Nach über sieben Stunden wurde der Junge aus dem rund 20 Quadratmeter großen Tresorraum befreit. Glücklicherweise war er unversehrt. © Helmut Kaczmarek
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17-Jähriger im Tresorraum gefangen: „Panzerknacker“ helfen bei der Rettung

Stundenlang musste ein 17-Jähriger hinter einer verschlossenen Tresortür in einem ehemaligen Bankhaus ausharren. Ein Tresor-Notdienst unterstützte Feuerwehr und THW bei der Rettungsaktion.

Der Lockdown ist langweilig? Dem wird ein 17-Jähriger Dortmunder ganz sicher nicht zustimmen. Denn der Jugendliche musste über sieben Stunden im Tresorraum in der früheren Volksbank in Dortmund-Nette ausharren. Am Samstagabend (30.1.) um 21.30 Uhr fiel die Tür hinter ihm zu – und der Junge saß in der Falle.

Laut Zeugen sollen die Eigentümer und Helfer zunächst selber versucht haben, den 17-Jährigen aus seinem Gefängnis zu befreien. Über zwei Stunden haben sie mit einem Bohrhammer und Stemmeisen hantiert, dann war ihnen klar: Sie brauchen professionelle Hilfe.

Um 23.10 Uhr, berichten die Zeugen, sei der Wagen mit einem Teil der Ersthelfer bei der Feuerwache Mengede vorgefahren. Ein Glücksgriff: Denn diese Retter sind mittlerweile als kreative „Helden für Spezialfälle“ bekannt. Ihr Repertoire reicht von der Geburtshilfe auf der Straße bis hin zu spektakulären Tierrettungen.Doch auch den Mengeder Feuerwehrmännern war schnell klar, dass sie alleine nichts ausrichten konnten. Sie baten das Technische Hilfswerk (THW) um Unterstützung und suchten gleichzeitig im Internet nach einem Tresor-Notdienst. Sie wurden fündig und die „professionellen Panzerknacker“ reisten aus Osnabrück an.

Über einen Versorgungsschacht konnten die Retter dem eingeschlossenen Jungen Wasser reichen.
Über einen Versorgungsschacht konnten die Retter dem eingeschlossenen Jungen Wasser reichen. © Helmut Kaczmarek © Helmut Kaczmarek

Das THW rückte der rund 60 Zentimeter dicken Tresortür aus Stahlbeton mit einer elektrischen Bohrmaschine sowie einem pressluftbetriebenen Bohrhammer zu Leibe. Gemeinsam mit den Profis des Tresor-Notdiensts konnte die massive Tür schließlich per „Kettenzug“ und Spreizgerät geöffnet werden.

Es heißt, dass die Tresor-Profis zusätzlich das Schloss geknackt haben. Den Mengeder Rettern war es im Vorfeld sogar gelungen, einen Zugangscode zu ermitteln. Doch der funktionierte nicht wie erhofft.

Warum der 17-Jährige im Tresorraum eingesperrt war, ist noch nicht ganz geklärt. Zeugen geben an, dass er sich mit einem anderen Jugendlichen im Keller des ehemaligen Bankgebäudes aufgehalten haben soll und beim „Herumalbern“ die Tür zugefallen sei.

Die Retter brauchten jede Menge Spezialwerkzeug und technisches Gerät, um die Tresortür aus Stahlbeton zu bewegen.
Die Retter brauchten jede Menge Spezialwerkzeug und technisches Gerät, um die Tresortür aus Stahlbeton zu bewegen. © Helmut Kaczmarek © Helmut Kaczmarek

Die beiden Jugendlichen gehören zur Familie des Eigentümers. Dieser lässt das Gebäude zu einem Wohnhaus umbauen.

Der 17-Jährige, der über sieben Stunden eingesperrt war, blieb unverletzt. Über einen Versorgungsschacht konnten ihm die Helfer vor Ort Wasser reichen und über Lüftungsschlitze mit ihm reden. Bei der groß angelegten Rettungsaktion half eines 30-köpfigen Team der Feuerwehr, des THW und des Tresor-Notdiensts.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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