Im Trauzimmer des ehrwürdigen Amtshauses gaben die Wähler am Sonntag ihre Stimme auch für die Bezirksvertretung ab. Gegenüber liegt der Sitzungssaal der Mengeder BV. © Uwe von Schirp
Bezirksvertretung Mengede

Generationenwechsel: Jüngere Politiker und mehr Farbe

Die Mengeder Bezirksvertretung wird in den kommenden Jahren jünger und bunter. Vor allem aus den kleineren Parteien kommen neue Gesichter. Sie sind neugierig – und haben pragmatische Ziele.

Eines haben Linke, FDP und Die Partei in der Mengeder Bezirksvertretung gemeinsam. Ihre am Sonntag gewählten Vertreter sind unter 40. Wahrscheinlich waren es auch ihre pragmatischen, klaren und teils unkonventionellen Ideen, mit denen sie Stimmen holten.

Mit jeweils einem Sitz ziehen sie in das Stadtbezirksparlament. Die Bezirksvertretung wird also jünger – und bunter. Sieben Parteien verteilen sich auf die künftig 18 Sitze.

Kevin Götz stellt die soziale Frage in den Vordergrund

Die Linke schaffte mit 4,65 Prozent der Wählerstimmen den Wiedereinzug. Neu dabei ist Spitzenkandidat Kevin Götz. „Wir sind schon etwas enttäuscht und hatten uns mehr erhofft“, sagt er. Es sei nicht gelungen, jungen Leuten eine Alternative zu den Grünen oder Die Partei aufzuzeigen.

Götz studiert Rechtswissenschaften und ist, wie er sagt, „durch meine Familie gewerkschaftlich angehaucht“. Seit drei Jahren ist er bei den Linken. Zuletzt habe seiner Partei die Verankerung vor Ort gefehlt. Seit Kurzem gibt es eine Bezirksgruppe, von der sich der 26-Jährige Rückenwind erhofft.

Kevin Götz stellt die soziale Frage in den Vordergrund: bezahlbare Busse und Bahnen sowie Wohnraum. Und das im Zweifel fundamental: „Ich sehe mich eher als knallharte Opposition.“

Roman Senga will Leute kennenlernen

Lange Jahre fehlte der FDP die nötige Wählergunst. Jetzt kehrt sie in die BV zurück – mit 3,77 Prozent der Stimmen. Und in Person von Roman Senga. „Das ist ein ganz hervorragendes Ergebnis“, sagt der 37-Jährige. „Es ist gut, dass man mal vor der Haustür politisch arbeiten kann.“

Der Sportmanager kommt aus Bodelschwingh und engagiert sich auch im Freifunk. In der letzten Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung bot er dem Stadtbezirk aus dem Pool von Freifunk Dortmund zehn WLAN-Hotspots für kostenloses Internet an.

Das bunte politische Spektrum sieht Roman Senga als Herausforderung für den künftigen Bezirksbürgermeister. Bis zu dessen Wahl am 11. November sei es ja noch ein paar Tage hin. „Ich möchte jetzt erst einmal Leute kennenlernen und hören, was sie vorhaben.“

Jennifer Pätsch weiß, wem sie ihre Stimme gibt

Jennifer Pätsch gehört zu den pragmatischen Vertreterinnen von „Die Partei“. Ihr Wahlergebnis (3,02 Prozent) wie auch das ihrer Partei in der Stadt findet sie „ganz wunderbar“. Die Sozialwissenschaftlerin engagiert sich im Arbeitskreis Alt-Mengede des Heimatvereins.

Die 39-Jährige freut sich auf ihr Mandat. „Ich bin neugierig, was auf mich zukommt“, sagt sie. Die anderen Bezirksvertreter kenne sie zum Teil schon. „Ich weiß schon, wen ich als Bezirksbürgermeister wählen werde“, erklärt sie. Mehr verrät Jennifer Pätsch aber noch nicht.

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Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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