Baumelnde Schuhe sorgen weltweit für Rätselraten über die Gründe. Das Kirchlinder Rätsel allerdings scheint gelöst. © Privat
Weltweites Phänomen

Geheimnis der in Dortmund baumelnden Schuhe scheint geklärt zu sein

Weltweit sorgen an Ampeln, Masten und Bäumen baumelnde Schuhpaare für Rätsel. Es finden sich immer mehr Erklärungsansätze. Das Dortmunder Geheimnis aber scheint nun gelüftet zu sein.

Für das Kirchlinder Schuhrätsel sind weitere Lösungsansätze aufgetaucht. Wie berichtet, hatte Helga Sperrmann an der Straße Im Dorloh in Kirchlinde eine Entdeckung gemacht: „Bei meinem Spaziergang fiel mir ein Ampelmast mit mehreren Schuhen auf die dort ungewöhnlich platziert waren, aber nicht hingehören.“

Die baumelnden Schuhe, vorzugsweise ausgediente Sneaker, finden sich seit langer Zeit überall auf der Welt. Und so sind weltweit die unterschiedlichsten Erklärungsversuche bekannt. Wir sind auf neue Versionen gestoßen.

Es gibt die skurrilsten Erklärungsansätze

Der Brauch, so hat es die überregionale Tageszeitung „taz“ einmal aufgeschrieben, zitiere angeblich das sagenumwobene Schlaraffenland, in dem laut eines Reiseberichts „Mecki im Schlaraffenland“ von 1952 neben den Bäumen mit gebratenen Hühnchen auch Wälder stehen, in deren Ästen Kleidung, Spielzeug und Instrumente hängen.

Die faulen Schlaraffen leben (laut einer weiteren Quelle, Erich Kästners Buch „Der 35. Mai“) in Wohnwägen und nehmen Tabletten mit dem Geschmack von Hühnchen mit Kartoffelbrei oder Eisbein mit Sauerkraut, um das anstrengende Kauen zu vermeiden. Folgerichtig vermeiden sie auch das anstrengende Einkaufen und pflücken sich lieber Schuhe vom Baum.

Ein Bürgermeister aus Los Angeles dagegen hat behauptet, dass das „Shoe Dangling“ (mit zusammengeknoteten Schnürsenkeln) in seiner Stadt auf einen Ort hinweise, an dem Drogen gehandelt werden. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass es dort laut aktuellen US-Serien eh keine Ecken gibt, an denen nicht mit Drogen gehandelt wird, so wird weiter gemutmaßt.

„Biene“ scheint die Kirchlinder Lösung zu kennen

Eine Kirchlinderin, die uns jetzt schrieb, hat zumindest für die Kirchlinder Variante des Schuf-Werfens (das übrigens, so ergab ein Selbstversuch im heimischen Garten, gar nicht so einfach ist), eine viel simplere Erklärung parat, die offenbar zudem auf persönlicher Kenntnis beruht.

Die gebündelten Schuhpaare baumeln mitten über der Straße Im Dorloh in Dortmund-Kirchlinde.
Die gebündelten Schuhpaare baumeln mitten über der Straße. © Helga Sperrmann © Helga Sperrmann

Die Leserin, die sich uns gegenüber nur als „Biene“ vorstellte, schrieb dazu: „Ich weiß warum die Schuhe da hängen! Ein paar Männer, die innerlich noch Kinder sind, haben einfach Spaß daran ein bisschen Ghetto nach Kirchlinde zu holen. Ein paar Ampeln weiter hängt auch schon das erste Paar. Es werden mit der Zeit sicher noch mehr!“

Und die Schuhe an den Kirchlinder Ampeln dürften auch noch weiter hängen bleiben. Denn, wie „Biene“ ebenfalls selbst erlebt hat: „Die Herren die neulich mal eine Reparatur dort vorgenommen haben, ließen sie auch hängen.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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