Aktuell ruhen die Bauarbeiten an der A40-Ausfahrt. © Reiner Uhlenbrock (Archiv)
Gefährliche Kreuzung

Ampel-Bau an Horror-Ausfahrt A40: Das Ende der „geordneten Chaoskultur“

Die direkten Anwohner einer der gefährlichsten Kreuzungen in Dortmund sind erleichtert: Endlich hat der Bau einer Ampel-Anlage begonnen. Die beste Lösung ist sie in ihren Augen aber nicht.

Sie gehört zu den gefährlichsten Kreuzungen in Dortmund. Vor allem zu den Stoßzeiten spielten sich hier gefährliche Szenen aufgrund waghalsiger Abbiege-Manöver ab. Zusammenstöße mit Blechschäden ereigneten sich laut Anwohnern fast täglich, aber auch Unfälle mit zum Teil schwerverletzten Menschen hat es gegeben.

Seit dem 10. November ist an der Horror-Ausfahrt A40/Werner Hellweg/Wilhelmshöh in Lütgendortmund nichts mehr wie es war. Die Kreuzung ist gesperrt, Autolärm wird durch Baggergeräusche ersetzt. In den nächsten Monaten wird hier eine Ampel-Anlage mit neuen Abbiege-Spuren gebaut, um die unfallträchtige Kreuzung zu entschärfen.

Ex-OB machte Umbau der Kreuzung zur Chefsache

Darauf mussten Politiker, Anwohner und Autofahrer einige Jahre warten. 2018 machte der damalige Oberbürgermeister Ullrich Sierau den „Fall“ schließlich zur Chefsache, doch erst über zwei Jahre später sind die Bagger angerollt. Auch die Corona-Krise hat bei der Verzögerung eine Rolle gespielt. Eigentlich war der Baubeginn nämlich für August 2020 geplant.

Die direkten Anwohner sind erleichtert, dass es mit dem Ampel-Bau endlich losgegangen ist. Sie haben nämlich gleich mehrfach unter der Situation gelitten – nicht nur als Autofahrer und Beobachter von vielen Unfällen. „Täglich haben mindestens 100 Autofahrer auf unserem Privathöfen gewendet. Für Fußgänger war es oft gefährlich“, berichtet Reiner Uhlenbrock stellvertretend für die Eigentümergemeinschaften Wilhelmshöh 1 und Lütgendortmunder Hellweg 264.

Seit der Sperrung der A40-Auf- und Ausfahrt hat sich der Verkehr auf dem Hellweg deutlich reduziert.
Seit der Sperrung der A40-Auf- und Ausfahrt hat sich der Verkehr auf dem Hellweg deutlich reduziert. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Dass Außenstehende, vor allem in den sozialen Netzwerken, die gefährliche Situation in Frage stellen und von einer „normalen Kreuzung“ sprechen, kann er nicht verstehen. „Hier hat sich eine geordnete Chaoskultur gebildet. Die Autofahrer, es waren ja immer dieselben, haben sich selbst organisiert.“

Wenig Verkehr seit der Sperrung der Aus- und Auffahrt

Soll heißen: Viele sind von der A 40 kommend rechts abgebogen Richtung Werne und haben dann auf den Privathöfen oder spätestens auf dem Parkplatz des Tennisvereins gewendet. „Lastwagen hatten so kaum eine Chance, links abzubiegen. Und so kam es zu langen Rückstaus“, erzählt Uhlenbrock. Oftmals hätten sich Autofahrer mit quietschenden Reifen in den fließenden Verkehr eingefädelt – was eben nicht immer gut ausgegangen ist.

Seit der Sperrung der Aus- und Auffahrt habe sich der Verkehr stark reduziert, so Uhlenbrock. „Die Verkehrsdichte hat ganz klar mit der Aus- und Auffahrt der A40 zu tun.“

Bei aller Freude über den Ampel-Bau schwingt bei den direkten Nachbarn aber auch Unverständnis für die Stadt mit. „Viele hier fragen sich, warum erst die Ampel gebaut wird, wenn doch eigentlich ein Kreisverkehr geplant ist“, so der Anwohner.

Kreisverkehr ist die bessere Lösung

Er persönlich halte einen Kreisverkehr auch für die bessere Lösung: „Eine Ampel ist energetisch doch nicht mehr zeitgemäß.“ Er hoffe, dass die Ampel nachts abgeschaltet wird. „Alle sprechen von Greta und Ökologie, dazu passen keine qualmenden Autos, die unnötig vor einer roten Ampel stehen.“

Die Reihenfolge – erst Ampel, dann Kreisverkehr – erklärt die Stadt in der entsprechenden Vorlage zur Entschärfung des Knotenpunkts im Dezember 2019 so: „Um der vorhandenen Situation kurzfristig Abhilfe verschaffen zu können, wurde auf eine komplette Umplanung der Kreuzung verzichtet.“

In derselben Unterlage wird aber auch der Kreisverkehr angekündigt: „Langfristig wird hier jedoch eine Umbaulösung der Kreuzung zu einem Kreisverkehr verfolgt.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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