Ronja und Sebastian Fleuter haben ihren persönlichen Corona-Albtraum erlebt. Sie mussten ihre lange geplante Hochzeit in Weiß wegen der Pandemie absagen. Was blieb, war eine einsame Trauung im Standesamt. © Stephan Schütze (Archiv)
Persönlicher Rückblick

Corona und Lejlas Schicksal bestimmten 2020 – aber Schönes gab es auch

Seit Monaten haben fast alle meine Artikel einen Corona-Bezug. Aber auch viele weitere Themen des Jahres 2020 sind in meinem Gedächtnis geblieben. Ein persönlicher Rückblick.

Pandemie, Coronavirus, Inzidenzwert, Neu-Infizierte, Corona-Fälle, Hygiene- und Abstandsregeln: Seit Beginn der Corona-Krise in Deutschland habe ich kaum einen Artikel verfasst, in dem das gefährliche Virus keine Rolle spielt. Doch wann habe ich eigentlich zum ersten Mal dieses Wort geschrieben, das seit Monaten unser aller Leben beherrscht und negativ beeinflusst?

Der Blick ins Archiv hilft. Am 6. März 2020 stand erstmals mein persönliches Unwort des Jahres bei mir in der Überschrift. Sie lautete: „Coronavirus im Dortmunder Westen: Volksbank Dortmund-Nordwest beruft internen Krisenstab ein.“ Ja, jetzt erinnere ich mich wieder. Kurz vor Feierabend am Vortag erreichte mich die Mail. Eine wichtige Empfehlung darin: „In Zeiten des Coronavirus sollten Kunden ,online-fähig‘ sein.“

Verhindertes Hochzeitspaar und gesperrte Spielplätze

Viele Corona-Berichte aus dem Homeoffice folgten, zum Beispiel über ein verhindertes Hochzeitspaar aus Marten, über gesperrte Spielplätze im Dortmunder Westen, über Maskenbälle im Supermarkt in Lütgendortmund und Bodelschwingh.

Welche Corona-Themen haben mich am meisten bewegt? Die Frage ist schwer zu beantworten. So vielen, nein zu vielen Menschen hat die Krise böse mitgespielt. Gastronomen, Schaustellern, Beschäftigten in der Reise- und Veranstaltungsbranche, Solo-Selbständigen …

Meine Hochachtung gilt den Ärzten sowie dem Pflegepersonal in Seniorenheimen und Krankenhäusern. Sie alle arbeiten seit Monaten am Limit, jeder einzelne ist ein Held der Corona-Krise. Genauso wie die vielen ehrenamtlichen Menschen, die Bedürftigen und Einsamen beistehen, ganz still und leise.

Zwei Rewe-Märkte sind Klopapier-Paradiese

Ein wenig darf trotz der ernsten und traurigen Zeiten rückblickend auch geschmunzelt werden. Über Schlagzeilen wie „Zwei Rewe-Märkte im Dortmunder Westen sind Klopapier-Paradiese“ oder „Fahrradboom in Dortmund: Es gibt Parallelen zum Klopapier.“ Ja, die Hamsterware Nummer eins hat uns mehrfach beschäftigt. Verrückte Corona-Welt.

Und was war sonst so los im Dortmunder Westen, abseits der Pandemie und ihren Begleiterscheinungen? Wichtige Schlagzeilen (fast) frei von Corona gab es in den Stadtbezirken Mengede, Huckarde und Lütgendortmund und in Dorstfeld durchaus. Die Kellerbrandserie, die allem Anschein nach aufgeklärt ist, die Kommunalwahl mit einem ersten grünen Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk Mengede oder Neueröffnungen, wie zum Beispiel die des „Il Siciliano“ in Kirchlinde, wo es sizilianisches Streetfood gibt, oder der Kultpommesbude „Futterluke“.

Die kleine Lejla und ihr verlorener Kampf gegen den Krebs

Am meisten berührt hat mich 2020 das Schicksal der kleinen Lejla, die den Kampf gegen den Krebs verloren hat. Ich durfte das tapfere Mädchen kennenlernen und mich über die große Spendenbereitschaft der Dortmunder für Lejlas medizinische Behandlung freuen. Am 28. März ist sie in ihrer Heimat Bosnien mit nur elf Jahren gestorben. Ich werde die Kleine nie vergessen.

Der Hunde-Nachwuchs in der Kita Kleyer Sonnenkinder gehörte zu den Highlights 2020 im Dortmunder Westen.
Der Hunde-Nachwuchs in der Kita Kleyer Sonnenkinder gehörte zu den Highlights 2020 im Dortmunder Westen. © Beate Dönnewald (Archiv) © Beate Dönnewald (Archiv)

Mein persönlicher Held 2020 ist der 15-jährige Mert Can Özdemir, der am 1. Oktober 2020 zufällig Zeuge eines Wohnungsbrands wurde. Er rettete einen weinenden Jungen vom Balkon und wagte sich sogar in die qualmende Wohnung, um zu helfen. Auch wenn letzteres laut Feuerwehr nicht vernünftig und sogar sehr gefährlich ist, hat sich der Schüler trotzdem heldenhaft verhalten.

Tierischer Kita-Nachwuchs

Persönliche Bedeutung hat diese Schlagzeile für mich: „Tierischer Kita-Nachwuchs: Welpen-Glück vertreibt Corona-Trübsal“ vom 26. Juni. Mitten in der Corona-Krise bekam die Kita-Hündin Quitte der Kleyer Sonnenkinder Nachwuchs. Ein Lichtblick in dunkler Zeit. Und ich habe einen ihrer süßen Elo-Welpen bekommen: Ante! Der ist mittlerweile schon acht Monate und hat nicht nur mein Herz ganz schnell erobert.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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