Ein Dortmunder Fußballer hat eine Schwäche für Schokolade, wie er selbst sagt. Das brachte ihm einen Positionswechsel - und Erfolg - ein. © dpa (Symbolbild)
Fußball-Bezirksliga

Fast 40-Jähriger Spieler blüht als Stürmer auf – weil er „Finger nicht von Schoko lassen kann“

Ein Dortmunder Amateurfußballer kam mit ein paar Kilogramm mehr aus seiner Verletzungspause. Deswegen setzte ihn sein Trainer auf einer anderen Position ein - und auf dieser blüht er auf.

In einem Fußball-Lexikon müsste bei dem Begriff „vielseitig“ ein Bild von diesem Dortmunder Amateurfußballer sein. Er hat schon alle Positionen, inklusive Torwart, besetzt, „sogar die Bank“, wie er selbst sagt und lacht. Mit fast 40 Jahren blüht er als Stürmer auf – weil er eine Schwäche für Süßes hat.

Hamdaoui „hatte nicht mehr die Fitness für die Sechs“

„Ich kann die Finger nicht von der Schokolade lassen“, sagt Mustapha Hamdaoui vom Bezirksligisten TuS Hannibal. Wegen eines Meniskusrisses fiel der 37-Jährige anderthalb Jahre aus. „In der Zeit sind ein paar Kilos dazugekommen“, gibt Hamdaoui zu. „Es gibt aber noch Spieler, die mehr auf den Rippen haben.“

Mustapha Hamdaoui von TuS Hannibal hat schon fast jede Position gespielt.
Mustapha Hamdaoui von TuS Hannibal hat schon fast jede Position gespielt. © Dan Laryea © Dan Laryea

Nach seiner Rückkehr setzte Hannibals Trainer Hamza Berro seinen Spieler auf einer anderen Position ein. „Da er ein paar Kilos mehr dazubekommen hat, hatte er nicht mehr die Fitness für die Sechs (lacht). Da durch Urlaub und Verletzungen mehrere Spieler fehlten, ist er dann notgedrungen im Sturm eingesprungen. Dass er da knipst, ist überragend.“

Hamdaoui stand bei den Hallenstadtmeisterschaften schon im Tor

Vier Tore in fünf Spielen hat Hamdaoui in dieser Saison schon auf dem Konto. Beim 4:0-Erfolg gegen TuS Körne am sechsten Spieltag traf der Allrounder zum 2:0. „Ich habe einen Höhenflug, auch wenn ich ein, zwei Chancen vergeben habe.“

Warum läuft es für das Hannibal-Urgestein (seit 2011 im Verein) als Angreifer aktuell so gut? „Ich hatte schon immer einen Torinstinkt, auch als ich noch als Sechser gespielt habe. In dieser Saison habe ich aber schon wirklich jede Position gespielt. Bei den Hallenstadtmeisterschaften war ich sogar mehrere Jahre nacheinander im Tor, weil wir einen spielstarken Torwart brauchten.“

Hamdaoui ist „immer gut drauf“

Trainer Berro, den Hamdaoui mehr als nur einen Freund und wie seinen „kleinen Bruder“ sieht, schätzt die Vielseitigkeit seines Spielers. „Er verkörpert den alten Fußballer. Er ist noch einer, der überall spielen kann und ist nicht der klassische Rechts- oder Linksverteidiger.“

Und Berro schätzt noch etwas anderes an seinem ehemaligen Mitspieler: „Für die Kabine ist er ein super Typ. Er ist immer gut drauf.“ Hamdaoui erklärt: „Ich versuche, meine gute Laune weiterzugeben. Es gibt so viel Leid auf dieser Welt, da braucht es etwas gute Stimmung.“

Hamdaoui träumt vom Aufstieg

Auch sportlich läuft es gut beim TuS Hannibal. Mit 4 Siegen aus sechs Spielen und 13 Punkten steht die Mannschaft auf dem dritten Platz. Zu einem möglichen Aufstieg sagt Hamdaoui: „Wir wollen das Maximum herausholen. Der Aufstieg wäre ein krönender Abschuss. Ich weiß nicht, ob ich nächstes Jahr noch spielen werde.“ Mit einem Lachen ergänzt er: „Aber wie schon ein bekannter Fußballer sagte: Ich bin wie ein guter Wein, der mit dem Alter besser wird.“

Neben dem Platz hat Hamdaoui noch ein anderes Ziel: „Ich will weiter abnehmen. Vor der Saison waren noch zehn Kilo zu viel, jetzt sind es nur noch vier, fünf.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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