Die Stadtrat-Cramer-Alle in der Dortmunder Gartenstadt-Süd ist ein beliebter Ort für Spaziergänge mit dem Hund. © Felix Mühlbauer
Gift ausgelegt

Grausamer Giftköder-Vorfall in der Gartenstadt: So reagieren Hundehalter

Nachdem ein Rüde nach einem Giftköder-Vorfall an der Stadtrat-Cramer-Allee verstarb, warnt die Polizei anliegende Hundehalter. Die Reaktionen der Halter könnten unterschiedlicher nicht sein.

Am vergangenen Dienstag (6.7.) biss ein Hund an der Stadtrat-Cramer-Allee in der Dortmunder Gartenstadt in ein Stück Brot, das zuvor mit einem Giftköder präpariert wurde. Die Halterin versuchte ihren Rüden noch am Fressen zu hindern, doch da war es schon zu spät.

Zwei Tage später, am Donnerstag (8.7.), musste eine Tierärztin das Tier einschläfern, um es von seinen Qualen zu befreien. Die Polizei sucht weiter nach dem Täter und bittet Hundehalter, in der Gegend besonders vorsichtig zu sein.

„Es ist wirklich schrecklich“

Auch andere Hundehalter an der Stadtrat-Cramer-Allee haben Wind von dem tragischen Vorfall bekommen. Die Reaktionen reichen von besorgt bis entspannt. „Es ist wirklich schrecklich“, sagt am Montag (12.7.) eine Hundehalterin, die öfter mit dem Auto zur Stadtrat-Cramer-Allee anreist, um ihrer Hündin Auslauf zu geben.

„Ich habe schon vorher immer darauf aufgepasst, dass mein Hund nichts Fremdes frisst.“ Normalerweise fresse ihr Hund ohnehin nichts, was am Wegesrand liegt. Doch wenn Sorge vor Giftködern bestehe, sollte jeder seine Augen offen halten und sein Tier schützen.

Eine Anwohnerin, die mit ihrem Jack Russel Terrier Paula über den Grünstreifen an der Stadtrat-Cramer-Allee flaniert, hatte über den Vorfall des vergifteten Hundes auf Instagram gelesen: „Ich wohne gleich um die Ecke und gehe hier so gut wie täglich mit Paula spazieren. Hört man so etwas Schreckliches, macht man sich natürlich seine Gedanken um die Sicherheit der Tiere.“

Zudem erinnere sich die Halterin noch an einen ähnlichen Vorfall im vergangenen Jahr, bei dem eine Katze Opfer eines Giftköders wurde. Eigentlich sei der Weg mit seinen Grünstreifen und Wiesen ein guter Ort, um eine mittägliche Runde mit ihrer Hündin zu gehen. „Ich werde jetzt wohl noch genauer hinschauen, was Paula auf den Wiesen treibt.“

Essenreste, wie diese Wurstpelle, sind an den Grünstreifen und Wegesrändern der Stadtrat-Cramer-Allee überall zu finden. © Felix Mühlbauer © Felix Mühlbauer

Eine Hundehalterin reagiert entspannt

Anne Ostermann, eine Anwohnerin der südlichen Gartenstadt, die täglich mit ihrem Hund Atti an der Stadtrat-Cramer-Allee spazieren geht, ist von der Giftattacke zwar bestürzt, bleibt bezüglich ihres eigenen Hundes aber weiterhin entspannt: „Auch wenn man so etwas niemandem wünscht, mache ihr mir bei den Gängen über die Allee nicht so viele Sorgen. Das Gleiche hätte genauso gut an der Stadtkrone oder anderen Spazierstrecken in der Umgebung passieren können.“

Anne Ostermann werde wohl ihre tägliche Gassi-Runde an der Stadtrat-Cramer-Allee fortführen. Ab jetzt vielleicht mit dem ein oder anderen Gedanken im Hinterkopf mehr. „Solche Geschichten hört man ja oft. Meist handelt es sich nur um Gerüchte, dass es in diesem Fall wahr wurde, ist natürlich traurig.“

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Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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