Westfalia Hernes Trainer Christian Knappmann freut sich über "einen geilen Transfer" und kann den Ärger beim TuS Haltern über Jan-Niklas Kaisers Sommer-Abgang nicht nachvollziehen. © Stephan Schuetze

Warum Hernes Kulttrainer Knappmann während eines Fußballspiels von der Polizei verhört wurde

Fußballtrainer Christian Knappmann ist für seine Wutausbrüche und seine klaren Worte bekannt. Einmal ist der Herner aber während eines laufenden Spiels von der Polizei verhört worden. Was war passiert?

Christian Knappmann gehört im Ruhrgebiets-Amateurfußball seit vielen Jahren zu den prägendsten Persönlichkeiten. Der groß gewachsene Fußball-Trainer des Oberligisten Westfalia Herne ist für seine markigen Sprüche, seine Wutausbrüche aber auch für seine fußballerische Kompetenz bestens bekannt.

Dass es zwischen „Knappi“, wie er von allen genannt wird, und gegnerischen Zuschauern, Spielern oder Trainern mal zu Reibereien kommt, gehört fast schon zur Normalität. Dass Knappmann jedoch während eines Spiels mal angezeigt und in der zweiten Halbzeit an der Seitenlinie von der Polizei verhört wurde, ist vielen nicht bekannt. Wir haben die kuriose Geschichte aufgeschrieben.

Aufmerksam geworden auf diese verrückte Geschichte sind wir mithilfe eines Youtube-Videos, das der Channel Kaba KarriereBall veröffentlicht hat.

Zwei YouTuber haben Knappmann in einem rund 20-minütigen Video interviewt und haben dabei unter anderem auch über die kuriose Szene gesprochen, die sich am 4. September 2016 bei einem Westfalenliga-Meisterschaftsspiel von Westfalia Herne beim FC Iserlohn zugetragen hat.

Knappmann beschreibt im Video, was passiert war. Wir haben ihn aber auch noch mal telefonisch kontaktiert und mit dem Coach über die „Vorfälle“ gesprochen.

„Das war damals in unserer Aufstiegssaison“, schildert Knappmann. Am vierten Spieltag reiste Aufstiegsfavorit Herne zum ambitionierten FC Iserlohn. Es war zu der Zeit sicherlich ein Topspiel zwischen beiden Klubs.

Am Platz angekommen machte Knappmann dann eine ärgerliche Entdeckung: „In unserer Spielhälfte waren der Sechzehner und die Ecken gesperrt. Wir hatten nur ein Viertel unserer Spielhälfte“, so Knappmann, der dann mit seinen Jungs die Gerätschaften abgebaut habe, die der FCI-Platzwart vorher noch aufgestellt hatte.

Knappmann schildert den weiteren Vorgang dann wie folgt: „Das hat dem Platzwart dann nicht so gepasst. Ich habe ihm dann in meiner charmanten Art und Weise klargemacht, was ich von seiner Arbeitskunst halte. Da hatte er sich sehr angegriffen und auf den Schlips getreten gefühlt“, erzählt Knappmann.

Dann erfolgte der Anpfiff der Partie und Herne spielte sich in einen Rausch, führte relativ schnell mit 4:0 – das war gleichzeitig auch der Endstand. Nach 60 Minuten Spielzeit etwa habe Knappmann dann zwei Polizeibeamte entdeckt, die schnurstracks auf den Herner Trainer zugelaufen kamen. „Ich dachte mir sofort: ‚Ach, du liebe Zeit‘. Mir war klar, dass sie wegen mir da waren“, so Knappmann.

So war es auch. Die beiden Beamten verhörten Knappmann, weil eben jener FCI-Platzwart Anzeige gegen Knappmann erstattet habe. Während Knappmann also an der Seitenlinie befragt worden war, rief ihm sein damaliger Kapitän Fatlum Zaskoku einen Satz zu: „Ey Knappi, konzentriere dich aufs Spiel“, soll „Lumi“ (Spitzname Zaskoku, Anm. d. Red.) gerufen haben.

Knappmann erwiderte laut eigener Aussage in seiner typischen Art: „Halt die Fresse und gib Gas.“

Und wie ging es weiter? „Die Vernehmung war schnell abgefrühstückt. Im Laufe der Woche habe ich noch einmal Kontakt zum Platzwart gesucht und wir haben uns ausgesprochen. Wir haben beide eingesehen, dass wir an dem Tag nicht so sauber reagiert haben. Er hat die Anzeige dann zurückgezogen“, so „Knappi“ abschließend.

Am Ende blieb der Ärger also folgenlos für den Herner Riesen. Die Auseinandersetzung in Iserlohn ergänzt Knappmanns Eskapaden-Portfolio um eine weitere unterhaltsame Anekdote.

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Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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