Schweren Schaden erlitt die Familie Aktepe bei den PKW-Bränden in Deusen am 24. Juli. © Uwe von Schirp
Mutmaßliche Brandstiftung

Mit Video: Pkw-Brände – „Man kann nachts nicht mehr ruhig schlafen“

Eine Woche, nachdem erneut Autos in der Wohnsiedlung brannten, bleiben Fragen: nach dem Täter und nach dem Motiv. Der Sohn einer betroffenen Familie erzählt von seiner Gefühlslage.

Der Transporter und der VW-Fox auf den Parkplätzen zeigen Brandspuren. Vor der Tür seines Elternhauses steht Yüksel Aktepe. Immer noch fassungslos. Nachdenklich. Sorgenvoll. Gut eine Woche ist es her, als in der Wohnstraße nachts die Flammen wüteten.

Der Fahrzeug des Nachbarn brannte komplett aus. Davor und dahinter standen ein Transporter und das Auto seiner beiden Schwestern. Beide wurden von der gewaltigen Hitze des Vollbrandes in Mitleidenschaft gezogen. Mehr noch: Die linke Vorderseite des Transporters der Familie war Ziel eines weiteren Angriffs.

Yüksel Aktepe berichtet, welche Folgen der Brand für seine Familie hat.
Yüksel Aktepe berichtet, welche Folgen der Brand für seine Familie hat. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Offenbar stand ein weiterer Brandsatz auf dem Reifen. Frontbereich, Spiegel und die Kabel im Motorraum seien zerstört, erklärt Yüksel Aktepe. Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Er hat den Schaden an beiden Fahrzeugen der Versicherung gemeldet und wartet auf den Gutachter.

Schwester ist auf ihr Auto angewiesen

„Mehr wissen wir noch nicht“, sagt Yüksel Aktepe. Die Nachricht vom Feuer in den Deuser Wiesen erreichte ihn Samstagnacht (24.7.) in seiner Wohnung in der Innenstadt am Telefon. Yüksel Aktepe fuhr direkt nach Deusen.

Der Brand hinterlässt mehr als einen Sachschaden. Aktepe hofft, dass die Versicherung ihn bald reguliert. Die zerstörten Wagen haben indes Einfluss auf den Alltag. Und die Existenz. „Meine Schwester braucht das Auto, um zur Arbeit zu kommen“, erklärt er. „Sie muss morgens um 4 Uhr los.“ Jetzt brauche sie ein Taxi oder Yüksel oder sein Vater fahren die jüngste von sechs Geschwistern.

Mit dem Transporter wollte sich die Familie ein neues berufliches Standbein aufbauen und auf Märkten Waren verkaufen. „Ich kann jetzt nichts tun“, sagt Yüksel Aktepe. Er empfindet Wut: warten, bis der Schaden behoben ist. Damit ist es aber nicht getan. Er hofft, dass die Polizei den oder die Täter findet.

Parkplatzknappheit ist kein Grund, Autos anzuzünden

„Wer tut so etwas? Und warum?“, fragt er. „Das kann man nur machen, wenn man ein Teufel ist, wenn man alles zerstören will.“ Aktepe denkt weiter: „Gestern waren es die Autos, heute sind es die Häuser, morgen sind es die Menschen.“

Das Feuer am frühen Samstagmorgen war nicht das erste. Bereits im Januar brannte ein Auto komplett aus – nur ein paar Meter von der jetzigen Brandstelle entfernt. Yüksel Aktepe beunruhigt das noch mehr: „Er oder sie ist hier irgendwo. Dadurch kann man nicht mehr ruhig schlafen.“

Im Januar ging das Gerücht, anhaltende Parkplatzstreitigkeiten wären der Grund für den damaligen Brand. Seit 20 Jahren leben Aktepes Eltern in dem Reihenhaus. „Große Streitigkeiten hatten wir nie. Parkplätze sind schon immer ein Problem gewesen“, sagt er. „Allerdings ist das noch lange kein Problem, Autos zu zünden.“

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Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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