Fußball

Fußballverbände brechen die Saison ab – Aufsteiger nach nur wenigen Spielen sorgen für Ärger

Der Nordostdeutsche Fußballverband und der Sächsische Fußballverband haben die Saison 2020/21 abgebrochen. In einem Fall mit Aufsteigern, das sorgt besonders in einer Liga für großen Ärger.
Der nächste Fußballverband hat die Saison abgebrochen - eine Regelung sorgt für Ärger. © dpa

Der Sächsische Fußballverband (SFV) und dessen übergeordneter Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) haben die Saison 2020/21 für alle Spielklassen, die die Verbände betreffen, abgebrochen. Die Präsidien der Verbände haben das nun bestätigt. Beide Verbände gingen aber unterschiedlich mit der Wertung der Ligen um. Während der SFV die Ligen ohne Auf- und Absteiger annulliert, gibt es beim NOFV Aufsteiger – und auch einige wenige Absteiger. Das sorgt für Ärger.

Nutznießer der Entscheidung des NOFV ist vor allem Viktoria 1889 Berlin. Nach nur elf absolvierten Spielen steigt der Regionalligist in die 3. Liga auf. In ihren elf Spielen holte Viktoria 1889 33 Punkte, gewann damit jede Partie. Den zweiten Platz belegte die VSG Altglienicke mit 25 Punkten.

Die Berliner waren dementsprechend euphorisiert, nachdem sie von der Nachricht erfahren hatten. „Das ist super. Wir freuen uns sehr“, sagte Sportdirektor Rocco Teichmann der Deutschen Presse-Agentur. Eine Hürde bleibt für den Berliner Verein aber noch: Die Viktoria muss noch ein Stadion finden, das den Ansprüchen für die 3. Liga genügt.

Ebenfalls abgebrochen sind die Oberligen Nord und Süd des NOFV. Auch aus den Ligen steigen die zwei Erstplatzierten auf. In die Regionalliga geht es demnach für den FC Eilenburg (NOFV-Oberliga Süd) und den Traditionsverein Tasmania Berlin (NOFV-Oberliga Nord). Gewertet wurde demnach nach der Quotientenregel. Besonders glücklich kann sich der FC Eilenburg schätzen – ärgern dürfte sich der Tabellenzweite der Liga, der VfL Halle 96, umso mehr.

Viel Kritik an der Entscheidung

Beide Vereine erreichten nach je neun absolvierten Partien einen Quotienten von 2,22 Punkten. Beide Vereine gewannen sechs ihrer neun Partien, spielten zwei Remis und verloren je eins. Lediglich das um zwei Treffer bessere Torverhältnis des FC Eilenburg machte letztendlich den Unterschied.

Bereits vor einer Woche kritisierten Vertreter des VfL den Verband. Da sickerte bereits durch, dass der NOFV mit Aufsteigern abbrechen wolle. „Der NOFV hat keinen Plan B. Er hat nur gesagt, wir brechen ab“, ärgerte sich Gregor Schoenecker, Geschäftsführer der 96er im Gespräch mit „Sport im Osten“.

Hermann Winkler, Präsident des NOFV, äußerte sich in einer Mitteilung des Verbandes wie folgt: „Wir mussten, gerade in Bezug auf unsere Herren-Spielklassen und deren Auf- und Abstiegsregelungen, schwere Entscheidungen treffen, bei denen es leider nicht nur Gewinner gibt. Auch für unsere Ehrenamtlichen waren dies keine leichten Entscheidungen und Wochen, ich möchte mich für das Engagement bei allen bedanken.“

Deutlicher dagegen steigt Tasmania Berlin auf. Nach neun Spielen hat der Verein einen Punktequotienten von 2,33 Punkten gegenüber 2,00 Punkte des Tabellenzweiten SC Staaken.

Aufsteiger soll es auch aus den anderen Ligen geben, die dem NOFV untergeordnet sind, auch dort wird nach der Quotientenregel gewertet. Absteiger dagegen soll es keine geben, mit einer Ausnahme: Festgelegt wurde, dass es einen Absteiger aus der Regionalliga sowie zwei Absteiger aus jeder Oberligen geben soll.

Landespokal soll in Sachsen ausgetragen werden

Während die Ligen des Sächsischen Fußballverbandes ohne Auf- und Absteiger annulliert werden, soll dort immerhin der Landespokal sportlich ausgetragen werden, um einen Teilnehmer für die 1. Runde des DFB-Pokals zu bestimmen. Von den verbliebenen 17 Teams im Pokal kicken zehn Teams unterhalb der Regionalliga. Diese Teams haben ihren Verzicht für ihre weitere Teilnahme erklärt, werden dafür aber finanziell entschädigt. Sie erhalten acht Prozent t des Betrages, der für die Ausschüttung an die unterlegenen Mannschaften vom Achtel-, Viertel- und Halbfinale vorgesehen ist.

Lesen Sie jetzt