Noah Bagdat wagt den Schritt in die Oberliga. © fotoideen.com
Fußball

Schalke 04, Preußen Münster, Ay Yildiz Derne – jetzt von der Kreisliga A in die Oberliga

Als Noah Bagdat im letzten Sommer bei Ay Yildiz Derne unterschrieb, war das für den Dortmunder A-Ligisten ein Coup. Aber jetzt zieht das Talent weiter und macht gleich einen Riesensprung.

Körperlich ist Noah Bagdat kein Riese. 1,72 Meter misst der 19-jährige Offensivmann. Aber Können und Ambitionen sind locker einen Kopf größer. Ausgebildet in den Jugendabteilungen so namhafter Klubs wie TSC Eintracht Dortmund, Schalke 04, Preußen Münster und RW Ahlen hätte Bagdat im Sommer 2020 eigentlich den ersten großen Schritt im Seniorenfußball tun können.

Doch er entschied sich anders und für den Dortmunder A-Ligisten Ay Yildiz Derne. „Das war ganz klar eine Vernunftentscheidung“, sagt Bagdat heute. „2020 hab ich meine Ausbildung zum Automobilkaufmann begonnen, und das hatte einfach absolute Priorität“, erinnert er sich.

Der Schritt zu einem A-Ligisten lag da nah, um einerseits im Seniorenfußball den Anfang zu machen, um andererseits aber auch alle Hände frei zu haben für das Berufliche. „Ay Yildiz ist es dann letztlich auch deshalb geworden, weil mein Vater dem Verein eng verbunden ist. Aber mir war auch klar, dass ich mein Ziel letztlich nicht die A-Liga sein sollte.“

Aus der Saison wurde aus bekannten Gründen nicht viel, dafür lief aber die Ausbildung Bagdats bestens an, und knapp ein Jahr später war klar, dass mehr möglich sein soll als Kreisliga A.

Es gibt nichts zu sehen

„Es ist natürlich im Moment total schwierig, sich zu orientieren, welcher Klub in Frage kommt. Es gibt keine Spiele, die man besuchen kann und keine Trainer, die einen vielleicht spielen sehen“, sagt Bagdat. Und wie so oft in diesen Monaten, gab dann ein persönlicher Draht den Ausschlag dafür, dass sich auch für Bagdat die neu geweckten Ambitionen erfüllten.

In diesem Fall hieß der persönliche Draht Luca Hildebrandt. „Luca kenne ich noch aus der gemeinsamen Zeit in der Jugend beim VfB Waltrop. Wir sind dicke Freunde geblieben.“ Mit Folgen: Denn Hildebrandt, der mittlerweile sein erstes Seniorenjahr beim Oberligisten Hammer Spielvereinigung hinter sich hat, schlug seinem Kumpel Noah Hamm vor und Hamm seinen Kumpel Noah.

Der Kontakt mit Hamms Sportlichem Leiter Holger Wortmann war gemacht und der hatte schon viel Gutes von dem Talent aus der A-Liga gehört. „Gerade jetzt, wo man so gut wie gar keine Spieler sichten kann, kommt es natürlich auf das Netzwerk an, das man sich über die Jahre aufgebaut hat“, sagt Wortmann. Und aus diesem Netzwerk, zu dem auch ehemalige Jugendtrainer Bagdats gehören, erfuhr Vieles, was den jungen Spieler – auch unbesehen – für den Oberligisten interessant machte.

„Wir haben uns dann ein paarmal getroffen“, sagt Bagdat. „Und das war alles richtig gut.“ Und auch Wortmann lernte einen „ganz feinen Jungen“ kennen. Kurzum, Bagdat entschied sich, in Hamm den nächsten Schritt zu tun. Dass der riesig ist, genauer gesagt gleich vier Etagen höher geht, ist ihm klar. „Aber ich glaube, ich zehre noch gut von meiner Ausbildung als Jugendfußballer“, sagt Bagdat, der immerhin über 20 Spiele in der B-Jugend-Bundesliga bestritt.

Restart ist auch ein Neustart

Und noch etwas macht dem gebürtigen Lüner Mut für den Neustart in Hamm. Nach der langen Spielpause treffen Nachwuchsspieler diesmal nicht auf eingespielte Senioren-Mannschaften, die gerade eine ganze Saison gemeinsam bestritten haben. Für viele Teams ist der Restart auch so etwas wie ein Neustart. Und da sieht Noah Bagdat seine Chance auf der rechten Außenbahn – auch in der Oberliga. „Schneller Dribbling, vorbei und dann die Flanke reinbringen, das ist mein Spiel.“

Topfit werde er sich seiner neuen Mannschaft auf jeden Fall präsentieren, verspricht er. „Der Freund meiner großen Schwester ist Personal-Trainer und wird mir da auch richtig helfen. Das heißt in den kommenden zwei Monaten wird nochmal ordentlich rangeklotzt. Und ab 1. Juli – ab dann gilt der neue Vertrag – sehen wir dann mal, was geht.“

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Sportredaktion Dortmund
61er-Jahrgang aus Bochum, seit über 35 Jahren im Journalismus zu Hause - dem Sport und dem blau-weißen VfL schon ewig von Herzen verbunden - als Sportredakteur aber ein Spätberufener.
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