Maik Kortzak hat sich Gedanken über die Berichterstattung gemacht. © Verein
Debattenbeitrag

Maik Kortzak fragt: Haben die Redakteure der Ruhr Nachrichten ihre Lieblinge?

Maik Kortzak, der Trainer des SF Sölderholz, hat sich Gedanken über die Berichterstattung über den Dortmunder Amateur-Fußball gemacht. Wir geben ihm den Platz zu einem Debattenbeitrag.

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

schon seit langem brennt mir eine Frage auf den Lippen: Haben die Redakteure ihre Lieblinge? Warum sonst sollte ich immer die gleichen Gesichter in der Zeitung sehen und immer die gleichen Stimmen hören?

Es kann ja kein Zufall sein, dass Sascha Samulewicz, Muhamed Acil, Dimi Kalpakidis oder Anil Konya gefühlt überall und in jedem Format auftauchen. Bitte nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen die Jungs und höre ihnen gerne zu, aber ein bisschen Abwechselung würde mir da schon sehr gefallen. Ich war schon positiv überrascht, dass Alexander Schwarz bei der 7er-Kette auftauchte.

Aber liebe Redakteure, die Fußballwelt in Dortmund und gerade der Amateurfußball hat noch so viel mehr interessante Persönlichkeiten als die „üblichen Verdächtigen“ zu bieten. Es mag ja sein, dass das Wort dieser Personen Gewicht hat bzw. die Jungs auch gerne mal was „raushauen“, aber ich denke, da gibt es auch viele andere Spieler, Trainer, Verantwortliche, Betreuer, Physiotherapeuten oder Schiedsrichter, die unseren schönen Sport auch mal aus anderen Perspektiven beleuchten können.

Nicht umsonst heißt es ja, dass Physios und Betreuer die gute Seele der Vereine sind. Sie sehen den Sport und die Spiele aus anderen Augen. Viele Spieler vertrauen sich gerade diesen guten Seelen an, eine super Voraussetzung schöne Anekdoten zu erfahren. Wir haben doch alle sicher mindestens eine Person im Verein, die wir gerne mal erzählen lassen und denen wir neben den wortgewaltigen Spielern und Trainern mit Freude Gehör schenken. Genau diese Sichtweisen und Geschichten würde die Berichtserstattung lebendiger machen, anstatt den altgedienten, wenn auch soliden, Stimmen erneut Gehör schenken zu dürfen.

Es sei nur an die spontane Halbzeitansprache von Peter Kuhnt zu denken, der als Physiotherapeut von Borussia Dortmund 2017 beim Pokalfinale spontan und emotional das Wort ergriff und die Spieler nochmals motivierte. Dortmund gewann das Finale anschließend 2:1. Im Amateurbereich kennen wir diese Geschichten zuhauf aber leider werden sie oft nicht geschrieben, sondern sehr pathetisch nur mündlich weitergetragen.

Also liebes Redaktionsteam, versucht doch etwas mehr, die Fußballwelt in Dortmund noch bunter erscheinen zu lassen. Schaut über den Tellerrand hinaus, wechselt häufiger Stimmen und Perspektiven. Wenn nicht genau Ihr diese versteckten und spannenden Geschichten aufdecken und uns informieren könnt, wer dann?

Beste Grüße

Euer Maik Kortzak

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