"Wir sind startklar", sagt fahrrad.de-Store-Leiterin Wiebke Landwehr. Aber auch während des Lockdowns gibt es viel zu tun, kein Mitarbeiter ist in Kurzarbeit. © Beate Dönnewald
Große Nachfrage

Fahrrad-Boom im Corona-Lockdown: „Das Telefon steht nicht still“

Der Fahrrad-Boom aus dem Corona-Jahr 2020 setzt sich fort. Die Nachfrage ist bereits mitten im Lockdown groß. Und danach „wird wieder die Hütte brennen“, prophezeit ein Dortmunder Fahrradhändler.

Im Corona-Jahr 2020 hat die Fahrrad-Branche einen nie dagewesenen Boom erlebt. Dieser Trend scheint sich fortzusetzen – denn Dortmunder Fahrradhändler haben auch im zweiten Lockdown bereits alle Hände voll zu tun.

Die Nachfrage bei fahrrad.de sei trotz der coronabedingten Schließung weiterhin sehr groß, sagt Marketing-Managerin Julia Heckmann auf Anfrage. „Was sicher auch mit den aktuell steigenden Temperaturen beziehungsweise dem verhältnismäßig milden Februar zusammenhängt.“

Unabhängig vom Wetter sei sie sich sicher, dass der Fahrrad-Boom im vergangenen Jahr die Liebe zum Radfahren nachhaltig geprägt habe. „Das Telefon im Dortmunder Store steht aktuell nicht still und auch die Nachfrage per Mail ist enorm gestiegen“, berichtet Heckmann.

Testfahrten, Reparatur und Wartung sind möglich

Das Team an der Wulfshofstraße 1 im Indupark sei immer froh, wenn sich der Kunde vor dem Kauf telefonisch oder per Mail meldet: „Weil wir so viel besser das Bike finden können, was den Kunden wirklich glücklich macht.“ Aktuell sei ein Service-Point geöffnet – für die Abholung bestellter Ware und für Reparaturen.

Während des Lockdowns sind Wartung und Reparatur der Kunden-Fahrräder erlaubt.
Während des Lockdowns sind Wartung und Reparatur der Kunden-Fahrräder erlaubt. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Auch Testfahrten seien eingeschränkt möglich: „Werden bestimmte Bikes vorab bestellt oder angefragt, stellen wir dem Kunden das Fahrrad auf den Hof, er kann es Probe sitzen und gegebenenfalls eine kleine Runde über den Parkplatz fahren“, so Store-Leiterin Wiebke Landwehr. So könne man mit gebotenem Abstand schauen, ob alles gut passt oder noch etwas verändert werden muss.

Generell sollte man schon schnell sein, um sich sein Traumbike zu sichern, meint sie. „Ansonsten warten wir aber aktuell auch noch auf weitere Lieferungen, die sich coronabedingt jedoch etwas verzögern.“ Es könne durchaus zu Lieferengpässen kommen. „Da reicht schon, wenn ein kleines Teilchen bei den Herstellern nicht rechtzeitig ankommt, um das ganze Rad nicht fertig stellen zu können.“

In Sachen Wartung und Reparatur geben Julia Heckmann und Wiebke Landwehr den Kunden den Tipp, möglichst noch im Lockdown einen Termin wahrzunehmen. „Denn danach, wenn alle wieder aufs Rad steigen wollen, wird hier wieder die Hütte brennen“, so Heckmann.

Einen eindeutigen Trend für 2021 könne man noch nicht ablesen. „Besonders gefragt sind weiterhin reguläre Fahrräder ebenso wie E-Bikes aus den Kategorien Mountainbikes, Citybikes und Trekking Bikes.“ Zudem seien sogenannte Allroad-Modelle sehr beliebt, mit denen man sowohl den täglichen Weg zur Arbeit bestreiten als auch Ausflüge in die Natur unternehmen könne. „Auch zum Thema Lastenrad erreichen uns zunehmend mehr Fragen.“

Auch telefonische Beratung bietet fahrrad.de im Induaprk an.
Auch telefonische Beratung bietet fahrrad.de im Induaprk an. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Im benachbarten „Real“ können die Kunden Räder auch im Markt kaufen. Denn als Lebensmitteleinzelhändler ist das Unternehmen nicht vom Lockdown betroffen. Neben den Lebensmitteln dürfen auch Non-Food-Artikel verkauft werden.

Umsatz im Real ist gestiegen

„Bundesweit ist bei allen Anbietern nicht nur die Nachfrage nach Fahrrädern, sondern auch nach Rollern, Pedelecs, Elektrorollern und anderen vergleichbaren Produkten deutlich angestiegen, ebenso die Nachfrage nach Zubehör wie Helmen oder Schlössern“, so Real-Pressesprecher Frank Grüneisen. Dies gelte für alle Märkte, auch für den Standort im Dortmunder Indupark.

Verbunden damit sei auch der Umsatz in diesen Segmenten gestiegen. „Wie in jedem Jahr trägt das milde Frühlingswetter zu einem weiteren Anstieg der Nachfrage in diesen Produktbereichen bei“, so Grüneisen.

Bei Interesse an einem Radkauf könnten sich die Kunden im Markt einen Überblick verschaffen und bei Bedarf vom Personal beraten lassen. „Auch Tests, wie beispielsweise die korrekte Sitzhöhe, sind während der Beratung möglich.“ Der Markt im Indupark nehme dort gekaufte Fahrräder für Reparaturen im Rahmen der Garantie an und leite sie dann an einen externen Dienstleister weiter.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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