Sollen alle, die schon zweimal gegen Corona geimpft sind, eine dritte Spritze bekommen? Ein Arzt aus dem Dortmunder Süden hat eine klare Meinung dazu. © dpa
Corona-Pandemie

Booster-Impfung: Ist der Corona-Schutz nach zwei Impfungen weg?

Während die Ständige Impfkommission vorsichtig ist, hat die europäische Arzneimittelbehörde grünes Licht für die Booster-Impfung gegeben. Das sagt ein Arzt aus dem Dortmunder Süden dazu.

Im Januar 2021 war Dr. Oliver Heine auf Corona-Impftour durch Dortmund und den Kreis Unna. Nicht als Hausarzt, sondern als Mitglied der Dometec GmbH, die in Seniorenheimen und in Firmen ein Impfangebot macht.

Auch das Impfzentrum im Haus Overkamp hatte Dr. Oliver Heine aufgebaut. Wie viele Spritzen der Arzt aus Aplerbeck bisher gegeben hat, lässt sich nicht sagen. Es waren aber einige – Erst- und Zweitimpfungen hauptsächlich.

Es herrscht große Unsicherheit unter den Ärzten

Aber nun ist die Diskussion im vollen Gange, wer eine der sogenannten Booster-Impfungen bekommen soll und wenn ja, wann. „Hier müsste sich die Stiko (Ständige Impfkommission, Anm. d. Red.) einmal klar äußern“, sagt Dr. Heine. Der Impfstoff Biontec sei zugelassen für diese Booster-Impfung. „Im Moment wissen wir gar nicht, was wir machen sollen“, sagt Dr. Heine.

Dr. Oliver Heine ist Hausarzt in Aplerbeck. Er spricht sich ganz klar für eine Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren aus.
Dr. Oliver Heine ist Hausarzt in Aplerbeck. Er spricht sich ganz klar für eine Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren aus. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Es gibt lediglich einen Erlass der Gesundheitsminister, der vor allem in Pflegeeinrichtungen und bei medizinischem Personal eine Booster-Impfung empfiehlt. Der Grund: Bei den meisten dieser Gruppe liegt die zweite Impfung gegen Corona schon länger als sechs Monate zurück.

Aber wie ist es tatsächlich mit dem zeitlichen Abstand und schützt die zweite Impfung schon nach sechs Monaten nicht mehr? „Man sagt, dass nach sechs Monaten eine Auffrischungsimpfung möglich sei“, sagt Dr. Heine. Man könne sich dabei auch ein wenig nach den Antikörpern orientieren. „Aber da ist es noch nicht ganz sicher, was diese Werte tatsächlich aussagen“, erklärt Heine.

Man kann nicht warten, bis die Impfung nicht mehr wirkt

Er spricht sich dennoch ganz klar für eine dritte Impfung für alle aus, deren letzte Impfung gegen Corona sechs Monate oder länger her ist. „Ich kann ja nicht so lange warten, bis der Impftiter so weit heruntergeht, dass sich derjenige wieder infiziert“, sagt Oliver Heine.

Es habe Kollegen gegeben, die Anfang 2021 die zweite Impfung bekommen haben, die sich nun tatsächlich Corona eingefangen hätten. Nicht mit schweren Verläufen, aber trotzdem. „Die Delta-Mutation ist schon relativ heftig“, sagt der Aplerbecker Arzt. Er würde seine Patienten deshalb auch zum dritten Mal impfen. Er selbst habe auch schon die Booster-Impfung bekommen. „Aber es macht noch nicht jeder Hausarzt.“

Doch wie lange hält nun eine Doppelimpfung? „Das ist völlig unterschiedlich. Jeder Mensch ist anders und nicht jeder Impfstoff wirkt gleich gut.“

Als dritte Impfe auf jeden Fall ein mRNA-Impfstoff

Und wie sieht es mit dem Impfstoff aus, welcher würde für die dritte Impfung genommen? Es werde auf jeden Fall ein mRNA-Impfstoff sein, also Biontec oder Moderna.

Doch bis Drittimpfungen für alle ab 18 Jahren tatsächlich durchgeführt werden, dauert es wohl noch. „Man muss einfach etwas festsetzen. Das Beste wäre, man gäbe jedem nach sechs bis acht Monaten die Booster-Impfung. Unabhängig von einer Blutuntersuchung. Das würde helfen, man wäre als Arzt auf der sicheren Seite.“

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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