Die Baumärkte waren bis vor kurzem noch gut besucht. Einlass gab es aber nur unter bestimmten Bedingungen. © Stephan Schütze (A)
Verwirrende Corona-Regeln

Baumarktbesuch in Dortmund: Manche brauchen einen Test, andere nicht

Die Corona-Maßnahmen wirken auf viele Menschen verwirrend und uneinheitlich. Bei einem gescheiterten Baumarkt-Besuch wundert sich eine Dortmunderin über unterschiedliche Einlass-Regeln.

Iris Brüggemann wollte sich nur schnell einen Schlüssel nachmachen lassen. Doch sie strandete am Hellweg-Baumarkt in Dortmund-Hacheney in der Menge derjenigen, denen der Zugang verwehrt wurde. Sie hätte einen tagesaktuellen negativen Corona-Test gebraucht, um eingelassen zu werden.

Das war am 10. April (Samstag), als noch lockerere Regeln galten. Wie sie seien an dem Tag viele Kundinnen und Kunden am Eingang an der Straße Zeche Crone abgewiesen worden.

Was viele allerdings irritierte: Zahlreichen Menschen konnten unbehelligt eintreten, ohne Test und Termin. Die Auskunft bei Hellweg bestätigt: Wer einen Gewerbeschein oder Handwerkerausweis vorweisen kann, darf durch. Inzwischen würden Iris Brüggemann allerdings weder Termin noch Test etwas nützen, denn die Märkte sind für Privatkunden wieder geschlossen. Es werden lediglich bestellte Waren ausgegeben (Click & Collect).

Kritik am Umgang mit Gewerbetreibenden

Die Hacheneyerin akzeptiert die Corona-Bestimmungen. Was sie aber nicht versteht, ist der Umgang mit den Gewerbetreibenden. Sie kritisiert, dass diese ohne jede Beschränkung an der Menge vorbei in den Baumarkt spazieren können. „Warum dürfen Menschen mit Gewerbeschein in einem Baumarkt ohne Test einkaufen? Lassen die eine eventuelle Corona-Infektion zu Hause?“, fragt sie.

Gerade diese Menschen hätten doch mit Sicherheit Kontakte, wenn sie in den Häusern sind und ihre Arbeiten erledigen. „Wenn es eine Bestimmung gibt, dann sollte sie für alle gelten“, meint Iris Brüggemann.

Ein Rundruf bei Dortmunder Baumärkten zeigt aber, dass auch die anderen großen Märkte wie Hagebaumarkt und Hornbach den Profis unter ihren Kunden freien Zugang gewähren. Sie berufen sich auf die Coronaschutz-Regeln, die beim Lockdown Ende 2020 für Handwerk und Gewerbe bewusst Ausnahmeregeln zuließen, weil sie beruflich auf die Waren angewiesen sind.

Für Gewerbetreibende gelten Ausnahmen

In der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW (§ 11) heißt es: „Der Betrieb von Bau- und Garten(bau)märkten sowie Baustoffhandelsgeschäften ist zur Versorgung von Gewerbetreibenden mit Gewerbeschein, Handwerkern mit Handwerkerausweis sowie Land- und Forstwirten mit den jeweils betriebsnotwendigen Waren (…) zulässig.“

Diese Regelung gilt unverändert auch in der ab 19. April gültigen Fassung und auch bei Inkrafttreten der verschärften Corona-Regeln ab einer mehrtägigen Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100, die auch ein Einkaufen mit Termin und Test verbieten mit Ausnahme von Waren des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Drogerieartikel und – auch nicht unbedingt verständlich – Blumen.

Die Logik dahinter erläutert die Verordnung nicht. Es bleibt also offen, warum Gewerbetreibende beim Eintritt in Baumärkte keinen negativen Test vorweisen müssen.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.