Kevin Delcroix (l.) und Matthias Blais in ihrem Garten – dem „Dornhöfchen“ im Dortmunder Süden © Jörg Bauerfeld
Gartenserie „Querbeet“

Dornhöfchen: Künstlerpaar schafft märchenhaften Garten am Schwerter Wald

Der 3000 Quadratmeter große Garten von Matthias Blais und Kevin Delcroix hat etwas Märchenhaftes, erinnert stellenweise an die Schöne und das Biest. Die Oase liegt in der Aplerbecker Mark.

Viele Spaziergänger werden sich wohl schon gefragt haben, was hinter der hohen Hecke an dem Wanderweg liegt, der von der Straße Tiefe Mark hinunter ins Nathebachtal führt.

Die Antwort darauf geben das Künstlerpaar Matthias Blais und Kevin Delcroix. Beide haben sich auf rund 3000 Quadratmetern eine grüne Oase geschaffen, in der die Natur zu ihrem Recht kommt: Pflanzen, Tiere – und Menschen.

Eine kleine Hommage an „Die Schöne und das Biest“ © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Matthias Blais ist eigentlich Travestie-Künstler – und zwar kein Unbekannter. Sein „Heimspielort“ ist das Alte Gasthaus Grube. Kevin Delcroix verdient sein Geld als Michael-Jackson-Double.

Aber seit Ausbruch der Corona-Pandemie gibt’s keine Aufträge mehr. Erst langsam erholt sich das Geschäft wieder. „Da hatte ich viel Zeit für unseren Garten“, sagt Matthias Blais.

Fotostrecke

Gartenserie Querbeet: Das Dornhöfchen im Dortmunder Süden

2014 haben die beiden das Haus samt Grundstück gekauft. „Ich wollte schon immer einen großen Garten“, sagt Matthias Blais. „Ich hatte mich gleich in das Grundstück verliebt.“

Und so haben die beiden eine Wunderwelt erschaffen, die die Besucher staunen lässt. Denn das Zusammenspiel von „wachsen lassen“, die Natur führen und Stilelemente setzen ist es, was diesen Garten ausmacht.

Prachtvolle Rosen und davor eine romantische Sitzecke © Matthias Blais © Matthias Blais

Kleine Sitzgruppen verteilen sich auf dem Grundstück – für Besucher. Denn durch das „Naturwunderland“, das den Namen „Dornhöfchen“ trägt, werden Führungen angeboten, eineinhalb bis zwei Stunden dauern sie. 15 Euro kostet die Führung jeweils – und es läuft prächtig.

Rosen, Stauden und Kräuter, dazu Totholz-Hecken für die Tiere. Ein kleines Treibhaus, in dem neben „normalem“ Gemüse auch Wein, Physalis und mexikanische Tomaten wachsen. „Jeder darf hier probieren, ich gebe auch Ableger gerne ab“, sagt Blais.

Eine Übersicht von einem höher gelegenen Platz. Zu sehen ist aber nur ein Teil des Gartens. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Während Kevin Delcroix eher für die „rustikalen“ Dinge zuständig ist, wie beispielsweise das Rasenmähen, ist Matthias Blais der Mann fürs Feine. Der Duft von Lavendel liegt in der Luft, im Hintergrund ein Teich mit einem kleinen Bachlauf, aus dem die Tiere trinken können.

Alte Obstbäume wie ein Quittenbaum oder Aprikosen sorgen immer wieder für Erstaunen. Auch ein Feigenbaum steht im Garten. Und es gibt hier Pflanzen, die viele Menschen gar nicht mehr wahrnehmen. Die Wegwarte zum Beispiel.

Der Gartenteich: Wasser ist ein Lebensquell für Tiere und Pflanzen. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

„Die blüht wie eine Kornblume. Die Blüte schließt sich aber immer am Nachmittag wieder, dann ist es erst mal vorbei mit der Pracht“, sagt Matthias Blais. In früheren Zeiten habe man aus der Wurzel sogar eine Art Kaffee gemacht.

Ein wahres Fest für Insekten

Für die Insekten ist der Garten ein wahres Fest. Bestimmte Bereiche werden einfach wachsen gelassen. Wie die Brennessel. Auf die fliegen Vögel und Insekten. Für sie ist es eine Art „Superfood“.

Das gibt es auch für Menschen. Denn im Westteil des Gartens, neben einer wunderschönen Kletterrose, steht Topinambur. „Das war im Mittelalter sehr bekannt. Ein Wurzelgemüse, das durch die Kartoffel verdrängt wurde“, sagt Blais. „Ein super gesundes Gemüse, es schmeckt leicht nussig und es gibt großartige Rezepte. Erntezeit ist ab November bis April.“

Überall eine wahre Blütenpracht und nette Details © Matthias Blais © Matthias Blais

Jetzt liegt der Vorteil eines großen Gartens natürlich auf der Hand, wenn man einen naturnahen Garten anlegen möchte. Wäre so etwas denn auch auf einem Balkon möglich? „Absolut“, sagt Matthias Blais. „Das kann man auch auf einem Balkon nachempfinden. Das fängt schon damit an, dass man in Balkonkästen insektenfreundliche Pflanzen setzt. Geranien sollten es dann natürlich nicht sein.“

Es gibt noch viele wunderbare und auch amüsante Ecken in dem kleinen Paradies von Matthias Blais und Kevin Delcroix. Wer sich das alles anschauen möchte, erhält die Tickets bei Matthias Blais, Tel. (0231) 94618353, übers Handy 0171/6460610 (auch WhatsApp) oder per E-Mail an matthias.blais@t-online.de.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
Zur Autorenseite
Avatar

Haltern am Abend

Täglich um 19:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt