Daniela Lau ist auf dem Heimweg auf dem Emscher-Weg. Gerade hat sie die Franz-Schlüter-Straße überquert - einmal mehr mit einem gefährlichen Augenblick. © Uwe von Schirp
Mobilitätswende

Lücke im Emscher-Weg: 900 Meter voller Gefahren für Radfahrer

Radfahrer schätzen den Emscher-Weg. Doch in Huckarde gibt es eine Lücke. Der Weg über Schutzstreifen und Bürgersteige birgt Gefahren. Fahrradfahrer und Politiker fordern einen Lückenschluss.

Daniela Lau hat Feierabend und ist auf dem Heimweg. 34 Kilometer weit fährt sie jeden Morgen von Mengede zur Arbeit in Wickede und nachmittags wieder zurück. Sie ist zügig unterwegs auf ihrem E-Bike. Daran ändern auch die vollen Packtaschen nichts.

Es ist ein diesiger Spätnachmittag am Donnerstag (25.11.). Daniela Lau fährt über die Franz-Schlüter-Straße in nördlicher Richtung. Sie rollt über die Emscherbrücke und will die Straße überqueren. Gegenüber ist die Einfahrt zum Emscherweg. Das Vorderrad gerade auf der Straße, bremst sie scharf.

Autos kommen aus der Kurve von links, dann noch ein Wagen von rechts – ebenfalls aus einer Kurve. Die Straße ist schwer einsehbar – für Radfahrer eine Gefahr. Das Problem: Zwischen der Kreuzung Franziusstraße/Huckarder Straße und der Franz-Schlüter-Straße ist der Emscher-Weg unterbrochen.

Alternativroute ist noch gefährlicher

Radwanderer und Berufspendler wie Daniela Lau müssen zunächst über einen schmalen Schutzstreifen die Franziusstraße entlang. An der Westfaliastraße wechseln sie die Straßenseite, teilen sich dann den Bürgersteig mit Fußgängern. Auf rund 900 Metern lauern Gefahren.

„Für Fahrradfahrer ist das in Dortmund an vielen Stellen noch nicht prickelnd“, sagt die Mengederin, nachdem sie heile auf der anderen Seite der Franz-Schlüter-Straße angekommen ist. „Autofahrer achten nicht auf einen.“

„Ich fahre seit längerem das erste Mal wieder hier her“, erzählt Lau. Die Alternative ist nicht besser, denn der Weg würde weiter über die Huckarder Straße, den Hülshof und die Lindberghstraße führen. Zwischen der Stadtbahn-Haltestelle Huckarde-Abzweig und der Einmündung Wengestraße sind aber weder Radweg noch Schutzstreifen.

Bezirksvertreter wollen Lückenschluss

Andrea Schrader ist in die Gegenrichtung mit ihrem E-Scooter unterwegs. Auch sie kommt jetzt im abendlichen Berufsverkehr kaum über die Franz-Schlüter-Straße. Die gefährliche Passage an der Franziusstraße hat sie noch vor sich. „Da fährt jeder LKW-Fahrer über den Schutzstreifen für Radfahrer“, erzählt sie.

Kreuzung Huckarder Straße/Franziusstraße: Hier beginnt die Lücke im Emscher-Weg. Der rote Pfeil des Hinweisschilds weist nach rechts. In ein 900 Meter langes Nadelölhr voller Gefahren.
Kreuzung Huckarder Straße/Franziusstraße: Hier beginnt die Lücke im Emscher-Weg. Der rote Pfeil des Hinweisschilds weist nach rechts. In ein 900 Meter langes Nadelölhr voller Gefahren. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Eine Testfahrt dieser Redaktion zeigt: Auch Pkw-Fahrer rollen vielfach mit den rechten Reifen über die gestrichelte Linie des Schutzstreifens oder blockieren ihn vor der Ampel. „Diese Ecke hier ist eine Katastrophe“, sagt Andrea Schrader. Das haben auch die Huckarder Bezirksvertreter erkannt.

In ihrer Sitzung am Mittwoch (24.11.) haben sie die Verwaltung gebeten, Lösungen für einen Lückenschluss des Emscher-Wegs zu prüfen. Dem Antrag von SPD und Grünen stimmten alle Fraktionen zu. Gerade mit Blick auf die IGA sei das Teilstück nicht ausreichend ausgebaut. Problematisch allerdings: Eine Vielzahl von vor allem Eisenbahnbrücken kreuzt diesen Abschnitt im Emschertal.

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Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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