Ein Jugendlicher steckte am späten Samstagabend in einem Tresorraum fest: Feuerwehr und Technisches Hilfswerk brauchten schweres Gerät, um ihn zu befreien. © Helmut Kaczmarek
Technisches Hilfswerk

Stundenlanger Einsatz der Feuerwehr: Jugendlicher steckte in Tresorraum fest

Die Feuerwehr Dortmund wurde am späten Samstagabend (30.1.) zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen: Ein Jugendlicher war in einer misslichen Lage – er saß in einem Tresorraum eines ehemaligen Bankgebäudes fest.

Dieser Einsatz der Feuerwehr hat gute Chancen, in einer der vielen Rankings-Shows zu landen. Denn auch die Dortmunder Retter staunten nicht schlecht: Sie mussten einen Jugendlichen aus dem verriegelten Tresorraum eines ehemaligen Bankgebäudes befreien.

Der Alarm erreichte die Wache 9 in Mengede am Samstag (30.1.) um 23.10 Uhr. Einsatzort war die ehemalige Volksbank an der Wodanstraße in Nette. Die Helfer rückten mit einem Einsatzleitwagen, einem Hilfeleistungslöschfahrzeug und einem Rettungswagen aus.

60 Zentimeter dicke Tür aus Stahlbeton

Schnell stellte sich heraus, dass die Feuerwehrmänner mit ihren eigenen technischen Möglichkeiten den 17-Jährigen aus dem 20 Quadratmeter großen Tresorraum nicht befreien konnten. Dafür war die 60 Zentimeter dicke Tür aus Stahlbeton einfach zu massiv. Mehrere Versuche, die Tresortür mit einem Zugangscode zu öffnen, waren zuvor fehlgeschlagen.

Glücklicherweise konnten die Retter über Lüftungsschlitze permanent mit dem Jugendlichen Sprechkontakt halten. Auch die Sauerstoffzufuhr für den Eingesperrten war gesichert. Die Familie des betroffenen jungen Mannes war vor Ort und wurde durch den Rettungsdienst betreut.

Bohrungen mit elektrischer Bohrmaschine und Bohrhammer

Der Einsatzleiter habe schließlich die Spezialeinheit Bergung der Feuerwehr Dortmund sowie das Technische Hilfswerk mit einem Baufachberater zur Unterstützung angefordert, heißt es in einer Mitteilung der Feuerwehr am Vormittag.

„Mit mehreren Fahrzeugen und schwerem technischen Gerät rückte das THW an und führte unter anderem Bohrungen mit einer elektrischen Bohrmaschine sowie einem pressluftbetriebenen Bohrhammer an der Tresorwand durch“, teilt die Feuerwehr mit.

Bereits am frühen Sonntagmorgen berichtete Feuerwehr-Sprecher Martin Rammelmann auf Anfrage dieser Redaktion, dass zusätzlich ein Mitarbeiter der Firma Pohlschröder, die die Stahltür gebaut habe, für den schwierigen Fall hinzugezogen worden sei. Er habe aber eine lange Anfahrzeit von zwei Stunden aus Osnabrück gehabt, so Rammelmann.

Einsatz dauerte bis zum frühen Sonntagmorgen

Gegen 5 Uhr am Sonntagmorgen konnten dann alle Beteiligten aufatmen: In einem gemeinsamen Kraftakt von THW, Feuerwehr und Monteur der Fachfirma gelang es, die schwere Betontür per „Kettenzug“ und Spreizgerät zu öffnen und den jungen Mann aus seinem „Gefängnis“ zu befreien.

Nach über fünf Stunden wurde der junge Mann aus seinem
Nach über fünf Stunden wurde der junge Mann aus seinem “Gefängnis” befreit. © Helmut Kaczmarek © Helmut Kaczmarek

Wie genau der Jugendliche in den Tresorraum gelangt war, konnte die Feuerwehr am Sonntagmorgen nicht mitteilen. „Der Jugendliche war augenscheinlich unverletzt, wurde aber dennoch durch den Rettungsdienst vor Ort untersucht. Anschließend wurde die Einsatzstelle der Polizei übergeben.“ Zeugen berichteten, dass die Jugendlichen dort „gespielt“ haben und zur Verwandtschaft des Eigentümers gehören sollen.

Zeugen schilderten unserer Redaktion zudem, dass „professionelle Panzerknacker“, also eine Firma, die sich auf das Öffnen von Tresortüren spezialisiert hat, das Schloss nach zwei Stunden „geknackt“ haben.

30 Retter waren im Einsatz

Der Löschzug 16 kümmerte sich um die Verpflegung der Kollegen, die die ganze Nacht, bis kurz nach 6 Uhr am Sonntagmorgen, vor Ort in Nette waren. „In diesem Einsatz zeigte sich wieder einmal die herausragende Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Technischem Hilfswerk“, heißt e in der Mitteilung.

Die Berufs- und Freiwillige Feuerwehr, der Rettungsdienst und das THW waren mit insgesamt 30 Kräften im Einsatz.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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