Ein paar Wolken sind aufgezogen am Phoenixsee: Es gibt Ärger um das neue Parkraumkonzept. Jetzt haben sich die Segler zu Wort gemeldet. © Stephan Schütze (A)
Proteste

Segler laufen Sturm gegen Parkraumkonzept am Phoenix-See

Gegenwind am Phoenix-See für das neue Parkraumkonzept: Anlieger haben sich bereits teils wütend zu Wort gemeldet. Nun haben die Segler einen offenen Brief geschrieben.

Oberbürgermeister Thomas Westphal, die Bezirksvertretung Hörde und die Sportbetriebe der Stadt Dortmund bekommen noch vor Weihnachten Post, die Ärger bedeutet, denn die Absender sind ziemlich sauer – hoffen aber auf Gespräche, um „zu einer Lösung zu kommen“.

Geschickt haben die Post Hajo Runge und Dr. Bernd Bahke. Runge ist 1. Vorsitzender der Segelfreunde Phoenixsee, Bahke Vorsitzender des Vereins Sporthochseeschiffer Deutschlands in Dortmund. Geschrieben haben sie beide für die Segelsportler am Phoenix-See.

Das neue Parkraumkonzept schlägt hohe Wellen unter den Wassersportlern. Man habe, so schreiben die beiden in einem offen Brief, „der Presse entnommen, dass ein neues Parkraumkonzept für den Phoenix-See vorliegt. Das bringt nicht nur uns Segelvereinen erhebliche Nachteile“.

Damit weht der Stadt von weiterer Stelle ordentlich Gegenwind zum gerade vorgestellten neuen Parkraumkonzept entgegen. Bereits vor einigen Tagen hatten sich Anlieger beschwert.

In dem offenen Brief heißt es unter anderem: „Am Phoenixsee haben sieben eingetragene gemeinnützige Segelvereine, die über 600 Vereinsmitglieder vertreten, seit Eröffnung des Sees 2012 ihre Heimat. Diese Vereine üben nicht nur ihren Segelsport aus, sondern bilden auch sehr viele Interessenten und vor allem junge Menschen für diesen Sport aus. Besonders ein Segelverein, Sail-Together e.V. der evangelischen Kirche, gibt Behinderten die Möglichkeit, mit speziellen Booten den Segelsport am Phoenix-See auszuüben.“

Den Vereinen fehle es bisher an entsprechenden Räumlichkeiten

Aber: Den Vereinen fehle nach wie vor ein „entsprechendes Equipment wie Räumlichkeiten und Lagermöglichkeiten“. Die könnten „frühestens im vierten Quartal 2021 durch die Eröffnung eines Sportstützpunktes teilweise gewährleistet werden“. Und weiter: „Nicht nur Segler, sondern auch die anderen Wassersportvereine wie Kanuten und Paddler, die derzeit noch ihren angestammten Platz am Dortmund-Ems-Kanal haben, werden sich hier am See etablieren.“

Schönes Bild: Segler auf dem Phoenix-See. Jetzt schlägt aber das neue Parkraumkonzept unter den Wassersportlern hohe Wellen.
Schönes Bild: Segler auf dem Phoenix-See. Jetzt schlägt aber das neue Parkraumkonzept unter den Wassersportlern hohe Wellen. © Barz (A) © Barz (A)

Durch das jetzt vorgelegte Parkraumkonzept werde der Segelsport erheblich eingeschränkt, da wir Segler erhebliches Equipment für die Boote mitbringen. Außerdem sei es unmöglich, mit der anvisierten Parkzeit von maximal drei Stunden auszukommen, wenn Segelausbildung geleistet werden muss. Zumal die bisher zu zahlende Parkgebühr auf die Zeit von 19-21 Uhr aufgestockt worden sei: Das Fertigmachen der Boote, Besprechungen mit den Segelschülern erfordere viel Zeit. Das Parkhaus sei viel zu weit vom Sportstützpunkt entfernt, um all die erforderlichen Gegenstände zu tragen.

„Parkkosten von 150 bis 200 Euro für jedes Mitglied“

Wenn man davon ausgehe, dass ein Vereinsmitglied mindestens drei bis viermal pro Woche eins der vereinseigenen Boote nutzt, so müsse das Vereinsmitglied zur Zeit pro Saison ca. 150 bis 200 Euro an Parkgebühren aufbringen. Das klinge zunächst nicht viel, erhöhe aber enorm die Aufwendungen neben dem Mitgliedsbeitrag des Vereinsmitgliedes. Obwohl man sehr bemüht sei, die Beiträge sehr niedrig zu halten, um allen Interessierten diesen Sport auch finanziell zu ermöglichen.

Man vermisse, „dass die Stadt uns Wassersportlern positiv entgegenkommt, um unseren Sport ausüben zu können“, heißt es. Die beiden Segelsportler verweisen darauf, dass das anderswo offenbar möglich sei: So habe zum Beispiel der Ruhrverband an allen Ruhrstauseen Parkräume für die Wassersportler geschaffen, die ohne Entgelt genutzt werden können. Dies sei in den Zulassungsgebühren für die Seen enthalten. Man würde es begrüßen, in den Genuss von Parkausweisen zu kommen, wobei man „durchaus bereit sei, uns hier entsprechend zu beteiligen“.

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