Beim Großeinsatz in Lütgendortmund machten die Beamten gleich mehrere brisante Funde: Verdächtige Substanzen und am späteren Abend eine Weltkriegs-Mine. Rettungskräfte und Sanitäter waren auch vor Ort, wurden aber nicht gebraucht. © Beate Dönnewald
Waffenfund

Knall beendet spektakulären Einsatz: Weltkriegs-Mine gesprengt

Das Waffen-Drama von Lütgendortmund ist beendet. In der Nacht zu Donnerstag sprengte die Polizei eine Mine, die sie in der Wohnung eines Mannes gefunden hatte. Zuvor war ein Wohnblock abgesperrt.

Das Polizeiaufgebot war immens, die Lage aber absolut unklar: Warum mussten extra eine ABC-Spezialeinheit der Bundespolizei anrücken, und das mit spezieller Ausrüstung, um die Wohnung eines Dortmunders zu durchsuchen? Die Ermittlungen im Vorfeld hatten offenbar gefruchtet: Bei einem 68-jährigen Mieter einer Wohnung an der Volksgartenstraße fand die Polizei am Mittwoch (9.9.) Weltkriegs-Munition. Die Zusammenfassung am Morgen danach:

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Polizeisprecher Sziesze über SEK-Einsatz

Gegen 6 Uhr in der Früh hatte ein beispielloser Polizeieinsatz die Anwohner auf Trab gehalten und viele Lütgendortmunder verunsichert. Die Polizei bemühte sich, trotz des ungewöhlich großen Aufgebots die Situation herunterszuspielen und die Menschen zu beruhigen. Am Ende behielt sie damit auch recht, denn in der Nacht zu Donnerstag war das Waffen-Drama kontrolliert beendet.

Haftbefehl wegen Verdachts auf Waffenbesitz

Der Rentner war zu dem Zeitpunkt längst festgenommen. Gegen ihn lag ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf Waffenbesitz vor. Doch aufgrund des Fundes unbekannter Substanzen war die Aktion so aufwändig, dass sie erst nach Mitternacht, also etwa 20 Stunden später, abgeschlossen werden konnte.

Um 23.30 Uhr meldete die Polizei, sie habe die Weltkriegs-Mine mit einem besonders gesicherten Fahrzeug auf ein nahegelegenes Feld transportiert. Um 23.20 Uhr sei sie von Spezialisten der Bundespolizei kontrolliert und mit großem Sicherheitsabstand gesprengt worden. „Zu keinem Zeitpunkt bestand für die Bürgerinnen und Bürger eine Gefahr“, bemerkte Sprecher Peter Bandermann.

Ein Fachmann der Polizei begutachtet die Funde, die in der Wohnung des Mannes gemacht wurden.
Ein Fachmann der Polizei begutachtet die Funde, die in der Wohnung des Mannes gemacht wurden. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Die Dortmunder Polizei bedankte sich bei den Anwohnern der Volksgartenstraße, „die während des über Stunden dauernden Einsatzes viel Verständnis zeigten“, so Bandermann weiter.

Unklar, um welche Substanzen es sich handelt

In der Wohnung wurden auch verdächtige Substanzen gefunden. Worum es sich dabei handelte, ist am frühen Morgen danach noch immer unklar. Alles in allem erfüllten die Funde jedoch nach Polizeiangaben den Straftatbestand des Waffenbesitzes.

Eine mögliche Terror-Gefahr dementierte die Polizei noch am Nachmittag. Anwohner wollten gegenüber unserer Redaktion jedoch erst einmal nicht über ihre Erfahrungen mit dem Nachbarn und ihre Unsicherheit ob der Lage den ganzen Mittwoch über sprechen.

Die weiteren Ermittlungen sollen nun ergeben, was nun genau gefunden wurde. Dann kann auch ein geregeltes Strafverfahren gegen den Mann anlaufen.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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