Eine Stadt-Bahn bis nach Kirchlinde? Kirchlinder Politiker sind nicht begeistert. © Dieter Menne Dortmund
Nahverkehr

Stadtbahn-Linie nach Kirchlinde: „Aufwand und Kosten kaum vorstellbar“

Wenn es ein Uralt-Thema gibt, das die Politik in Huckarde begleitet, dann ist es die Idee einer Stadtbahn nach Kirchlinde. Jetzt ist es wieder aktuell. Vor Ort ist man wenig begeistert.

Zuletzt tauchte die Idee, eine Stadtbahn-Strecke bis nach Kirchlinde zu bauen im Jahr 2008 im Konzept zur Entwicklung des Stadtbahn-Netzes der Stadt Dortmund auf, die dafür vorgesehene Trasse wird schon seit Jahrzehnten frei gehalten.

Jetzt wurde bekannt, dass die Stadt Dortmund ein Gutachten in Auftrag geben will, um herauszufinden wie das Stadtbahnnetz weiterentwickelt werden könnte. Damit ist der Anschluss Kirchlindes an das Schienen-Netz plötzlich wieder aktuell.

Auf helle Begeisterung stößt diese Entwicklung in der Kirchlinder Politik indes nicht. Denn die Schwierigkeiten sind die alten geblieben. Die Bau wäre ein Groß-Projekt. „Selbst wenn die Strecke gebaut wird, ich glaube nicht, dass ich es in meinem Leben noch schaffe, damit zu fahren“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Peter Spineux (CDU).

Feltmann: Ökologisch nicht sinnvoll

Auch Hubertus Feltmann von den Grünen ist skeptisch: „Wir wünschen uns zwar den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs, aber man muss auch den ökologischen Fußabdruck jedes Projektes betrachten und der ist für die Trasse nach Kirchlinde nicht gut.“

Beim Bau ergäben sich mehrere Schwierigkeiten: Die Idee ist, dass die Bahn erst nach Huckarde fährt und dort, wo die U47 nach Westerfilde fährt, in Richtung Rahm und Jungferntal abbiegt.

„Als erstes müsste sie durch den Rahmer Wald“, sagt Feltmann. „Dort müsste man eine breite Schneise durch die Bäume schlagen. Ein Unding.“ Dann würde die Trasse durchs Jungferntal führen, wo in der Boschstraße schon beim Bau der Häuser extra viel Platz gelassen wurden.

Erst eine Brücke, dann ein Tunnel

Und zum Schluss würde es richtig kniffelig: Über die A45 käme die Bahn nur mit einer Brücke und auf der anderen Seite wäre ein Tunnel unvermeidbar. Für das Ende des Tunnels wird ebenfalls seit sehr langer Zeit ein Grundstück neben der Shell-Tankstelle an der Frohlinder Straße freigehalten.

Dort, wo jetzt die Baucontainer für die Baustelle des Kirchlinder Krankenhauses stehen, soll die Bahn aus der Erde kommen, die Frohlinder Straße kreuzen und danach durch die Siepmann-Siedlung zum Schulzentrum führen – der Endstation.

„Damit die Fahrgäste die Bahn gut erreichen können, wäre es angebracht, die Buslinien, die jetzt noch das Kirchlinder Zentrum anfahren, zu dieser Haltestelle zu leiten“, sagt Peter Spineux. „Der Aufwand und die Kosten insgesamt sind kaum vorstellbar.“

Daher hält er das Projekt für überflüssig: „Wir kommen mit der Buslinie 460 bereits sehr zügig in die Innenstadt, das reicht eigentlich.“

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Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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