Jannik Urban spielt im Sommer für den Oberligisten ASC 09 Dortmund. © Nils Foltynowicz
Fußball-Oberliga

Juwel des ASC 09 im Interview: Wie ist es für Sie als Dortmunder Top-Talent, Jannik Urban?

Jannik Urban (18) gilt als Top-Talent im Dortmunder Amateurfußball. Erst kürzlich ist sein Wechsel vom Hombrucher SV zum ASC 09 Dortmund über die Bühne gegangen. Wir haben mit ihm gesprochen.

Er wird als eines der größten Top-Talente im Dortmunder Amateurfußball angepriesen – im Sommer wechselt er den Verein. Die Rede ist von Jannik Urban, den es nach dieser Saison von der Westfalenliga-A-Jugend des Hombrucher SV zum Oberligisten ASC 09 Dortmund zieht. Wir haben mit dem gerade einmal 18-jährigen Mittelfeldspieler ein Interview geführt. Wie geht Urban mit den Superlativen um seine Person herum um? Wäre er auch in Hombruch geblieben? Und was erwartet er vom ASC? All diese Fragen beantwortet der Neu-Aplerbecker.

Herr Urban, Dortmunder Top-Talent, riesiges Nachwuchstalent, Juwel: So werden Sie im Dortmunder Fußball-Raum von verschiedenen Leuten bezeichnet: Was machen diese Superlative mit Ihnen?

Es ist eine große Ehre mich, so genannt zu werden. Ich würde mich aber nicht selbst so bezeichnen. Wir hatten beim Hombrucher SV in den letzten Jahren eine sehr gute Zeit, in der wir viel erreicht haben und fast in die Jugend-Bundesliga aufgestiegen wären.

Sie können aber schon stolz auf sich sein, oder?

Ja, das definitiv. Ich bin sehr stolz darauf, was wir als Team in den letzten beiden Saisons geleistet haben. Nur dass wir den Aufstieg nicht geschafft haben, war leider sehr unglücklich.

Sie wirken sehr bodenständig und bedacht bei Ihren Aussagen. Wer erdet Sie, damit Sie nicht abheben?

Auf jeden Fall meine Familie. Ich rede viel mit meiner Familie. Alle sind stolz. Ich komme aber nicht auf den Gedanken, abzuheben. Ich bleibe am Boden und bin realistisch. Es gibt noch viel für mich zutun.

Einige Vereine haben schon Anfang 2020 um Sie gebuhlt und wollten Sie holen. Damals als Jungjahrgang haben Sie sich gegen einen Wechsel in die Oberliga entschieden, wollten lieber noch bei den Junioren in Hombruch bleiben. War das im Nachhinein die richtige Entscheidung?

Ja, ich denke schon, dass es die richtige Entscheidung gewesen ist. Über das Interesse vom ASC hatte ich mich damals aber sehr gefreut. Zwischen Aplerbeck und mir ging es vor einem Jahr etwa los. In einem Testspiel bin ich dem Klub aufgefallen und habe dann mit der Sportlichen Leitung telefoniert. Ich war verwundert, dass Aplerbeck Interesse hatte, weil ich da gerade erst 17 Jahre alt geworden bin. Der Wechsel wäre ein sehr großer Schritt. Danach kam Corona dazwischen und ich konnte kein Probetraining machen. In Hombruch konnte ich mich dann sehr gut weiterentwickeln. Um ehrlich zu sein hatte ich aber noch gedacht, Jugend-Bundesliga zu spielen. Das wäre ein Traum gewesen.

Jannik Urban (r.), hier mit seinem Förderer Justin Martin (l.), hat im großen Interview über seinen neuen Verein gesprochen. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Ihre Aussagen klingen von einem gerade mal 18-Jährigen schon sehr vernünftig und reflektiert. Woher kommt diese gewisse Reife im Kopf bei Ihnen, von der auch schon Emre Konya, Sportlicher Leiter ASC, sprach?

Ich reflektiere viel und denke sehr viel über meine Entscheidungen nach. Natürlich hätte mich der Wechsel im letzten Jahr schon gereizt. Zudem mache ich in diesem Jahr mein Abitur. Darauf liegt auch der Fokus – und da passt der Hombrucher SV genau. Ich möchte nicht alle Karten auf den Fußball setzen.

Nun ist es der ASC 09 Dortmund geworden, der damals auch an Ihnen dran war. Warum haben Sie dem ASC dieses Mal Ihr Ja-Wort gegeben?

Ich habe mit der Sportlichen Leitung sehr gute Gespräch geführt. Aplerbeck hat eine sehr junge Mannschaft, in der man die Möglichkeit hat, sich gut zu entwickeln. Ich betrachte Aplerbeck auf jeden Fall als große Herausforderung für mich. Ich habe vom ASC auch ein Spiel gesehen – gegen Finnentrop – und war von der Geschwindigkeit und den wenigen Fehlpässen sehr begeistert. Zusätzlich habe ich mit ehemaligen Hombrucher Spielern gesprochen, die jetzt beim ASC sind. Von Luis Weiß und Danielle Werlein habe ich auch nur positive Dinge gehört.

Hatten Sie auch Angebote von anderen Dortmunder Vereinen?

Ja, ich hatte Angebote von Westfalenligisten. Ich hatte aber die ganze Zeit den ASC im Kopf. Der ASC war für mich in Dortmund die erste Adresse. Es gab aber auch Angebote aus dem Iserlohner Raum, die für mich sehr interessant waren.

War ein Verbleib beim Hombrucher SV von vornherein ausgeschlossen?

Nein, ich schließe nie etwas aus. Wenn ich eine Entscheidung treffe, dann höre ich mir alle Parteien an und entscheide danach, was für mich passt. Ich muss aber auch zugeben, dass ich von keinem Trainerteam oder Offiziellen in Hombruch angesprochen worden bin. Mit uns Spielern hat niemand Gespräch deswegen geführt. Theoretisch hätte ich mir einen Verbleib vorstellen können, aber so war das keine Option.

Wie zuletzt bekannt geworden ist, verlassen viele talentierte Spieler den HSV nach der Jugend. Können Sie sich erklären, warum die meisten nicht bleiben?

Ich kann nur für meinen Jahrgang sprechen. Ich habe mit vielen Mitspielern gesprochen und die Aussagen zuletzt, sind bei uns auf große Verwunderung gestoßen. Es gab keine wirkliche Verbindung zwischen der A-Jugend und den Herrenteams. Wir haben auch keine gemeinsamen Trainings absolviert. Keiner von uns ist angesprochen worden. Was ich betonen möchte: Geld hat bei meinem Wechsel nie eine Rolle gespielt. Mir geht es um die sportliche Perspektive und die Entwicklungsmöglichkeiten beim ASC.

Beim ASC 09 Dortmund treffen Sie auf einen Klub, der gerne auf junge Spieler setzt. Trauen Sie sich zu, sofort den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen?

Aplerbeck wird für mich auf jeden Fall eine große Herausforderung. Es gab aber immer wieder Spieler, die sich durchgesetzt haben. Mein Ziel in nächster Zeit ist es, so viel Spielzeit wie möglich zu bekommen und dem Team weiterzuhelfen. Ich habe gehört, dass man in Aplerbeck seine Chance auf Spielzeit bekommt, wenn man sich sehr anstrengt.

Sie spielen auf der Sechser- und Achterposition. Gerade auf Ihrer Position im zentralen Mittelfeld ist die Konkurrenz beim ASC groß. Tim Kallenbach spielt beispielsweise auch dort…

Ich freue mich auf die Konkurrenz. Konkurrenz ist gut für die Entwicklung. Von den gestandenen Herrenspielern kann ich auch noch viel lernen. In Aplerbeck soll das Niveau bei den Trainings auch sehr hoch sein. Ich werde mich aber nicht verstecken, sondern alles geben.

Hinter das Ziel Oberliga können Sie ab der kommenden Saison einen Haken setzen. Was nehmen Sie sich dann vor?

Ich habe gar keine Träume für die nächsten fünf Jahre. Ich denke von Saison zu Saison. Bislang hatte ich ja noch keine Zeit im Herrenbereich. Ich hatte nur Testspiele gegen Herrenmannschaften. Deswegen kann ich noch nicht richtig einschätzen, wie es bei den Herren ist. Mein Ziel ist es aber, mich in der Oberliga durchzusetzen und viel Spielpraxis zu sammeln.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.