nur einem Wort: „Malle!“. Ihr Unterton klang dabei so selbstverständlich, das so manchem Amateurhandballer das Herz aufgegangen sein dürfte.

Als mit den als letztes prämierten Handballerinnen nochmal alle Gewinner und Nominierten die Bühne betraten, rieselte zu der Melodie von „Simply the Best“ schließlich auch echtes Konfetti auf die Sportlerinnen und Sportler herab.

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