120 Jahre „Dirkes“ in Hombruch: Ein starkes Familienunternehmen im Wandel der Zeit

hzHandel in Hombruch

„Dirkes Küche & Wohnen“ in Hombruch wird im Oktober 120 Jahre alt. Welche Herausforderungen musste das Familienunternehmen in dieser langen Zeit bestehen – und wie blickt es in die Zukunft?

von Marc Dominic Wernicke

Hombruch

, 23.06.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Harkortstraße ist mit ihrer zentralen Lage und zahlreichen Geschäften die Lebensader des Ortsteils Hombruch. Eine ihrer wichtigsten Querstraßen ist die Deutsch-Luxemburger-Straße, an der die Familie Dirkes seit 120 Jahren ihr Möbelgeschäft betreibt. Das rot-weiße, dreistöckige Haus mit der Nummer 37 fällt dort sofort ins Auge. Drinnen wird jeder Besucher dienstags bis samstags von Inhaber Sebastian Dirkes, seiner Frau Stephanie, Vater Matthias und Hund Lenni begrüßt.

120 Jahre „Dirkes“ in Hombruch: Ein starkes Familienunternehmen im Wandel der Zeit

Das Geschäft befindet sich seit seiner Gründung vor 120 Jahren an der Deutsch-Luxemburger Straße 37 in Hombruch. © Marc D. Wernicke

„Unser größter Vorteil als Familienbetrieb ist, dass wir flexibel sind. Das hier ist unser Haus, unser Geschäft und so können wir individuell auf unsere Kunden eingehen“, sagt der 37-Jährige, der die Firma in der fünften Generation führt – eine starke Kontinuität, die selbstbewusst macht: „Mit sieben Leuten sind wir ein kleines Unternehmen, aber je größer die Großen in der Branche sind, desto besser geht es uns, weil die Kunden heutzutage immer mehr das Persönliche schätzen. Sie wollen nicht nur irgendeine Nummer sein“, beschreibt Dirkes die Stärke seines Betriebs, der sich in 120 Jahren immer wieder neu erfunden und weiterentwickelt hat.

120 Jahre - Fünf Generationen

Die Geschichte des Unternehmens beginnt am Ende des 19. Jahrhunderts: 1899 eröffnete Kaiser Wilhelm II. den Dortmund-Ems-Kanal – und der Schreinermeister Conrad Dirkes aus Wewelsburg gründete seinen Betrieb in Hombruch. „Er war so etwas zwischen Möbeltischler und Architekt“, beschreibt Sebastian Dirkes das Berufsbild seines Ururgroßvaters. Nach dem Tod Conrads musste sein Sohn Johannes den Betrieb übernehmen. Auch er war gelernter Schreinermeister und entwickelte aus der Tischlerei seinen eigenen Möbelhandel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

120 Jahre „Dirkes“ in Hombruch: Ein starkes Familienunternehmen im Wandel der Zeit

Ein Familienfoto aus der Gründerzeit. In der Mitte steht Conrad Dirkes, seine Frau Angela sitzt links neben ihm. Von links nach rechts zu sehen sind die Kinder Conrad junior, Maria, Johannes, Angelika und Wilhelm. © Familie Dirkes

Dann kam der Zweite Weltkrieg. Zwischen 1943 und ‘45 wurden 70% des Dortmunder Wohnraums und mehr als 90% der Innenstadt durch Luftangriffe zerstört. Das Haus der Familie Dirkes blieb nur knapp verschont: Bei einem Reihenabwurf zwischen der Deutsch-Luxemburger- und derHeisterstraße wurde die Sankt-Clemens-Kirche, die sich weniger als 30 Meter südöstlich befindet, direkt getroffen. „Meine Oma sagte mir, dass sie zu jener Zeit nur noch von Särgen und Bestattungen überleben konnten“, schildert Dirkes, dessen Großvater Wilhelm den Betrieb 1947 übernahm.

120 Jahre „Dirkes“ in Hombruch: Ein starkes Familienunternehmen im Wandel der Zeit

1947 übernahm Sebastian Dirkes Großvater Wilhelm das Geschäft. So sah es Mitte der 50er Jahre aus. © Familie Dirkes

Mit dem Wiederaufbau und dem Wirtschaftswunder rückte die Schreinerei in den Hintergrund und der Möbelhandel wurde zum Hauptgeschäft der Familie. „1976 hörten wir mit den Bestattungen auf. Zwei Jahre später übernahm dann mein Vater Matthias das Geschäft und legte den Schwerpunkt auf persönliche Beratung und individuelle Planung im Küchen- und Wohnbereich“, sagt Sebastian Dirkes weiter. 2007 wurde der gelernte Tischler und staatlich geprüfte Einrichtungsberater schließlich selbst zum Inhaber.

Offen für Innovation

Und wie geht es weiter? „Bei der Generation 30+ sehe ich heute den Trend des Cocoonings (sinngemäß Kokonbildung)“, stellt Dirkes fest, „Je stressiger der Alltag, desto wichtiger wird den Menschen ihr Zuhause. Da wollen sie es sich so schön und stressfrei wie möglich machen.“ Insbesondere die heimische Küche sei so zu einem wichtigen sozialen Ankerpunkt für Familien und Freunde geworden, die dort gemeinsam kochen und Zeit verbringen. Auch mit Blick auf die Digitalisierung sieht Dirkes viel Potenzial: „Im Moment denken wir darüber nach, ob wir Einrichtungskonzepte durch Virtual Reality simulieren oder die Kunden auf Wunsch per Webcam bei sich zu Hause beraten können“, nennt er einige Ideen. Dank eines soliden Kundenstamms, der weit über Hombruch hinaus bis nach Lünen, Witten und Bochum reicht, blickt er der Zukunft seines Unternehmens positiv entgegen - und freut sich auf den Oktober: „Der 25. ist der Jahrestag unserer Gründung und der 26. ist mein Geburtstag.“

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