Schlechter Zustand ist noch wohlwollend beschrieben: der Haltepunkt Dortmund Tierpark. © Jörg Bauerfeld
Bahnhöfe

Ein Ankunftsort zum Schämen: Der Bahnhof Tierpark verkommt immer mehr

Der Zustand des Bahnhofes Tierpark ist schon lange katastrophal. Doch bei der Deutschen Bahn scheint der Haltepunkt in der Prioritätenliste ganz unten zu stehen. Bewertung: recht ordentlich.

Ein kurzer Blick in das Jahr 2011 zeigt, wie es um den Bahnhof Tierpark bestellt ist. Vor zehn Jahren also übermittelte die Bezirksvertretung Hombruch eine Wunschliste an die Deutsche Bahn, das schmutzige Podest mit Gleis in einen passablen Zustand zu bringen.

Dazu gehört auch die Barrierefreiheit, die eigentlich für solch große Ausflugsziele wie den Rombergpark und den Zoo, die von dort aus erreichbar sind, selbstverständlich sein müsste. Jetzt, im Jahr 2021 hat sich immer noch nichts getan am katastrophalen Zustand des Bahnhaltepunktes.

Im Gegenteil: Der Ort, der eigentlich eine Visitenkarte für den Stadtbezirk sein sollte, verfällt und verschmutzt immer mehr.

Ein Wartehäuschen, das mehr als Urinal als zum Warten genutzt wird.
Ein Wartehäuschen, das mehr als Urinal als zum Warten genutzt wird. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Allein, die Tatsache, dass dieser Bahnhof immer noch den Namen Tierpark trägt, zeigt, wie lange hier nichts mehr geändert wurden. Denn die Namensänderung in Dortmunder Zoo ist im Jahr 2000 über die Bühne gegangen.

Bahn zeigt kein Interesse für Veränderungen

Die Bahn scheint in Sachen Bahnhof Tierpark schon länger die weiße Fahne gehisst zu haben. Denn schon 2015 gab man zu bedenken, dass der Haltepunkt einer der kleinsten in Dortmund und in der Prioritätenliste demnach auch ziemlich weit hinten zu finden sei.

Auch bei den zwischenzeitlichen Einordnungen der Bahnhöfe und Haltepunkte, was Sauberkeit und Aussehen angeht, stößt die Deutsche Bahn immer wieder auf Kritik – der Bahnhof Tierpark schneidet nämlich dabei immer recht ordentlich ab. Und warum sollte man verbessern, was ordentlich ist?

Ein dunkles Loch: der Zugang aus Richtung Rombergpark.
Ein dunkles Loch: der Zugang aus Richtung Rombergpark. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Treffender als die Bewertung der Bahn ist sicher die, die der Fahrgast abgibt. In den öffentlichen Netzwerken sind da Kommentare zu lesen, wie diese hier: „Wer an diesem Bahnhof einen lohnenden Tag im Rombergpark oder Zoo starten will, kann vor allem eins sein, froh, dass man schnell wieder weg ist“, oder „Veralteter Bahnsteig, der viel zu niedrig ist. Enger Zugang, stinkender Unterstellplatz“.

Im Tunnel stinkt es nach Urin

Ist die Situation am Gleis schon übel, wird es in dem Tunnel, durch den man in Richtung Zoo und Rombergpark gelangt, noch ein wenig übler.

Der ehemalige Zugang zu den Gleisen: Er wird einfach dem Verfall überlassen.
Der ehemalige Zugang zu den Gleisen: Er wird einfach dem Verfall überlassen. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Der Geruch von Urin liegt in der Luft, die alte Farbe bröselt von der Decke. Licht sucht man hier vergebens, was den Durchgang in der dunklen Jahreszeit zu einem echten Angstraum werden lässt.

Auch hier versuchen die Mitglieder der Bezirksvertretung Hombruch schon lange etwas dagegen zu unternehmen – bisher erfolglos. Vielleicht wird er irgendwann einfach verschwunden sein: der Bahnhof Tierpark.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt