Immer mehr mobile Teststationen tauchen an Dortmunder Plätzen auf. © Verein
Sport in Dortmund

Immer mehr Dortmunder Klubs haben eigene Corona-Teststellen – sind die bald überflüssig?

Die Vereine werden immer kreativer während der Corona-Pandemie. Immer mehr Klubs haben einige Corona-Teststellen und folgen dem Vorreiter SV Körne 83. Sind die bald überhaupt noch nötig?

Der SV Körne 83 hat es vorgemacht. Schon in der vergangenen Woche hatten die Kinder, Jugendlichen und Trainer die Chance, sich vor jedem Training auf der eigenen Anlage testen zu lassen.

Aber auch Privatleute dürfen täglich ab 16 Uhr kommen. Das sei extra so, erzählt Massimo Pellecchia, Geschäftsführer der Firma „Phoenix technischer Handel“. „Wir wollen, dass sich die Menschen auch spontan testen können, falls sie mal einkaufen müssen oder ähnliches anfällt“, sagt er.

Die Gefahr, dass sich lange Schlangen bilden können, hätten Verein und Firma im Auge, erzählt er. Man könne das Personal aufstocken, wenn man sehe, dass das Testzentrum gut angenommen wird, sagt Pellecchia. Auf den Verein kommen im Übrigen keine Kosten zu. Abgerechnet werden die Tests von der Firma mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Darüber finanziert sich das Schnelltestzentrum.

„Für das Equipment, Personal und die Materialien gehen wir in Vorkasse“, sagt Pellecchia. Der Satz pro Schnelltest liegt zusammengerechnet bei 18 Euro.

Die nächsten Vereine ziehen nach

Und jetzt ziehen die nächsten Vereine nach. Der ASC 09 Dortmund zum Beispiel hat mit derselben Firma zwei Teststellen installiert.

„Somit sind wir in der Lage den aktuellen Coronabestimmungen des Bundes, des Landes und der Stadt zu entsprechen und unseren Kindern und Jugendlichen eine sportliche Betätigung an frischer Luft zu ermöglichen. Selbstverständlich ist dieses Testangebot nicht nur für ASC-Mitglieder aller Abteilungen und jeden Alters zugänglich, sondern darüber hinaus auch für alle Bürger und Bürgerinnen“, ist bei Facebook zu lesen.

Die Teststationen beim ASC 09 Dortmund sind montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr besetzt und werden im Eingangsbereich des Wald- und Emscherstadions (Zugang Schweizer Allee) eingerichtet. Eine vorherige Terminreservierung ist nicht notwendig.

Auch der FC Brünninghausen bietet seit Montag auf der Anlage am Hombruchsfeld eine mobile und vom Gesundheitsamt zertifizierte Corona-Teststationen für kostenlose Corona-Schnelltests (Bürgertests) an.

Und ein dritter Klub aus dem Dortmunder Süden hat ebenfalls eine eigenen mobile Teststation. Der Kirchhörder SC.

Somit gewährleisten die Vereine, dass ihre Kinder bis 14 Jahren trainieren dürfen. Denn in Dortmund dürfen nur schulpflichtige Kinder bis 14 Jahren mit einem negativen Schnelltest am Training teilnehmen. „Wir sind es doch unseren Kindern schuldig, dass wir alles dafür tun, dass sie wenigstens mit ihren Freunden Fußball spielen dürfen. Wenn ich sehe, dass die Schulen weiter geschlossen sind, macht mich das nur traurig“, sagt Kirchhördes Sportlicher Leiter Jörg Mielers.

Es haben zwar nicht alle Klubs die mobilen Teststationen, trotzdem wird wieder vermehrt trainiert. Der SV Brackel lässt unter strengen Hygiene-Vorschriften und mit einem negativen Schnelltest die Kinder auf dem Platz. Der TSC Eintracht sorgt für ein vorgegebenes Individualtraining. „Wir prüfen auch gerade, ob wir bald mit eigenen Schnelltests agieren“, sagt Eintrachts Fußball-Chef Stefan Goms.

„Ich bin ganz ehrlich.Was die Vereine da für ihre Kinder auf die Beine stellen, ist einfach nur geil. Das muss man so sagen“, erklärt Andreas Edelstein, Jugendchef im Fußballkreis Dortmund.

Doch die Teststationen könnten bald nicht mehr benötigt werden, sollte der Bundestag und der Bundesrat der Bundes-Notbremse zustimmen. Die beinhaltet, dass der Sport, sollte der Inzidenzwert an drei Tagen hintereinander bei mehr als 100 liegen, nur in Form von kontaktloser Ausübung von Individualsportarten erlaubt sei – allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands. Dortmund liegt schon seit drei Tagen über dem Wert von 100.

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