150 Radler rollten durch Dortmunder Westen zum globalen Klimastreik

hzFridays for Future

Es gibt direktere Routen von Huckarde zum Friedensplatz in der City: Die Dortmunder Gruppe „Fridays for Future“ machte für eine Fahrrad-Demo zur Rettung des Klimas am Freitag ein paar Umwege.

Huckarde

, 25.09.2020, 19:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem guten Gefühl, dass gleichzeitig auf der ganzen Welt Menschen für die gleich Sache demonstrieren, machten sich am Freitagnachmittag (25.9.) auch aus dem Dortmunder Stadtbezirk Huckarde Radfahrer auf zum Klimastreik.

Das gute Gefühl hatten aber nicht unbedingt die Beine der Teilnehmer, denn die Klimaschützer hatten eine lange Route von Huckarde über Kirchlinde, Marten und Dorstfeld zum Unigelände ausgewählt, von wo es dann weiter zum Friedensplatz ging.

Weite Anreise mit dem Rad aus Witten

Damit hatten die Huckarder Radler die weiteste Anreise der Gruppen, die von fünf Startpunkten aus die Dortmunder Sternfahrt bildeten.

Doch einige der Demonstranten sind seit Jahren Autoverweigerer und gut trainierte Radfahrer. Zum Beispiel die ersten 30 Demonstranten, die sich um 15.30 Uhr auf dem Huckarde Marktplatz einfinden.

Teilnehmer aus Witten hatten die längste Anreise.

Teilnehmer aus Witten hatten die längste Anreise. © Holger Bergmann

Einige haben bereits die Anfahrt aus Witten in den Beinen. Dort wurde die Demonstration der „Parents for Future“ nämlich kurzfristig abgesagt. Die Eltern entschieden sich also spontan, an der Dortmunder Demo teilzunehmen.

Mit einem langen Umweg zum Friedensplatz

Auch Sylvia Johst hatte eine lange Anfahrt. Sie wohnt eigentlich in der Innenstadt. Aber statt von ihrer Wohnung zum Friedensplatz zu fahren, nahm sie den ganz langen Weg. Für sie begann das Engagement für Klima und Umwelt, als ihr Sohn, der mittlerweile in die 3. Klasse geht, geboren wurde.

Sylvia Johst engagiert sich seit der Geburt ihres Sohnes für den Umweltschutz.

Sylvia Johst engagiert sich seit der Geburt ihres Sohnes für den Umweltschutz. © Holger Bergmann

Zuerst verzichtete sie aufs Auto und stieg aufs Rad um. „Man wird nur dreimal pro Jahr nass“, sagte sie Freitag. Seit zwei Jahren vermeidet sie jetzt Plastik, wo es geht. „Das ist hart, man kann nicht überall einkaufen“, gab sie allerdings zu.

Dunkle Wolke schreckte viele ab

Der Huckarder Marktplatz füllte sich nur langsam. 400 Teilnehmer hatte Anmelder Christoph Ising von Fridays for Future Dortmund erwartet. So viele wurden es nicht. Ising verdächtigte die dunkle Wolke, die bis 15.40 Uhr über Huckarde hing, viele Interessierte abgeschreckt zu haben.

Anne Pfisterer glaubt daran, dass Stahlindustrie und Umweltschutz miteinander vereinbar sind.

Anne Pfisterer glaubt daran, dass Stahlindustrie und Umweltschutz miteinander vereinbar sind. © Holger Bergmann

Anne Pfisterer war dennoch da. Sie hat eine ganz besondere Motivation, sich für das Klima einzusetzen: „Ich arbeite für Thyssenkrupp und glaube, dass Klimaschutz in der Stahlindustrie möglich ist.“ Sie hatte ihr orangenes Fahrrad mit einer ganzen Reihe von Plakaten bestückt – ein rollendes Protest-Mobil.

Corona-Regeln für die Fahrrad-Tour

Die von der Polizei überwachten Corona-Regeln sorgten dafür, dass der Tross der schließlich 150 Teilnehmer, so der Veranstalter, ziemlich lang war. Denn es durften immer nur zwei Fahrräder nebeneinander fahren.

Christoph Ising erklärte vor Tourbeginn die Corona-Regeln.

Christoph Ising erklärte vor Tourbeginn die Corona-Regeln. © Holger Bergmann

Der Plan der Huckarder Starter ging auf: Mit der Rahmer Straße, dem Bärenbruch, der Schulte-Heuthaus-Straße und der Wittener Straße legten sie wichtige Verkehrs-Adern im Dortmunder Westen lahm.

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