An dieser Baustellstelle kommt es immer wieder zu Verkehrsverstößen durch Pkw-Fahrer. © Jörg Bauerfeld
Baustelle Hellerstraße

„Verkehrszeichen interessieren keinen“: Warum Autos fahren, aber nicht dürfen

Ob es an der irreführenden Beschilderung liegt oder an der großräumigen Umleitung: An einer Baustelle im Dortmunder Süden ignorieren Autofahrer regelmäßig die Verkehrszeichen.

Der Satz, der einem überrascht dreinblickenden Fußgänger herausrutschte, sagt eigentlich alles. „Die fahren einfach. Verkehrszeichen interessieren hier keinen.“ Mit „die“ sind die Autofahrer gemeint, die eigentlich auf einem rund 400 Meter langen Teilstück der Hellerstraße im Dortmunder Süden nicht fahren dürften – zumindest im Moment nicht.

Denn hier, an der schmalen Straße in Löttringhausen wird gearbeitet: Die Donetz verlegt Kabel. Zusammen mit der großen Baumaßnahme an der Straße Hohle Eiche – hier wird ein Regenrückhaltebecken gebaut – treiben die Arbeiten den Verkehrsteilnehmern den Schweiß auf die Stirn.

An der Straße Hohle Eiche werden ein neuer Kanal und ein Regenrückhaltebecken gebaut. Die Durchfahrt zur Hellerstraße ist nicht möglich.
An der Straße Hohle Eiche werden ein neuer Kanal und ein Regenrückhaltebecken gebaut. Die Durchfahrt zur Hellerstraße ist nicht möglich. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Denn wer beispielsweise von Kirchhörde nach Löttringhausen fahren möchte, der hat ein Problem. Vor lauter Umleitungsschildern fährt man sich nämlich fast einen Knoten ins Fahrzeug und landet dann auch noch vor der gesperrten Hellerstraße. Für den „normalen“ Verkehrsteilnehmer ist an der Einmündung zur Kobbendelle die Fahrt zu Ende.

Dann hilft nur noch ein Wendemanöver, denn die Zufahrt zur Straße Hohle Eiche ist in diesem Bereich auch gesperrt – oder ein Verstoß gegen die Verkehrsregeln. Was bei einigen vielleicht unbewusst geschieht, denn die Situation ist ziemlich einmalig im Stadtgebiet. Es gibt nämlich eine Baustellenampel, die den Verkehr auf der einseitig gesperrten Hellerstraße regelt.

Auf den ersten Blick irritiert die Verkehrsregelung

Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass hier nur Lkw freie Fahrt haben. Motorräder und Autos dürfen nicht. Aber wie ist das zu erklären?

„Lkw über 3,5 Tonnen dürfen die Baustelle passieren, weil die Hellerstraße in Höhe Hausnummer 94 über ein Brückenbauwerk verfügt was lediglich 2,7 Meter hoch ist und somit eine Belieferung aus Richtung Hagener Straße unmöglich macht. Betroffen von dieser Brücke sind auch Feuerwehrfahrzeuge und die Müllabfuhr“, sagt Maximilian Löchter, Pressesprecher der Stadt Dortmund.

Heraushalten der Fußgänger sei in der Baustelle nicht möglich

Aber was ist mit den Pkw? Auch hier hat die Stadt eine Erklärung: „Das Zulassen des Pkw-Verkehrs im Baustellenbereich würde zu einer Gefährdung der Fußgänger in diesem Bereich führen. Ein Heraushalten der Fußgänger aus dem Baustellenbereich mittels einer Umleitung ist in zumutbarer Weise, insbesondere unter besonderer Berücksichtigung von Rollstuhlfahrern, Sehbehinderten und Kindern, nicht möglich“, erklärt Maximilian Löchter und weist auf den Zugang zu den Werkstätten Gottessegen hin, in denen Menschen mit Behinderungen arbeiten.

Indes wurden in der Bevölkerung Vermutungen laut, dass der Lkw-Verkehr der Kanalbaustelle an der Hohlen Eiche auch über die Hellerstraße abgeleitet wird und daher die Verkehrsführung komme. Diese Vermutung wird aber von der Stadt verneint. „Die Kanalbaumaßnahme Kobbendelle/Hohle Eiche wird von der Hagener Straße aus angedient“, sagt Maximilian Löchter.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt