Einen generellen Saisonabbruch wird es im Amateurfußball in Westfalen nicht geben. Das teilte FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders mit. © Jens Lukas
Amateurfußball

FLVW teilt mit: Es wird keinen generellen Saisonabbruch in Westfalen geben

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen hat am Montagmittag in einer Pressekonferenz über die nächsten Schritte des Verbandes informiert. Einen generellen Saisonabbruch werde es nicht geben.

Gute 50 Minuten dauerte am Montag die Pressekonferenz des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW). Dann beendete Wilfried Busch, Geschäftsführer des FLVW, die virtuelle Zusammenkunft von FLVW-Funktionären und Pressevertretern. Die Funktionäre des Verbandes hatten in den Minuten zuvor einige Neuigkeiten zum Fortgang der derzeit unterbrochenen Amateurfußball-Saison verkündet.

Das Wichtigste vorab: Es wird in Westfalen keinen generellen Saisonabbruch geben, der für alle Ligen gleichzeitig gilt. Dies sieht die aktuelle Spielordnung des Verbandes nämlich nicht vor.

Schnieders: „Wir müssen jede Staffel einzeln sehen“

Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball beim FLVW, erklärte, warum ein kompletter Abbruch nicht möglich ist: „Wir müssen jede Staffel einzeln sehen, jeder einzelne Staffelleiter muss den Zeitpunkt des Abbruchs festlegen, wenn es rein rechnerisch nicht mehr möglich ist, die 50 Prozent der Spiele zu erreichen“, sagt Schnieders.

Erschwerend hinzu kommt, dass der Verband es nicht plant, mehrere Englische Wochen durchzuführen, um Spieltage nachzuholen. „Wir wollen nur an den Wochenenden spielen lassen, in der Woche nur im absoluten Ausnahmefall, um die Fahrzeiten kurz zu halten. Wir wollen nicht kontinuierlich ständige Englische Wochen“, sagt Schnieders.

Am frühesten vom Abbruch betroffen sein wird die Oberliga Westfalen. Schnieders machte in der Konferenz kein Geheimnis daraus, dass ein Abbruch in dieser Liga am wahrscheinlichsten ist. Von daher ist die Wahrscheinlichkeit auch hoch, dass es nach dieser Saison keine Regionalliga-Aufsteiger aus Westfalen gibt. „Ich wüsste keine Grundlage, nach der wir Regionalliga-Aufsteiger benennen können“, sagt der FLVW-Vizepräsident.

Da es aber in jedem Fall Absteiger aus der Regionalliga-West geben wird, drohen in der kommenden Saison volle Oberligen. Schnieders äußerte sich in der Pressekonferenz auf die Frage, ob es formaljuristisch erlaubt sei, im Falle einer Annullierung der Oberliga, in der nächsten Saison mit zwei Staffeln spielen zu lassen. „Grundsätzlich ist sowas denkbar, wir machen die Staffeleinteilung direkt vor der Saison. Das werden wir mit den Vereinen besprechen.“, so die Antwort des Vizepräsidenten.

Auch zum Thema Saisonverlängerung nahmen die FLVW-Funktionäre Stellung. Die stehe für den Verband nicht zur Debatte, teilt Schnieders mit. „Wir wollen die neue Saison vernünftig starten und haben uns dagegen entschieden“, sagt der Vizepräsident Amateurfußball.

Für die neue Spielzeit hat der FLVW bereits ein Datum im Visier. „Geplant ist der Saisonstart für die Senioren für den 15. August, für die Junioren/Juniorinnen im überkreislichen Bereich für den 28./29. August“, sagt Schnieders. Das Transferfenster laufe ganz normal – wie in den Vorjahren – bis zum 31. August.

Walaschewski platzt langsam der Kragen

Zu Beginn der Konferenz meldete sich auch Gundolf Walaschewski, Präsident des FLVW, zu Wort. Er hadert aktuell mit den Beschlüssen der Politik, hat zum Thema Saisonabbruch einen klaren, persönlichen Standpunkt: „Die Verzweiflung wächst langsam. Ich persönlich halte die Beendigung und Annullierung der Saison für am fairsten. Eine sportliche Beendigung scheint nicht mehr möglich. Wir werden intern eine finale Entscheidung vorbereiten. Mir platzt aber langsam der Kragen.“

Entscheidend für die nächsten FLVW-Schritte wird der 18. April sein. Bis dahin gilt die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes.

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Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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