Was diese vier Kinder geleistet haben, verdient Hochachtung. © Corinna Porter
Viel Geld fürs Kinderhospiz

Lesezeichen-Kids verabschieden sich mit einer grandiosen Erfolgsstory

Die Lesezeichen-Kids stellen ihre Produktion für den guten Zweck ein. Sie blicken zurück auf acht spannende Monate, auf Begegnungen mit „unfassbar netten Menschen“ und auf kuriose Bestellungen.

Diese Geschichte verdient es, dass sie viele Menschen lesen und weitererzählen. Oder sie sogar nachmachen. Denn vier Kinder, die Lesezeichen-Kids, haben eine ganz besondere Spendenaktion auf die Beine gestellt. Aus eigenem Antrieb und mit Unterstützung ihrer Eltern.

Was die Dortmunder Grundschüler in den vergangenen acht Monaten erlebt haben, können sie selbst kaum fassen. Ihre selbst gebastelten Lesezeichen waren nämlich so begehrt, dass sie sage und schreibe 3000 Euro für das geplante Kinderhospiz Sonnenherz in Dortmund-Bövinghausen an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel spenden konnten. Eigentlich waren es „nur“ 2930 Euro, den Rest haben die Eltern aufgestockt.

Die ungewöhnliche Erfolgsstory begann an einem Nachmittag im September 2020. Calis, Jakob, Lena und Mara hatten Lesezeichen gebastelt und sie spontan auf der Straße verkauft. Ihr Geschäftsmodell „Jeder gibt, was er möchte“ gefiel den zufälligen Kunden. Der Rubel rollte sozusagen. Mit 20 Euro kamen sie an diesem Tag nach Hause.

Corona-bedingt stellten die Kinder mit der Hilfe ihrer Eltern den Straßenverkauf auf ein E-Mail-Bestellsystem um und fertigten Lesezeichen mit Wunschmotiven an. Dadurch habe man „ganz viel Kontakt zu unfassbar netten Menschen bekommen“, berichtet Carlis’ Mutter Corinna Porter. „Sowohl die interessantesten Lesezeichen-Bestellungen als auch Bastelspenden haben uns ereilt.“

Schulklasse bestellte Lesezeichen mit Eisbären-Logos

Eine Kundin habe beispielsweise 40 Lesezeichen gekauft, um sie zum Eintritt in den Ruhestand an ihre Kollegen zu verschenken. Eine andere habe ihren Freundinnen, allesamt Tennis-Spielerinnen, mit personalisierten Lesezeichen eine Freude gemacht. Sie waren als Trostpflaster gedacht, weil die Frauen wegen der Pandemie nicht spielen konnten.

Sogar eine komplette Schulklasse gehörte zu den Auftraggebern der Lesezeichenkids. „Die Eisbären-Klasse der Willy-Brandt-Gesamtschule in Castrop hat für alle Kinder Lesezeichen bestellt (natürlich mit Eisbären-Logo) und dafür 145 Euro gespendet“, schreibt Corinna Porter.

Die Lesezeichen-Kids haben in den vergangenen acht Monaten die unterschiedlichsten Lesezeichen angefertigt.
Die Lesezeichen-Kids haben in den vergangenen acht Monaten die unterschiedlichsten Lesezeichen angefertigt. © Corinna Porter © Corinna Porter

Unterstützung gab es zudem von einem Buchgeschäft in Lohmar. „Es hat Lesezeichen zu den verkauften Büchern verteilt und Flyer des Hospizes beigelegt.“

Marienborn-Schule spendet nun jährlich fürs Kinderhospiz

An der Marienborn-Grundschule in Lütgendortmund, die auch Calis, Jakob, Lena und Mara besuchen, ist durch die Aktion ein neues Projekt entstanden: eine jährliche Spende zugunsten des Kinderhospizes. Zuvor hatten die Marienborn-Schüler im Homeschooling zeitweise fleißig mit gebastelt.

Über den Einsatz der Lesezeichen-Kids freut sich natürlich auch Elisabeth Grümer von der Hospiz-Stiftung. „Ich bin total gerührt. Dass Kinder für Kinder sowas Tolles machen, ist genial“, so die Castrop-Rauxelerin.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt