52 Jahre ist der Fußballer, der sein Comeback gefeiert hat, mittlerweile alt. Dieses Foto des Spielers ist von 2007. © Archiv
Fußball

Personal-Hammer: 52-Jähriger startet bei Dortmunder Amateurfußball-Klub wieder durch

Vor vielen Jahren spielten zwei Brüder im Dortmunder Amateurfußball, die jeder heimische Fans bestens kannte. Einer der beiden feiert nun sein Comeback - im Alter von 52 Jahren.

Um den jüngeren Spielern oder Fans den Stellenwert dieses Nachnamens zu erklären, gibt es heute beim besten Willen keinen passenden Vergleich. Die Brüder waren einzigartig. Aber: Einen von den beiden können die heutigen Fußballer tatsächlich wieder bewundern. Jedoch sollten sie sich beeilen, denn eine 52 Jahre alte Fußball-Legende feiert ein Comeback auf Zeit.

Der TuS Rahm gewinnt 2:0 gegen den TuS Eichlinghofen II. Ohne beiden Vereinen zu nahe treten zu wollen: eine Randnotiz. Einige Beobachter, auch die Leser der Aufstellung auf „fussball.de, aber fielen fast vom Glauben, als sie da einen Namen lasen.

Klar, Ahmet Caki, der ehemalige Aplerbecker, oder Haris Balihodzic, einst ein Außenspieler der höchsten Kategorie im Dortmunder Amateurfußball, kommen schon gut in der Kreisliga A. Aber da stand dann auch in der ersten Elf Michael Sankiewicz: Und es ist kein gleichnamiger Sohn – er hat nur eine zwölf Jahre alte Tochter – der da kickt.

Für die Menschen in Rahm kommt dieser Einsatz eines der bekanntesten Fußballers seiner Zeit dann aber gar nicht mal ganz so überraschend. Denn der ehemalige Fußballer des VfR Sölde, von Phönix Eving, FC Brünninghausen und Westfalia Huckarde, der wie sein Bruder Stephan bis in ihre „Vierziger“ sehr erfolgreich spielte, ist topfit. Und so kam es, dass der ihm sehr bekannte Stefan Schulze fragte: „Sanke, kannst du uns helfen? Uns fehlen während der Vorbereitung so viele Leute.“

Michael Sankiewicz hat für den TuS Rahm noch einmal die Schuhe geschnürt.
Michael Sankiewicz hat für den TuS Rahm noch einmal die Schuhe geschnürt. © Laryea © Laryea

Was macht „Sanke“? Er hilft. „Und ich muss sagen: Es hat Spaß gemacht.“ Gegen den TuS habe er, von der Sechs und später über die linke Seite kommend, auch gute Torchancen gehabt. „Die Jungs haben mich sehr gut unterstützt. Das sind junge Leute, einige Neue dabei, mit denen es richtig gut funktioniert.“

Natürlich stellt sich die Frage, wie es um das Spielverständnis gestellt ist, wenn einer nur den Libero hinten kennt und die neue Generation von „Fünferkette, ballfernem Zehner“, falscher Neun“ oder „gegen den Ball arbeiten“ spricht.

Sankiewicz ist ehrlich: „Teils, teils. Ich bin ja regelmäßig am Platz, spiele selbst noch mit den alten Rahmer Haudegen Alte Herren und kriege so einiges mit. Und wenn ich dann auf dem Platz stehe, muss mir keiner mehr etwas erklären.“

Das Tempo auf Dauer mitgehen? „Kann und möchte ich nicht“

Es folgt das andere Teils von „teil, teils“. Sankiewicz, der sich mit Waldläufen und dem Freitagstraining mit den Rahmer Alten Herren fit hält, räumt ein: „Wenn ich öfters spiele, fällt dann doch auf, dass ich auf Dauer das Tempo der jungen Leute nicht mitgehen kann und möchte.“

Blut geleckt, sagt er dann, habe er nicht mehr richtig: „Mir reichen meine Alten Herren. Da treffe ich Leute wie Christian oder Thomas Hein und meinen mittlerweile 55 Jahre alten Bruder. Das macht uns weiterhin Laune.“

Nein, Michael Sankiewicz ist keiner, der sich komplett zurückzieht, auch wenn ihm der Trainerjob zu zeitaufwändig wäre: „Ich habe Conti-Schicht, also muss ich ständig zu verschiedenen Zeiten, auch am Wochenende, arbeiten. Und was Trainer heute so an Zeit investieren… Das passt nicht.“

Zum Hecker-Cup kommt er aber auf alle Fälle: „Mein Heimatverein TuS Rahm, an dem ich besonders hänge, ist ja noch nicht so weit, um da teilnehmen zu dürfen. Auch Westfalia Huckarde, mit denen ich aufgestiegen bin, ist nicht dabei.“

Phönix Eving, eine weitere Herzensangelegenheit des Routiniers, steht deutlich schlechter da, kommt kaum noch auf die Beine. Immerhin hat sich der VfR Sölde in der Bezirksliga behauptet, schied in Aplerbeck aber bereits aus.

„Gerne erinnere ich mich noch an den FC Brünninghausen zurück. Der ist ja noch dabei. Das war ein gut geführter Verein. Thomas Brümmer habe ich gerade erst getroffen.“ Dann redet Sankiewicz gerne über alte und neue Zeiten, auch mit Martin Wiercimok, dem Teamkollegen vom VfR Sölde. „Das macht immer Spaß.“

Und einmal, wenn nicht sogar dann noch ein weiteres Mal, können alle aus einem Randnotiz-Testspiel des TuS Rahm am Donnerstag um 19.30 Uhr gegen Victoria Habinghorst ein ganz besonderes machen. Wenn sie kommen, um noch einmal einen der besten Fußballer vergangener Tage live und in Aktion zu sehen.

Sankiewicz verspricht, eine Hälfte zu spielen: „Die wollten schon gegen Eichlinghofen, dass ich durchspiele. Beim besten Willen: Das mache ich nicht.“ Und dann? „Wenn sie noch einmal oder zweimal wegen vieler Ausfälle Unterstützung brauchen, helfe ich meinem Verein und den netten Jungs gerne. Aber dann ist auch gut.“

In Rahm fragen sie sich hoffnungsvoll: für wie lange?

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Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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