Das, was auf der Landebahn so aussieht wie ein Zebrastreifen, sind die Schwellen, die verschoben werden sollen. In diesem Fall weiter zum unteren Bildrand. So wird die Bahn länger. © RN Archiv
Flughafen Dortmund

Lokalpolitiker gegen Flughafen-Ausbau: „Arbeitsplätze sind ein Totschlagargument“

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Mit einer „Schwellenverlegung“ verlängert der Dortmunder Flughafen die Start- und Landebahn – jetzt positionieren sich die Gegner.

Die letzte Sitzung der Bezirksvertretung ist Corona-bedingt ausgefallen. Eigentlich, so die Vorstellung der kommunalen Politiker hätte es ein nächstes Treffen erst wieder im März gegeben. Aber ein Ereignis hat dann doch dazu geführt, dass sich zumindest die Fraktionssprecher noch einmal vor der nächsten Sitzung des Rates der Stadt Dortmund treffen mussten – und einen Dringlichkeitsbeschluss auf den Weg brachten.

„Wir wollen gehört werden in Dortmund“, sagt der Aplerbecker Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. Es geht um den Dortmunder Flughafen. Der liegt in direkter Nachbarschaft des Stadtbezirkes Aplerbeck und hat mit seinen startenden und landenden Flugzeugen große Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Bürger.

Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD), Ursula Hertel (Grüne), Ingeborg Milde (CDU) und Andreas Heidrich (Linke/ Die Partei) gaben ein gemeinsames Statement ab.
Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD), Ursula Hertel (Grüne), Ingeborg Milde (CDU) und Andreas Heidrich (Linke/ Die Partei) gaben ein gemeinsames Statement ab. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Es geht um Lärm, der krank macht. In einigen Bereichen des Stadtbezirkes kann man die Flugzeuge fast berühren, so niedrig sind sie. Die Corona-Pandemie hat nun für eine Verbesserung der Situation geführt, doch eine Entscheidung des Dortmunder Flughafens lässt für den Stadtbezirk schlimmes befürchten. Es geht um die sogenannten Start- und Landeschwellen.

Das sind optische Hilfsmittel für die Flugzeuge. Denn erst nach Überfliegen einer solchen Schwelle darf ein Flugzeug aufsetzen. Diese optischen Hilfsmittel sollen nun verschoben werden. Eine kostengünstige Art und Weise, die Start- und Landebahn zu verlängern. Und das will man in Aplerbeck auf jeden Fall verhindern.

Den Rat der Stadt aufgefordert nicht zuzustimmen

„Wir fordern den Rat der Stadt Dortmund auf, dieser Änderung, die über den Flughafen bei der Bezirksregierung in Münster eingereicht worden ist, nicht zuzustimmen“, sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD).

Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, hatten sich noch die drei Fraktionssprecherinnen und -sprecher, nämlich Ursula Hertel (Grüne), Ingeborg Milde (CDU) und Andreas Heidrich (Linke/ Die Partei), mit im Sitzungsaal des Aplerbecker Amtshauses eingefunden.

Immer schon ein Veto gegen den Ausbau eingelegt

Schon in den vergangenen Jahren hatte die Bezirksvertretung in Aplerbeck ihr Veto gegen einen weiteren Ausbau des Flughafens eingelegt. „Und so soll es auch bleiben“, sagt Jürgen Schädel. Und in Aplerbeck denkt man sogar noch weiter.

Man solle auch einmal darüber nachdenken, den Dortmunder Flughafen ganz zu schließen. Er sei dermaßen defizitär, dass es vielleicht reichen würde, von den drei Regionalflughäfen in Dortmund, Münster/Osnabrück und Paderborn einen zu behalten. Und von den dreien habe Münster schon eine lange Landebahn.

Und was ist mit den Arbeitsplätzen? „Die Arbeitsplätze sind immer das Totschlagargument“, sagt Ingeborg Milde. „Arbeitsplätze können auch woanders wieder gefunden werden.“

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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