Durch eine Straßensperrung kommt es zu Verspätungen auf der Linie 471, moniert ein Bürger. © Uwe von Schirp
Dauerbaustelle

Bürger moniert Busverspätungen – DSW21 relativiert die Kritik

Kanalbauarbeiten. Deswegen ist eine vielbefahrene Straße gesperrt. Busse fahren eine Umleitung – und haben fast permanent Verspätung, moniert ein Bürger. DSW21 relativiert die Kritik.

Seit fast elf Monaten ist die Verbindungsstraße dicht – und wird es noch bis in den Februar 2022 bleiben. Wegen aufwendiger Kanalbauarbeiten der Emschergenossenschaft müssen Autofahrer eine Umleitung nehmen. Auch vier Buslinien sind betroffen.

Gesperrt ist die Dönnstraße in Dortmund-Mengede zwischen Hugostraße und Im Apen. Die Busse fahren vom Kreisel Käthe-Kollwitz-Straße über die Ammerstraße und Mengeder Straße zum Mengeder Markt.

Die Folge: „Die Linie 471 hat zu den Spitzenzeiten schon mal zehn bis 15 Minuten Verspätung“, schreibt Karsten Hoch an diese Redaktion. „Unter fünf Minuten Verspätung geht es praktisch nie.“ Das hat Folgen für den Linientakt von Mengede über Nette zur Stadtbahn-Haltestelle Westerfilde.

Anschluss an U47 in Westerfilde klappt nicht

„Meist aber fahren die 470 und die 471 zeitgleich, obwohl der Fahrplan einen Abstand von 10 Minuten zwischen den Fahrten vorsieht“, berichtet der Netter. „Folge daraus ist, dass der zuerst fahrende Bus überfüllt ist – was zurzeit ja eher verhindert werden sollte.“

Noch problematischer: „Nicht einmal während des 30-Minuten-Taktes wurde der Fahrplan so angepasst, dass die Fahrten drei Minuten früher in Oestrich starten und der sonntags knappe Übergang von der 471 auf die U47 in Westerfilde ermöglicht wird“, schreibt Karsten Hoch.

Fahrplantechnisch sei das problemlos möglich, betont der studierte Stadt- und Verkehrsplaner. „Es stellt sich die Frage, warum keine Baustellenfahrpläne erstellt wurden, wie es zum Beispiel bei der Linie 361 (nach Castrop) gemacht wurde.“ Diese Verbindung betreibt die Straßenbahn Herne Castrop-Rauxel (HCR). Die Linien 470, 471 und 477 gehören zum Netz der Dortmunder Stadtwerke (DSW21).

Der Kanalbau an der Dönnstraße ist aufwendig. Die Bauarbeiten haben sich verzögert, stehen aber vor einem absehbaren Abschluss. In dieser Grube entsteht ein Schachtbauwerk, das den neuen mit dem alten Kanal verbindet.
Der Kanalbau an der Dönnstraße ist aufwendig. Die Bauarbeiten haben sich verzögert, stehen aber vor einem absehbaren Abschluss. In dieser Grube entsteht ein Schachtbauwerk, das den neuen mit dem alten Kanal verbindet. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Auf Anfrage schreibt DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth: „Nach unseren internen Auswertungen kommt es auf der 471 vorwiegend mittags zu Verspätungen, während die Mehrzahl der Fahrten weiterhin pünktlich in Bodelschwingh und Mengede ankommt.“

Mehrere Baustellen haben Auswirkungen

Ein ganztägiger Ersatzfahrplan (Baustellen-Plan) mache daher wenig Sinn. DSW21 prüfe jedoch, ob im mittäglichen Schülerverkehr noch nachgesteuert werden könne. „Grundsätzlich melden unsere Fahrerinnen und Fahrer über unser Meldesystem, falls es in einem Fahrzeug einmal zu voll sein sollte, sodass wir immer über eventuelle Problempunkte informiert werden und diese prüfen können.“

Heydenbluth weist auf weitere Baustellen im Raum Mengede hin. „Das sorgt allgemein für einen zähen Verkehrsfluss rund um Mengede Markt und hat auch Auswirkungen auf unsere Linien“, erklärt sie. „Hierauf haben wir keinen Einfluss.“

Zum Ersatzfahrplan schreibt die Sprecherin: „Die HCR hat mit ihrer Linie 361 und deren langen Standzeiten in Mengede deutlich mehr betrieblichen Spielraum für einen Ersatzfahrplan als wir mit unseren eng miteinander verknüpften und integrierten Linien in Mengede.“

Andere Umleitungen sind keine Alternative

Mögliche Umleitungen habe DSW21 geprüft, sie bringen jedoch keine Vorteile. „Bei einem Verzicht auf die Fahrt über die Ammerstraße und Donarstraße zum Beispiel würden wir den Bereich Nette abschneiden.“

Karsten Hoch verweist auf ein weiteres Problem: „Pikant wurde es bei den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten der Busfahrer.“ Von Januar bis mindestens Oktober seien die nicht eingehalten worden, wie ihm die Gewerkschaft Verdi bestätigt habe. „Teilweise sind die Fahrer ganz ohne Pause gefahren, höchstens eine ‚Pinkelpause’ war mal drin.“

Britta Heydenbluth widerspricht: „Die Pausen- und Ruhezeiten der Fahrerinnen und Fahrer sind natürlich gesichert, bei Überschreitungen der Lenkzeiten gibt es für uns keine Grauzone“, schreibt sie. „Sollte das einmal passieren, wird der Fahrer rechtzeitig durch jemanden aus der Reserve abgelöst.“

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Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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