Im Dezember wollen die Vereinsmitglieder mit kleinen Tüten über die Harkortstraße und den Wochenmarkt ziehen. © Britta Linnhoff
Erste Aktion

Der Dortmunder Süden hat einen neuen Verein: „Menschentreff“

Nach einem Jahr Vorbereitung ist es nun soweit: Es gibt einen neuen Verein im Dortmunder Süden. Dabei geht es nicht um Sport, sondern um mehr Miteinander. Eine erste Aktion ist schon geplant.

Im Dortmunder Stadtbezirk Hombruch gibt es einen neuen Verein: Der hat keine sportlichen Rekorde im Visier, aber ein Mehr an menschlichem Miteinander – obwohl gerade das in diesen Pandemie-Zeiten nicht einfach ist.

Das allerdings kann den frisch gewählten Vorsitzenden und Initiator des Vereins „Menschentreff“ nicht abhalten. Er heißt Heinz Augat und hat sich mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern viel vorgenommen.

„Wir möchten das multikulturelle Miteinander im Stadtteil Hombruch ohne Rücksicht auf Herkunft, Religion und Hautfarbe fördern, Demokratie neu erleben und damit dazu beitragen, eine echte Gemeinschaft ohne Rassismus, Antisemitismus, Hass, Gewalt und Ausgrenzung zu sein“, erklärt er.

Mitglieder unterwegs auf der Harkortstraße

Und eine erste Aktion haben seine Mitstreiter auch schon geplant: An zwei Tagen in der zweiten Dezemberhälfte, mittwochs und samstags, wenn Markt ist, wollen sie unterwegs sein auf der Harkortstraße und kleine Tütchen mit Gebäck und Nüssen inklusive Informationen verteilen. Alles finanziert aus den ersten Mitgliederbeiträgen des am 7. November gegründeten Vereins.

Angefangen hat diese Geschichte vor einem Jahr, erzählt Heinz Augat. Irgendwann, als die Kommunalwahl anstand. Irgendwie hatte Heinz Augat, so sagt er, das Gefühl, dass in Hombruch immer mehr rechtes Gedankengut zu erkennen gewesen sei, „viele Leute lassen sich unterschwellig auf so was ein“, findet er.

Und rechtes Gedankengut ist etwas, was Heinz Augat gar nicht akzeptieren kann. Also wurde er aktiv, kandidierte als Parteiloser und verteilte höchstpersönlich 3.500 Flyer im Stadtbezirk, erzählt er. Die Menschen wachrütteln habe er gewollt, sagt der 67-Jährige. In eine Partei wollte er nicht. „Man kann auch politisch sein ohne in einer Partei zu sein“, sagt er. Und irgendwie wuchs dann die Idee für einen neuen Verein.

Erstes Treffen des Vereins fand bereits statt

Die frisch beschlossene Satzung des neuen Vereins will alles und alle mit einschließen – schließt aber eines definitiv aus: eine rechte Gesinnung. Das erste Treffen fand in den Räumen der Freikirchlichen Gemeinde an der Gablonzstraße statt.

„Die waren wirklich sehr nett und hilfsbereit“, berichtet Heinz Augat, dessen Familie – getreu dem Motto „generationsübergreifend“ – auch mitmacht. So zum Beispiel sein 25-jähriger Enkel, auch sein Neffe ist dabei. Inzwischen haben sie eine Satzung, eine Steuernummer und sind ein Verein. Was noch fehlt, ist die Gemeinnützigkeit. Die ist beantragt.

Der frisch gewählte Vorstand mit dem Vorsitzenden Heinz Augat (2.v.l.).
Der frisch gewählte Vorstand mit dem Vorsitzenden Heinz Augat (2.v.l.). © Verein © Verein

Dass die Corona-Zahlen ihrer aller Elan jetzt ein Strich durch die Rechnung machen, sei schade. Sie hätten gehofft, wie viele andere auch damals, als man plante, dass es anders sei in diesen Monaten.

Wer Mitglied werden möchte, kann sich melden

Trotz aller Widrigkeiten macht der Verein Pläne für regelmäßige Treffen, Feste, Kleidertauschbörsen, Aktionen für Nachbarschaftshilfe und gemeinsame Ausflüge. Besuche in Altenheimen soll es ebenso geben wie Hilfestellung bei Amtsbesuchen oder die Vermittlung von Hilfsangeboten anderer Vereine.

Einen festen Vereinstreff hat man noch nicht, ist aber auf der Suche. Auch ein Internetauftritt sei in Arbeit, sagt Heinz Augat. Wer den Kontakt sucht, bekommt eine Antwort per E-Mail an menschentreff@yahoo.com

Die Mitgliedsbeiträge sind gestaffelt. Einzelpersonen zahlen fünf Euro im Monat, eine Familie mit Kindern unter 14 Jahren zehn Euro und Grundsicherungsempfänger 3 Euro.

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