Türkspor-Coach Sebastian Tyrala gewinnt der aktuellen Gegentor-Flut etwas Positives ab. © Schaper
Fußball-Landesliga

Positive Nachrichten: Im Dortmunder Norden ist ein ein Aufatmen aus Gladbeck zu hören

Beim Fußball-Landesligisten Türkspor Dortmund atmen die Verantwortlichen auf. Grund dafür ist der Anruf eines Topspielers.

Das Aufatmen aus Gladbeck werden sie selbst noch in der Dortmunder Nordstadt spüren. In Gladbeck wohnt, am Fredenbaum kickt einer der besten Fußballer der Stadt.

Und als sich Youssef Yesilmen (33) im Spiel gegen Horst-Emscher (3:0) am Boden wälzte, bangte die Türkspor-Gemeinde und mit ihr alle Freunde des technischen Offensivfußballs. Erst versuchte es der Spielgestalter noch einmal. Dann ging gar nichts mehr. Im Gespräch erleben wir aber einen Tag danach einen aufgeräumten Ex-Profi.

Youssef Yesilmen, Sie klingen gut gelaunt. Auch wir hoffen, dass dies ein gutes Signal ist…

Danke der Nachfrage! Ja, ich bin sehr erleichtert, es ist nichts Schlimmes. Ich hatte ja schon gleich in der Anfangsphase einen Schlag auf das Sprunggelenk gespürt. Dann hatte ich es noch einmal versucht. Ich wollte unbedingt weiterspielen. Mein kleiner Sohn war zum ersten Mal mit am Platz. Aber nach ein paar Minuten ging es einfach nicht mehr. Ich hatte wirklich große Sorgen. Und ich war traurig.

Hatten Sie Angst, es wäre schlimmer?

Ja, nach dem Schlag bin ich weggeknickt. Dann hat es geknackt. Ich dachte, beide Bänder waren durch.

Wann kam die Entwarnung?

Schon am Abend! Meine Mama hat einiges aus ihrer privaten Naturheilpraxis (lacht) aufgefahren. Das half schnell. Ich hatte kaum noch Schmerzen, keine große Schwellung.

Die bewährten Mittel aus Mamas Schrank haben vielen von uns früher schon mal die Wehwechen genommen und manche Träne getrocknet. Aber hat Mama nicht doch gesagt: „Junge, geh zum Arzt!“?

Ja natürlich. Ich wäre aber auch selbst auf Nummer sicher gegangen. Ich war gerade da. Und er bestätigt mein gutes Gefühl. Da ist nichts kaputt. Ich denke, ich kann am Sonntag in Welper schon wieder spielen.

Hat denn das gute Spiel Ihrer Mannschaft gestern schon Ihre Laune halbwegs in Ordnung gehalten?

Ja, absolut! Wir haben das richtig gut gemacht. Unsere Mannschaft ist ja fast nur im Ballbesitz. Mit diesen Leuten macht Fußball Spaß, auch in der Landesliga.

Gegen Horst-Emscher kam die Spielfreude im Vergleich zu den ersten Spielen noch klarer zur Geltung. Das war wirklich reifer Offensivfußball, gepaart mit spielerischer Leichtigkeit. Und Sie waren nicht einmal dabei…

Das tat weh, zuzusehen, aber es tat gut, zu wissen, wie schön unser Fußball ist. Ich kenne Ramadan Ibrahim von Horst-Emscher ganz gut. Er kam nachher an und fragte: „Wie macht ihr das? Ihr seid ja nur am Ball und spielt es dann richtig gut aus.“

Und? Wie machen Sie das?

Ich habe ihm freundschaftlich erklärt, dass sie mit ihrem Anlaufen garantiert nicht gegen uns zum Erfolg kommen. Entweder sind unsere Gegner wirklich so gut und sie schaffen es, ihr Spiel nach vorne zu entfalten oder sie stellen sich hinten rein. Letzteres dürfte in unserer Liga wohl das bessere Rezept sein. Aber auch dann finden wir unsere Mittel.

Das haben Sie bereits bewiesen. Ich denke, Sie sind der richtige Mann, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Ja, mit dieser Mannschaft müssen wir einfach aufsteigen.

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Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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