Weit entfernt von einem Problemstandort? Ein Stadtbezirk kämpft gegen sein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit. © Jörg Bauerfeld
Polizeierfolge

„Wir sind nicht die Nordstadt“: Ein Stadtbezirk kämpft gegen schlechtes Image

2020 terrorisierten Jugendliche einen südlichen Dortmunder Stadtbezirk. Die Polizei griff energisch durch. Zuletzt gab es dennoch eine neue Gewalttat. Aber es gibt erfreuliche Neuigkeiten.

Ein Stadtbezirk geht auf die Barrikaden. Nicht, weil es irgendwelche Animositäten mit den Nachbarn gibt, sondern, weil man sich schlichtweg unfair behandelt fühlt.

Es geht um Aplerbeck und die Berichterstattung über die Zustände im Ortskern. Das Fernsehen hatte zuletzt neben der örtlichen Presse über einen brutalen Übergriff an einer Bushaltestelle vor der Sparkasse berichtet.

In Aplerbeck wehrt man sich energisch

Im gleichen Atemzug ging in die Welt, dass es in Dortmund nun ein neues Problemviertel gäbe – nämlich Aplerbeck. Das will man dort nicht so auf sich sitzen lassen. Zumal die Polizei in Bezug auf die Gewalttat am 31. August auch schon erste positive Informationen weitergeben konnte.

In Aplerbeck war sogar schon eine Videoüberwachung im Gespräch.
In Aplerbeck war sogar schon eine Videoüberwachung im Gespräch. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Denn die Person, die auf einem Video eine Frau brutal zusammenschlug, konnte identifiziert werden und werde ihrer gerechten Strafe zugeführt. „Man muss zugeben, dass wir 2020 größere Problem hatten. Das kann keiner von der Hand weisen“, sagt Aplerbecks Wachleiter Michael Wintersehl. Im Vergleich zu 2019 habe es 2020 einen signifikanten Anstieg an Gewalttaten im Aplerbecker Ortskern gegeben.

„Gerade der Bereich der Gewaltkriminalität mit all seinen Facetten führt natürlich dazu, dass der Bürger sich unwohl fühlt“, sagt Michael Wintersehl. Man habe aber dann durchgegriffen.

Wachleiter Michael Wintersehl zieht ein positives Fazit aus Sicht der Polizei.
Wachleiter Michael Wintersehl zieht ein positives Fazit aus Sicht der Polizei. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Jugendgruppen sind unter Kontrolle

Man habe Zeugen befragt, Material gesichtet, Kontrollen durchgeführt und am Ende die zwei Jugendgruppen (14 bis 17 Jahre), die in Aplerbeck ihr Unwesen trieben, in den Griff bekommen „Vier der Haupttäter konnten wir festnehmen“, erzählt Michael Wintersehl.

Im Jahr 2021 habe sich die Lage sehr zum Positiven verändert. „Wir sind natürlich immer noch bestrebt, weiter Präsenz zu zeigen“, erklärt der Wachleiter. Die Gewalttaten seien im ersten Halbjahr um fast 30 Prozent zurückgegangen.

Größere Jugendgruppen, die Ärger machen, seien nicht mehr festzustellen.

„Man muss ganz klar sagen, wir sind nicht Hörde oder die Nordstadt“, betont Michael Wintersehl. Aplerbeck habe kein Sicherheitsproblem. Die Aufklärungsquote bei Gewalttaten liege bei 80 Prozent.

„Aber man muss auch sagen, es wird immer mal wieder einzelne Taten geben. Das können wir nicht verhindern“, sagt Michael Wintersehl. Man werde weiter starke Präsenz zeigen, aber man sei meilenweit entfernt davon, ein Brennpunkt zu sein. Aplerbeck sei weiterhin ein lebenswerter Wohnort.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.