Hannelore Rieger machte bereits eine Probefahrt in einer eBike-Rikscha. In Bochum-Ehrenfeld läuft das Projekt "Radeln ohne Alter" schon mit Erfolg. © privat
Generationen-Projekt

Ausflug in der eBike-Rikscha: Jung radelt Alt durch den Stadtteil

Senioren lassen sich in die Umgebung kutschieren. Dabei kommen sie mit den Piloten der eBike-Rikscha ins Gespräch. „Radeln ohne Alter“ heißt das weltweite Projekt – bald auch in Dortmund.

„Ein Ausflug durch den Stadtteil: auf dem Fahrrad und an der frischen Luft, dabei ins Gespräch kommen und in Erinnerungen schwelgen. Dieser Wunsch vieler älterer Menschen soll schon bald in Erfüllung gehen.

„Radeln ohne Alter“ heißt ein internationales Projekt, das einen Ableger in Dortmund-Marten hat. Die Idee von „Cycling without age“ stammt aus Kopenhagen: Sie verbindet Radfahren, Zeit mit anderen Menschen verbringen, Langsamkeit und die Lust auf das Erzählen von Geschichten.

Nun sollen sich die (Jung-)Senioren keinesfalls selbst aufs Rad schwingen. Vielmehr kutschiert ein jüngerer „Pilot“ mit einer Rikscha die Senioren bei der Stadtpartie – ein Generationen Projekt.

Rikscha ist seniorengerecht

Hannelore Rieger vom Förderverein Dortmund-Marten und Germania treibt das Projekt voran. „Weltweit gibt es Stützpunkte“, erklärt sie. „Meine Idee war es, einen solchen in Marten zu installieren.“

Die Idee reifte schon länger. Aber dann kam Corona. Jetzt aber sei das Projekt um so drängender. „Wir machen älteren Menschen ein Angebot, am sozialen Leben teilzunehmen, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und dabei Spaß und Freude zu haben.“

Ausgangspunkt ist die Stadtteilwerkstatt Meilenstein. „Marten hat aber mehr als das Zentrum und die Meile“, sagt Ingo Rößler vom Martener Forum. „Schmechtingsbach oder Roßbach bieten ein tolles Naturerlebnis.“ Dabei soll es nicht bleiben: Als erreichbare Ziele nennen Rieger und Rößler auch Germania, Kirchlinde, Wischlingen, Dorstfeld und das Naturschutzgebiet Hallerey.

Bis es so weit ist, muss erst einmal die eBike-Rikscha her. Die Martener profitieren dabei von den Erfahrungen, die eine „Radeln-ohne-Alter“-Gruppe in Bochum Ehrenfeld macht. „Die Rikscha ist seniorengerecht“, erklärt Hannelore Rieger. Sie hat in Bochum bereits eine Probefahrt unternommen.

Förderverein sucht Spender und Piloten

Das Gefährt hat vorn eine Doppel-Sitzbank. „Das Trittbrett kann man einklappen, so dass die Senioren bequem ein- und aussteigen können“, erklärt die Martenerin. Die Bank verfüge zudem über Drei-Punkt-Sicherheitsgurte. Ein Verdeck bietet Schutz vor Regen, hat zudem an den Seiten und im Dach Fensterfolie. Damit ist sowohl ein Blick in die Natur möglich – und der Pilot hat seine Fahrgäste im Blick.

Ingo Rößler und Hannelore Rieger werben für Spenden und Freiwillige, die die Rikscha fahren.
Ingo Rößler und Hannelore Rieger werben für Spenden und Freiwillige, die die Rikscha fahren. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

10.000 Euro kostet die Rikscha. Die Anschaffungskosten will der Förderverein per Sponsoring und öffentliche Zuschüsse finanzieren. „Wir suchen auch Privatspender“, sagt Ingo Rößler. Die Betriebskosten, vor allem die Versicherung sollen über ein Crowdfunding zusammen kommen.

Über die Freiwilligenagentur suchen die Initiatoren zudem jüngere Leute, die die Rikscha fahren. Nach einer Schulung soll es losgehen – voraussichtlich im Frühjahr 2022.

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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