Immer mittwochs wird in der Schlossküche im Dortmunder Süden kräftig gebrutzelt. © Jörg Bauerfeld
Soziales Engagement

Schloss-Küche bleibt trotz Corona geöffnet: Buntes Team kocht für Obdachlose

Die Corona-Pandemie beeinflusst das alltägliche Leben. Mehr Menschen als sonst sind hilfsbedürftig. In Aplerbeck hat sich deshalb ein buntgemischtes Team zusammen gefunden, um Gutes zu tun.

Das Umfeld hat etwas Herrschaftliches: ein altes Wasserschloss und darin eine top moderne Küche. Die Corona-Pandemie hat sie zum Verstummen gebracht, die Gastronomie an den Rand der Verzweiflung. Doch es gibt Menschen, denen geht es noch viel schlechter – Corona hin oder her. Und für die werden einmal in der Woche die Öfen eingeschaltet.

Es wird gekocht, was das Zeug hält. Eine bunte Truppe hat sich während der Pandemie zusammengefunden. Die Mitglieder wollen den Obdachlosen in der Dortmunder Nordstadt helfen. Sie kochen für die Obdachlosenhilfe „Hand in Hand“ in der Gronaustraße.

Eine bunte Truppe trifft sich einmal in der Woche, um für obdachlose Menschen zu kochen.
Eine bunte Truppe trifft sich einmal in der Woche, um für obdachlose Menschen zu kochen. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Eine ehrenamtliche Institution, die allein von Spenden lebt und das warme Mittagessen für knapp 150 Gäste, das einmal in der Woche in der Restaurantküche im Wasserschloss Haus Rodenberg in Aplerbeck zubereitet wird, gut gebrauchen kann. Wie groß die Not im Dortmunder Norden ist, zeigt die Zahl an eingetragenen Hilfsbedürftigen bei „Hand in Hand“. Diese nähert sich der 1000er-Marke.

Es kommen die unterschiedlichsten Berufe zusammen

Immer donnerstags gibt es jetzt in der Dortmunder Nordstadt eine warme Mahlzeit zusätzlich. Die wird in Aplerbeck liebevoll zubereitet. Von einer Gruppe, die sich mehr oder weniger zufällig zusammengetan hat. Mit Mitgliedern, die auch die unterschiedlichsten Berufe ausüben.

Natürlich braucht es Köchinnen und Köche, die die Herrschaft über die Zubereitung haben. Jörg und Heike vom Allegretto und vom Schlosscafé Haus Rodenberg sind dabei. Bianca von Das Hoesch auch. Sie hatte auch die Idee, das Projekt ins Leben zu rufen. Holger ist eigentlich in der IT beschäftigt, steht in der Küche seinen Mann als „Schnippler“ und versucht sich nebenbei auch um Spendengelder zu kümmern.

IT-Branche trifft Köchinnen und Köche

Michael ist normalerweise für den Vertrieb in der Gastronomie tätig, beliefert diverse Restaurants mit Spirituosen. Auch er packt mit an bei den Vorbereitungen und auch beim Transport der fertig gekochten Speisen in den Dortmunder Norden.

Was aber ganz dringend gebraucht wird, sind Spenden. Zwar steuern Köche und „Hilfskräfte“ neben weiteren Spendern so viel Bargeld wie möglich zu den 150 Mahlzeiten bei. Wer sich finanziell an der Mahlzeit für Obdachlose beteiligen möchte, kann dies direkt über den Verein „Hand in Hand“ tun.

Die Kontaktaufnahme ist über die E-Mail-Adresse handinhandfuermenschen@web.de möglich.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt