Tiefe Schlaglöcher nerven Manfred Konieczny. Wenn LKW da durchfahren, erzittert sein Büro. © Holger Bergmann
Schlaglöcher

Von Schlaglöchern genervt: „Gestern sind mir zwei Tassen umgefallen“

Nachdem sich der Schnee zurückgezogen hat, hat er viele Fahrbahn-Schäden freigelegt. Die Huckarder Straße war schon vorher kaputt. Einem Anwohner reicht es jetzt.

„Am schlimmsten sind die leeren LKW“, sagt Manfred Konieczny (74). „Die springen richtig, wenn sie durch die Schlaglöcher fahren.“ Das bedeutet für Manfred Konieczny, dass er in seinem Büro an der Huckarder Straße Lärm und Erschütterungen erdulden uss.

Die Erschütterungen seien extrem stark, sagt Manfred Konieczny: „Gestern sind mir zwei Tassen aus dem Regal fallen“. Die Tassen sind nicht einfach so umgefallen. Mit jedem vorbeifahrendem LKW hopsen sie immer näher an den Regalrand. Konieczny schaut regelmäßig in seiner gut ausgestatteten Küche vorbei und schiebt die Gegenstände wieder zurück.

Und LKW fahren bei Manfred Konieczny sehr häufig vorbei. In der Nachbarschaft seines Betriebes liegen mehrere Logistikunternehmen und das Recyclingzentrum der Doga (Dortmunder Gesellschaft für Abfall).

Schwere Fahrzeuge donnern duch die Schlaglöcher

Da fahren vor allem morgens und nachmittags viele schwere Fahrzeuge an dem kleinen Gebäude von Manfred Konieczny. Er fürchtet, dass die permanenten Erschütterungen mittlerweile sogar das Haus beschädigt haben. Eine Untersuchung hat er allerdings noch nicht in Auftrag gegeben.

Eines der Schlaglöcher befindet sich auf Höhe seiner Einfahrt. Vor wenigen Tagen fand er morgens einen Verkehrs-Pylon, einen Leitkegel, mitten in dem Schlagloch. Manfred Konieczny weiß nicht, wer den Warnhinweis aufgestellt. Vermutlich einer der angrenzenden Betriebe, der die Reifen seiner Laster schonen will.

Doch dieser Pylon ärgert Konieczny trotzdem, denn er wünscht sich nicht die Warnung vor dem Schlagloch, sondern eine Reparatur der Fahrbahn. Er hofft seit langer Zeit auf eine Erneuerung der Fahrbahn. „Seit 2016 nerve ich die Stadt Dortmund, der Huckarder Straße endlich eine neue Fahrbahn zu bauen.“

Nur noch Tempo 30

Seit 2016 sei die Straße in einem so schlechten Zustand, dass Tempo 30 eingeführt wurde, phasenweise Tempo 20. Doch passiert sei nichts.

Momentan leiden Autofahrer in ganz Dortmund unter Schlaglöchern, die die kurze aber heftige Frostperiode gerissen hat. Die Stadt Dortmund nimmt „Mängelmeldungen“ von Bürgern in einem Internetformular an. Die Schlaglöcher werden dann repariert.

Doch das ist Manfred Konieczny nicht genug. Denn die Straßenschäden haben seiner Meinung nach einen weiteren schädlichen Effekt. Der aufgelöste Asphalt hinterlässt Schotter.

„Und wenn da ein LKW drüber donnert, fliegen die Steinchen durch die Gegend“, hat er beobachtet. Und die Steinchen treffen die Autos, die dicht an dicht entlang der Straße parken. „Wenn die Besitzer wüssten, was ihres Autos so durchmachen, würden sich mehr Leute für eine Reparatur der Straße einsetzen“, so Konieczny

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt