Einige Schlaglöcher sind so groß, dass sie schon abgesichert werden müssen. © Jörg Bauerfeld
Erstausbau

Stadt erneuert Dortmunds kaputteste Straße – und bittet die Anwohner zur Kasse

2013 bekam die Straße im Dortmunder Süden eine bis dahin stadtweit einzigartige Auszeichnung: ein Tempo-10-Schild. Die Straßenerneuerung kostet Millionen – und die Anwohner sollen nun zahlen.

Es deutet alles darauf hin, dass die Obermarkstraße im Dortmunder Süden 2023 ein zehnjähriges Jubiläum feiern wird. Eines, das für eine Straße sicher kein rühmliches ist.

2013 war es nämlich, als die Stadt Dortmund beziehungsweise das Tiefbauamt keine andere Wahl mehr hatte, als an der Ost-West-Achse im Stadtbezirk Aplerbeck Tempo-10-Schilder aufzustellen.

Seit Jahren ein Kampf gegen die Schlaglöcher

Zu kaputt für eine schnellere Geschwindigkeit war die Fahrbahndecke damals schon. Immer wieder kamen Mitarbeiter mit Eimer und Schaufel und füllten die Löcher, die immer größer wurden, wieder auf. Ein Kampf gegen Windmühlen, den die Stadt Dortmund schon vor 2013 jahrelang führte.

Ein „Vermessungstrupp“, der die Straße kürzlich von Ost nach West in Augenschein nahm, sorgte nun aber für Aufsehen. Und siehe da, es tut sich etwas im Dortmunder Süden – und zwar etwas Großes.

Angestrebt ist der Ausbau für das Jahr 2023

„Der Ausbau der Obermarkstraße wird für das 2. Quartal 2023 angestrebt“, sagt Stadt-Pressesprecher Christian Schön. Denn, so Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl, auch der Planungsentwurf für die Obermarkstraße stehe fest.

Ende März 2021 sorgten Vermesser für Aufsehen an der Obermarkstraße.
Ende März 2021 sorgten Vermesser für Aufsehen an der Obermarkstraße. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Und das nach jahrelangem Hin und Her um Grundstücke und um die Frage, ob es sich bei dem Ausbau der Straße um einen Erstausbau handele. Denn der könnte teuer werden für die Anwohner.

Und so wird es wohl auch sein. Zumindest nach der Auffassung der Stadt Dortmund. „Es handelt sich im rechtlichen Sinne um die erstmalige endgültige Herstellung der Straße, sodass Anliegerbeiträge nach Baugesetzbuch in Höhe von 90 Prozent der umlagefähigen Kosten erhoben werden“, erklärt Christian Schön.

Geschätztes Gesamtvolumen: 3,3 Millionen Euro

Bei einem geschätzten Gesamtvolumen der Baumaßnahme von 3,3 Millionen Euro sicher keine Kleinigkeit für die Bürger, die dort Eigentum besitzen. Aber warum wird der Ausbau so teuer? Laut Stadt Dortmund handelt es sich um eine Neugestaltung des gesamten Straßenraumes, die eine Erneuerung des Oberbaus beinhaltet.

Ob alles am Ende so kommt, wie geplant, steht aber noch in den Sternen beziehungsweise Schlaglöchern. Denn bevor überhaupt Planungsrecht für den Umbau geschaffen werden kann, gibt es noch eine Bürgerbeteiligung. Dann wird sich zeigen, ob alle Meinungsverschiedenheiten zwischen Stadt Dortmund und Anwohnern ausgeräumt sind.

Schon 2019 gab sich Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl sehr optimistisch, was einen Ausbau der Obermarkstraße anging. Sie sprach damals von „einem Baubeginn ab 2021“.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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