Bösartiger Tumor: Lejla (10) verlor ihr linkes Auge – und muss wieder gegen den Krebs kämpfen

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Vor zehn Jahren rührte das Schicksal von Lejla – damals ein kleines Baby – viele Dortmunder. Wegen eines bösartigen Tumors verlor sie damals ihr linkes Auge. Jetzt ist der Krebs zurück.

Kirchlinde

, 22.10.2019, 12:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im April 2019 war noch alles gut. Nach der jährlichen Kontrolluntersuchung in der Universitätsklinik Essen galt Lejla (10) aus Bosnien als gesund. Vor zehn Jahren hatte das kleine Mädchen aufgrund eines bösartigen Tumors sein linkes Auge verloren. Die Tumore im rechten Auge wurden erfolgreich bestrahlt.

Ein halbes Jahr später, Anfang Oktober 2019, bricht für Lejla und ihre Eltern Arnela (37) und Senad Adžić (38) zum zweiten Mal die Welt zusammen. Denn die Ärzte stellen einen Tumor in Lejlas linker Augenhöhle fest. Der Krebs ist zurück. „Ein Sarkom“, sagt ihre Mutter.

Es handelt sich um einen bösartigen, aggressiven Knochenkrebs. Mit einer mehrmonatigen Chemotherapie und einer anschließenden Operation wollen die Ärzte versuchen, das Leben des zehnjährigen Mädchens zu retten.

„Lejla ist uns ans Herz gewachsen“

Die Krebsdiagnose schockiert nicht nur Lejlas Eltern und ihre Schwester (16). Auch Bewohner der Kirchlinder Mehrgenerationen-Wohnanlage an der Hangeneystraße sind bestürzt. Denn sie haben sich vor zehn Jahren an einer Spendenaktion für das kranke Mädchen beteiligt und verfolgen seitdem sein Schicksal.

„Wir sind alle sehr traurig, auch wenn wir Lejla nicht oft sehen, ist sie uns doch ans Herz gewachsen“, sagt Pfarrer Hartmut Anders-Hoepgen, während die leidgeprüfte Familie in der vergangenen Woche bei ihm im Büro sitzt.

Bösartiger Tumor: Lejla (10) verlor ihr linkes Auge – und muss wieder gegen den Krebs kämpfen

Arnela und Senad Adžić mit ihrer Tochter Lejla: Die Zehnjährige aus Bosnien hat einen bösartigen Tumor in der linken Augenhöhle. Vor zehn Jahren verlor das Mädchen aufgrund einer Krebserkrankung bereits sein linkes Auge. © Beate Dönnewald

Der Kirchlinder Seelsorger, damals noch Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund-West, hatte die Hilfsaktion 2009 initiiert. 22.000 Euro kamen über einen Presse-Aufruf für Lejla und ihre Eltern zusammen. Seit zehn Jahren werden davon die Augenprothesen und die Fahrtkosten über ein eigens von der evangelischen Miriam-Kirchengemeinde eingerichtetes Konto bezahlt.

„6000 Euro sind noch übrig, die werden wir direkt für die Behandlung überweisen“, sagt Anders-Hoepgen, seit zwölf Jahren ehrenamtlicher Sonderbeauftragter des Oberbürgermeisters für Vielfalt, Toleranz und Demokratie in Dortmund. Doch für die Chemotherapie und Operation wird das Geld nicht reichen. Beides zusammen werde zwischen 40.000 und 50.000 Euro kosten. Die Krankenkasse in Bosnien kommt dafür nicht auf.

Lejla muss neun Chemoblöcke über sich ergehen lassen

Neun Chemoblöcke, die jeweils drei Tage dauern, muss Lejla in den nächsten Monaten über sich ergehen lassen. Zwischen jedem Block liegen 21 Tage. Danach soll der Tumor (Osteosarkom) entfernt werden. Weihnachten wird das Mädchen nicht zu Hause sein. In den Chemopausen wohnt Lejla mit ihrer Mutter im Elternhaus der Uni-Klinik Essen.

Ihr Vater kann sie nur sporadisch besuchen, er muss in Bosnien Geld verdienen und sich auch um die ältere Tochter kümmern, die in dieser schweren Zeit bei der Oma wohnt. Senad Adžićs Monatsgehalt ist karg: „480 Euro für 270 Arbeitsstunden bekommt er monatlich“, übersetzt Alen Bečirovič, ein Freund der Familie, der auch in Kirchlinde wohnt.

Bösartiger Tumor: Lejla (10) verlor ihr linkes Auge – und muss wieder gegen den Krebs kämpfen

Pfarrer Hartmut Anders-Hoepgen (l.) und Alen Bečirovič (r.), ein Freund der Familie, stehen Lejla und ihren Eltern bei. © Beate Dönnewald

Lejla ist bewundernswert tapfer. Weil sie während der Chemotherapie ihre Haare verlieren wird, hat sie sich einen Tag nach ihrem Besuch in Kirchlinde ihre dicken Locken abschneiden lassen, um sie zu spenden. „Sie ist eine große Kämpferin“, sagt Alen Bečirovič, der für Lejla wie für eine Tochter empfindet.

Die zehnjährige Schülerin besucht zu Hause im bosnischen Tešanj, rund 100 Kilometer von Sarajevo entfernt, die fünfte Klasse, sie ist Klassenbeste, ihre Lieblingsfächer sind Mathe und Kunst, sie möchte Ärztin oder Lehrerin werden und ist ein großer Mickey-Mouse-Fan.

Was sie sich denn zu Weihnachten wünscht? Das schüchterne Mädchen schaut auf den Boden und zuckt mit den Schultern. Tatsächlich eine überflüssige Frage, die sich im Grunde auch jeder selbst beantworten kann.

Erneute Spendenaktion für Lejla und ihre Eltern

  • Hartmut Anders-Hoepgen möchte Lejlas Eltern für die bevorstehende Behandlung ihrer Tochter, die 40.000 bis 50.000 Euro kosten wird, erneut finanziell unterstützen und hofft dabei auf eine ähnlich große Spendenbereitschaft wie vor zehn Jahren.
  • Wer dem Kirchlinder Pfarrer dabei helfen möchte, kann eine Geldspende auf das zweckgebundene Konto der Miriam-Kirchengemeinde überweisen.
  • Die Kontoverbindung lautet: Sparkasse Dortmund, IBAN: DE33 4405 0199 0001 0611 00, Kontoinhaber: Kreiskirchenkasse Dortmund. Stichwort: Miriam Kirchengemeinde - „Lejla“
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