In der Bezirksliga 8, wo auch der DJK TuS Körne (rot) spielt, gab es einen „Verlierer der Annullierung“. © Schaper
Fußball

„Sehr enttäuscht“: Auf dem Weg zur perfekten Saison von der Saison-Annullierung gestoppt

Diese Vereine traf die Saison-Annullierung im Amateurfußball wohl am härtesten. Während Teams, die tief im Abstiegskampf steckten, erleichtert sind, sind diese Mannschaften enttäuscht.

Sie sind die „Verlierer“ der Saison-Annullierung. Wären zumindest 50 Prozent der Fußball-Spielzeit 2020/21 absolviert worden, wären sie wahrscheinlich aufgestiegen. Sogar eine perfekte Bilanz wäre für diese Klubs möglich gewesen. Denn diese drei Bezirksliga-Spitzenreiter sowie der Zweite der Oberliga-Westfalen gewannen jedes ihrer absolvierten Spiele.

Am schwierigsten wäre es wohl von diesen vier Teams für den SSV Mülhausen-Uelzen gewesen, eine perfekte Saison zu spielen. Das Team aus dem Kreis Unna absolvierte bis zur Unterbrechung der Spielzeit am 1. November 2020 erst fünf Partien in der Bezirksliga 8, wo auch der DJK TuS Körne und der VfR Sölde spielen.

Alle fünf Spiele gewann der Klub aus Mülhausen-Uelzen aber, erzielte dabei zwölf Treffer und kassierte nur drei Gegentore. Gegenüber den Ruhr Nachrichten sagte Jan Pfeffer, Kapitän des Teams, dass „es für uns besonders schade ist“. Ein derart guter Saisonstart lasse sich nur selten wiederholen.

Einen noch besseren Saisonstart legte Post TSV Detmold in der Bezirksligastaffel 3 hin. Dort kamen sogar noch zwei Siege obendrauf: Sieben Siege in sieben Spielen sprechen eine klare Sprache. Vor allem weil die Konkurrenten des TSV bereits ein Spiel mehr absolviert, aber fünf Punkte weniger hatten, wäre ein Aufstieg in die Landesliga sehr wahrscheinlich gewesen.

„Jetzt erst recht!“

Das sah der Verein ebenfalls so. In einem Vereinsstatement teilte der Klub mit, dass es für den Verein „natürlich enttäuschend“ sei, dass die Saison nun abgebrochen wurde. „Als ungeschlagener Tabellenführer ist es schade, dass wir keine andere Möglichkeit haben“, zitiert fupa.de Post-Trainer André Pascha.

Die Detmolder seien zwar sehr enttäuscht von der Saison-Annullierung, der Verein schickte aber direkt eine Kampfansage hinterher: „Wir werden alles dafür tun, um auch in der neuen Saison oben mitzuspielen. Jetzt erst recht!“

Dem Motto verschreiben sich auch die SF DJK Mastbruch aus dem Kreis Paderborn. Das Team aus der Bezirksligastaffel 13 absolvierte gar schon acht Partien, die es alle gewann. 32 Tore, vier Tore pro Spiel im Schnitt, und acht Gegentore runden das Bild ab. Mit drei Punkten Vorsprung führte Mastbruch die Tabellenspitze vor dem Delbrücker SC II an.

„Die Annullierung ist sehr ärgerlich und wir sind sehr enttäuscht“, sagte Mastbruchs Trainer Roberto Busacca auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. „Das war ein Superstart von uns, unser Selbstvertrauen war riesig. Kein Gegner hatte sich gefreut, gegen uns zu spielen.“

Der Verein hätte gerne die „perfekte Saison“ hingelegt, könne die Entscheidung des Verbandes aber nachvollziehen. „Nun wollen wir mit unserer richtig ehrgeizigen Truppe auf jeden Fall kommende Saison um den Aufstieg mitspielen. Die Qualität dazu haben wir“, so Busacca.

Mit dem Thema Aufstieg in die Regionalliga beschäftigt

Nicht unerwähnt bleiben soll auch der Holzwickeder Sport Club in der Oberliga Westfalen. In sechs Spielen verließ das Team aus Unna sechs Mal den Platz als Sieger, schoss 20 Tore und kassierte nur vier. Weil das Team ganze drei Spiele weniger bestritt als der FC Gütersloh, der neben einem Remis acht Mal gewann, musste sich der HSC mit Platz zwei bis zur Annullierung zufrieden geben.

„Wir haben uns in den vergangenen Wochen und Monaten schon realistisch mit dem Szenario Aufstieg beschäftigt“, so HSC-Sportchef Tim Harbott gegenüber den Ruhr Nachrichten. Der Verein habe jede Menge dafür getan, die Lizenz für die Regionalliga zu beantragen. Es sei sehr schade, dass der Traum nun geplatzt ist – so wie für die anderen drei Klubs, die eine perfekte Spielzeit hätten hinlegen können.

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Niklas Berkel
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