Der Schwanenflieger gehört seit Jahrzehnten zur ältesten Kirmes Dortmunds. © Stephan Schuetze (Archiv)
Kirchweih und Straßenrummel

Jubiläum: Älteste Dortmunder Kirmes soll einen Tag früher beginnen

700 Jahre Kirchweih: Das ist auch für eine der ältesten Kirmessen in Deutschland ein Jubiläum. Nach zwei Jahren Corona-Pause soll sie 2022 wieder stattfinden. Besucher erwartet eine Überraschung.

Sie ist die älteste Kirmes in Dortmund und eine der ältesten in Deutschland. 700 Jahre wird sie im Sommer 2022 alt. Ihr Ursprung: Die Kirchweih am Patronatstag Mariä Heimsuchung. Das ist der 2. Juli.

Das Jubiläum im kommenden Sommer feiern die Schlosskirche Bodelschwingh und die Bodelschwingher Kirmes. Dass der Rummel nach zwei Jahren Corona-Pause stattfinden kann, dafür gibt es begründete Hoffnung. Am Donnerstag (30.9.) trafen sich Vertreter von Vereinen und Schaustellern sowie aus Politik und Verwaltung, um den Rahmen abzustecken.

Schlusspunkt bleibt der „Tag der Bodelschwingher“

Und der wird im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten größer. Die „BoKi“ soll einen Tag länger dauern und beginnt schon am Freitag (1.7.22). Der Schlusspunkt bleibt: Es ist der „Tag der Bodelschwingher“ am Montag (4.7.) – der emotionale Kern, ein Treffpunkt für Alteingesessene, Neubürger und Fortgezogene.

Das Feuerwerk soll allerdings den Eröffnungstag am Freitag abschließen. Diese Entscheidung wie auch einen Beginn am Freitag hatten 2018 ebenfalls die Veranstalter der Huckarder „Pingsthuekke“ getroffen.

Buden, Fahrgeschäfte und Vereins-Stände reihen sich entlang von Deininghauser Straße, Im Odemsloh und auf dem Dorfplatz.
Buden, Fahrgeschäfte und Vereins-Stände reihen sich entlang von Deininghauser Straße, Im Odemsloh und auf dem Dorfplatz. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Offiziell beginnt die Bodelschwingher Kirmes 2022 mit einem ökumenischen Gottesdienst um 16 Uhr in der Schlosskirche. Er erinnert an die enge Verbindung von Schloss, Kirchweih und Kirmestrubel. Ritter Giselbert, genannt Speke, war 1322 Schlossherr und stiftete die kleine Saalkirche am Rande des Schlossparks.

Giselbert ließ anlässlich der Kirchweih zur Belustigung der Bevölkerung auch Gaukler kommen – der Ursprung der heutigen Kirmes. Eröffnet wird sie 2022 nach dem Gottesdienst und einem kleinen Umzug mit einem Faßanstich im Unterdorf.

Treffpunkte sind die Bierstände der Vereine

Der Samstag (14 bis 24 Uhr) und der Sonntag (14 bis 23) Uhr stehen dann ganz im Zeichen des Kirmestrubels. Begleitend gibt es jeweils von 14 bis 17 Uhr eine Bilderausstellung im Gemeindehaus.

Die Bodelschwingher Kirmes ist Rummel, vor allem an den Bierständen der Vereine und der Freiwilligen Feuerwehr aber auch ein Treffpunkt für Einheimische, Neubürger und Fortgezogene.
Die Bodelschwingher Kirmes ist Rummel, vor allem an den Bierständen der Vereine und der Freiwilligen Feuerwehr aber auch ein Treffpunkt für Einheimische, Neubürger und Fortgezogene. © Stephan Schuetze (Archiv) © Stephan Schuetze (Archiv)

Traditionell ist die „BoKi“ nicht ein Rummel der spektakulären Fahrgeschäfte. Treffpunkte für Anwohner und Besucher sind vor allem die Bierstände. Einen großen Teil davon betreiben die Vereine: die Freiwillige Feuerwehr, Rot-Weiß Germania, Heimatverein und TV Eintracht.

Für Einheimische und Besucher ist vor allem aber der Kirmesmontag der Tag des Wiedersehens. Der „Tag der Bodelschwingher“ beginnt wie immer früh um 7 Uhr mit dem Krammarkt – 2022 in der Straße Am Alten Garten. Zwischen den Ständen finden die Jüngsten Platz für einen Kindertrödelmarkt.

Von 14 bis 20 Uhr ist „Familientag“. Dazu soll ein eigenes Programm auf die Beine gestellt werden, etwa mit einem Puppenspieler und Theater. Auch die neu gegründete Kinderfeuerwehr soll zum Einsatz kommen.

Politik entscheidet im November

Die Idee, die Bodelschwingher Kirmes um einen Tag nach vorne zu verlängern, kam bereits im Frühjahr 2021 auf. Die Politik sollte Schaustellern und Vereinen wegen der coronabedingten Einbußen eine zusätzliche Einnahme ermöglichen. Auf Vorschlag von Bezirksvertreter Roman Senga (FDP) hatte die CDU-Fraktion einen entsprechenden Antrag gestellt.

Ergebnis einer durchaus kontroversen Debatte: Die Schausteller müssten zunächst ihre Bereitschaft erklären. Dann kam der Sommer – coronabedingt erneut ohne die „BoKi“. Am letzten September-Donnerstag herrschte nun Einvernehmen, wie diese Redaktion aus Teilnehmerkreisen erfahren hat: Die Jubiläums-Kirmes beginnt einen Tag früher.

CDU und FDP formulieren auf dieser Basis für die Novembersitzung der BV den Antrag neu. Bei einem Erfolg könnte das neue Konzept auch für darauf folgende Jahre gelten, heißt es.

2022 steht aber erst einmal das Jubiläum an, womöglich auch mit einer Dokumentation mit alten Kirmesbildern und den schönsten Kirmeserlebnissen. Davon gibt es gewiss viele – und Menschen, die darüber erzählen.

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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