Blumen, Stofftiere und Kerzen erinnern an den schrecklichen Unfall, bei dem ein kleiner Junge ums Leben kam. © Jörg Bauerfeld
Verkehrsunfall

Junge (4) stirbt nach schrecklichem Unfall: Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Fassungslosigkeit ist beinahe greifbar. Ein Tag nach dem schrecklichen Unfall an der Aplerbecker Straße, bei dem ein 4-jähriger Junge gestorben ist, herrscht Trauer und Entsetzen.

Es ist still in der Awo-Kindertagesstätte an der Aplerbecker Straße. Kein fröhliches Kinderlachen, wie an anderen Tagen. Vor der Einrichtung steht eine Holzkiste mit einer Kerze, darin liegen ein paar Kuscheltiere.

Ein Stehtisch, umhüllt mit einer schwarzen Stoffhusse steht daneben. Die Trauer ist groß an der Aplerbecker Straße. Man könne jetzt nichts sagen, so eine Awo-Mitarbeiterin. Die Gedanken sind bei dem kleinen Jungen (4), der am Tag zuvor noch die Einrichtung besuchte. Dann, am Mittwoch (24.2.) gegen 13.30 Uhr, passierte das Unfassbare.

Die verzweifelte Frage eines Kindes am Unfallort.
Die verzweifelte Frage eines Kindes am Unfallort. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Ein 84-jähriger Autofahrer übersah das Kind, das bei grünem Licht der Fußgängerampel die Straße überqueren wollte und überrollte es. Der Junge kam mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus, wo er am frühen Donnerstagabend verstarb.

Hier standen Mutter und Sohn an der Ampel. Als diese auf Grün sprang, wollte das Kind über die Straße und wurde von einem Auto erfasst.
Hier standen Mutter und Sohn an der Ampel. Als diese auf Grün sprang, wollte das Kind über die Straße und wurde von einem Auto erfasst. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Dort wo der Unfall geschah, ist eine Mauer geschmückt mit Stofftieren und Blumen. Eine Kinderzeichnung liegt auf dem Boden. „Warum?“, steht drauf. Es wirkt fast wie ein stummer Schrei. Kerzen brennen, ein letzter Gruß an den kleinen Jungen, der nicht mehr am Leben ist.

Große Anteilnahme in den öffentlichen Netzwerken

Auch in den öffentlichen Netzwerken ist die Anteilnahme groß. Viele sprechen hier ihr Beileid aus, wünschen der Familie Kraft in diesen schweren Tagen. Doch wie geht es nun weiter bei der Bearbeitung der Unfallursache?

„An dem Unfallhergang hat sich erst einmal nichts geändert“, sagt Polizei-Pressesprecher Gunnar Wortmann. „In den nächsten ein, zwei Tagen wird sich hier erst einmal nicht viel tun bei den Ermittlungen.“

Die Kindertagesstätte, die der Junge besuchte: Auch hier herrscht tiefe Trauer
Die Kindertagesstätte, die der Junge besuchte: Auch hier herrscht tiefe Trauer © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Der erste Stand sei nach wie vor, dass der 84-jährige Fahrzeugführer die Ampel nicht beachtet hat und den Jungen, der bei Grün die Straße überqueren wollte, überrollt habe.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Die Staatsanwaltschaft sei jetzt mit im Boot, ermittelt werde wegen fahrlässiger Tötung. Der schreckliche Unfall vor dem Kindergarten hat auch die Bürger entsetzt, die schon lange vor der gefährlichen Situation vor Ort warnen. Denn durch den Bau von neuen Häusern ist ein Teil des Bürgersteiges zwischen Aplerbecker Grundschule und dem Kindergarten seit mehr als einem Jahr gesperrt.

Diese Absperrung ist in der Kritik. Nur deswegen steht überhaupt die provisorische Fußgängerampel vor dem Awo-Kindergarten.
Diese Absperrung ist in der Kritik. Nur deswegen steht überhaupt die provisorische Fußgängerampel vor dem Awo-Kindergarten. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Die Fußgängerampel, an der der Unfall passierte, ist auch nur eine provisorische. „Die auch des Öfteren schon ausgefallen ist“, sagt Monika Stöcker-Haag. Sie ist Lehrerin an der Aplerbecker Grundschule und Mitglied der Fraktion der Grünen in der Bezirksvertretung Aplerbeck.

Wut über den seit Monaten gesperrten Gehweg

„Ich bin schon lange wütend, weil über ein Jahr der Gehweg abgesperrt ist. Genau auf dieser Seite bewegen sich ganz viele Kinder“, sagt Monika Stöcker-Haag. Der Unfall sei vermutlich aus anderen Gründen passiert, aber diese Gefahrenstelle sei dort schon lange.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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